Amphibienschutz in Herne: Die Invasion der Kröten

Amphibienschutz in Herne: Die Invasion der Kröten

Unbenannt

Das Wetter von Gestern in Herne mit Höchstwerten von über 16° C ließ zwar einiges an Wanderaktivität erwarten, doch das was um 22.00 an unserem Zaun los war, hätte ich vorher nicht für möglich gehalten. Hatte ich mich im letzten Jahr nur zum Aufbau des Zauns überreden lassen, sind in diesem Jahr jetzt auch regelmäßige Zaunkontrollen hinzugekommen. Bei uns am Zaun kam es zwar schon seit dem 19. März  zu vereinzelten Eimerfunden (max. 13 Tiere), aber das Ausmaß von Gestern hatte ich bisher noch nicht erleben dürfen.

Fast in jedem Eimer am Zaun mehrere Exemplare der Gemeinen Erdkröte, die bei Experten und Amphibienfreunden auch unter dem Namen Bufo Bufo bekannt ist. In den insgesamt 19 Eimern, die am Zaun in den Boden eingelassen sind, waren sage und schreibe 33 (23, 10) Kröten.

Beim Blick in den sich immer mehr füllenden Eimer kommt mir irgendwie das Bild einer Massenorgie in den Sinn. Sobald ein noch unbesetztes Weibchen von uns in den Transporteimer gesetzt wird, versuchen die anwesenden Single-Männchen es zu besteigen und zu umklammern. Gelingt es ihnen sich irgendwie durchzusetzen, versuchen sie durch Tritte mit den Hinterbeinen ihre Kontrahenten auf Distanz zu halten. In einem Fall gelingt dies aber nur bedingt. Es kommt zu der Situation, dass sich aus einem Krötendoppel ein Krötentrio gebildet hat, weil sich nämlich das zweite Männchen irgendwie noch hinter das schon auf dem Weibchen sitzende Männchen festgeklammern konnte. Wenn man will eine eine Ménage-à-trois im Krötenreich…

Ok, kommen wir wieder zurück zum Wesentlichen?! Nachdem alle Eimer kontrolliert sind und wir alle Amphibien in unseren Transporteimer gesetzt haben, gehen wir zum Teich, der sich in einem kleinen Park auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet. Das von uns betriebene Amphibientaxi ist ordentlich befüllt, zum Dank für die gesponserte Freifahrt bekommen wir ein kleines Quark-Konzert kredenzt. Auf dem Weg zum Teich geht der Kröten-Irrsinn weiter. Zu sehen gibt es ein reges Treiben, in regelmäßigen Abständen sitzen auf dem Weg mehrere Dutzend Kröten, die sich alle in eine Richtung Buffet am Teich bewegen.

Sobald der Lichtkegel unserer Lampen ein Tier trifft, bleiben diese regungslos sitzen. Wir müssen tierisch aufpassen, dass wir nicht ausversehen auf sie drauftreten. Zum Glück leuchten unsere Stirnlampen den Weg optimal aus – das Reflektieren der Lichtstrahlen in den Augen der Kröten erleichtert das Erkennen der sonst relativ gut getarnten Tiere enorm. Am Teich angekommen zählen wir die Exemplare bevor wir sie ans Ufer setzen und tragen die ermittelten Werte in unsere Statistik ein.


In dem Sinne – keep on Running, Rock n‘ Roll & immer dran denken mit offenen Augen sieht man mehr!!!

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Über SohlenRocker

Irgendwas zwischen laufverrücktem Kilometerfresser und multibewegtem Blogger, aber eine Familienpackung Laufschuhe geht pro Jahr drauf?! Ansonsten naturverbunden, outdoorbesessen, wissbegierig, pflegeleicht, sozialverträglich & irgendwie auch ewiger SocialMedia-Neu-Entdecker...
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