0211-KEU: Orientierung das A und O?!

Am 16.01.2016:  Kleiner Einladungs Ultra by Trailmafia

Unbenannt

Aufstehen 7:15, kratzen, Navi Düsseldorf, doch wo ist dieses verdammt ü? Das Navi hat kein ü, wie soll ich bitte Düsseldorf bei der Stadteingabe eingeben? Naja mit bisschen Verzögerung geht es dann doch auf einmal. Auf dem Hinweg noch einmal verfahren, weil der uralt Navi am Autobahnkreuz zu spät anzeigt, dass ich auf der rechten Spur hätte bleiben sollen, aber 7 zusätzliche Kilometer im Auto sind auf jeden Fall komfortabler gefahren als gelaufen.

Der „Kleiner Einladungs-Ultra“ – 5 Runden á 9,7 Kilometer, zumindest wenn es mit der Navigation einigermaßen hinhaut, ist mehr als man vom Namen her vermuten könnte.

Die Strecke im Bergischen Land ist gespickt mit vielen kleinen aber knackigen Anstiegen. Meine Hoffnung auf eine tiefgefrorene Strecke wurde nicht erfüllt. Das Gegenteil wurde Realität – knöcheltiefe Matsche, steile Singletrails, keine Streckenbeschilderung und nur eine Verpflegung pro Runde.

Die Orientierung war zu Beginn des Laufes noch relativ leicht, weil die Mitläufer in Sichtkontakt waren. Die ersten beiden Runden gestalteten sich in dem Gelände mit der Bodenbeschaffenheit mehr als anstrengend, war aber Dank der Mitläuferorientierung auch ohne von der Strecke abzuweichen zu meistern. Danach gestaltete sich das Zurechtfinden in der unbekannten Umgebung des fordernden Terrains mehr als kompliziert.

Bin ich in der dritten Runde noch unbeabsichtigt vom Weg abgekommen und hatte dadurch eine Abkürzung „gefunden“, wurden Runde 4 dafür 3 Kilometer deutlich länger als geplant. Die letzte Runde bin ich dann mit Walter aus Wiesbaden gelaufen. Er kannte sich aus, ist schon öfters hier gelaufen und hatte sich darüber hinaus bei einer der früheren Austragungen den Knöchel gebrochen.

Am Ende war ich nur noch froh, dass ich dieses Abenteuer erfolgreich rumbekommen habe. Nach 3 unfreiwilligen Bodenkontakten, einer daraus resultierenden blauen Hand und Matsche bis über die Hüfte hatte ich eigentlich mehr als genug für den ersten Wettkampf im noch jungen Laufjahr 2016.

Fazit: Jochen, Helfer und Läufer alle super nett und unkompliziert – was bei mir von der Veranstaltung prägend in Erinnerung bleiben wird, sind die Erinnerungen an den ZUT 2015, die eigentlich verdrängt waren, hier an Ort und Stelle aber erneut hochkamen. Die Machtlosigkeit den gegebenen Gegebenheiten gegenüber – kein Grip, mehrere unfreiwillige Bodenkontakte und eine sich langsam einschleichende negative Grundstimmung.

Irgendwie versucht man vor allem zu Beginn des Laufes seine Schuhe so lange wie nur irgndwie möglich trocken zu halten und am Ende heißt die Devise dann doch nur noch, sich irgendwie auf den Beinen zu halten, geradeaus und ab durch die Mitte, der kürzeste Weg zählt, Matsche scheißegal.

Graupel-, Schnee- und Regenschauer, matschige Wege und kalter Wind – ich war nach dem Zieleinlauf froh schnellst möglich nach Hause zu kommen. Schickes graviertes Glas und eine Urkunde gab es am Ende dann auch noch. Es war hart, härter als der Name „Kleiner Einladungs-Ultra“ vermuten lässt. Beim nächsten Mal sollte ich ausserdem über Stöcke nachdenken und natürlich meine Laufuhr mit den Streckendaten füttern…

Über SohlenRocker

Irgendwas zwischen laufverrücktem Kilometerfresser & multibewegtem Blogger. Ansonsten naturverbunden, outdoorbesessen, wissbegierig, sozialverträglich und ewiger SocialMedia-Neu-Entdecker...
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