Amphibienschutz in Herne: Bonn is calling [T – 12] – Start meines 14-TNP – Umweg Krötenschutzzaun

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Gemäß meinem 14-Tage-Notfall-Plan steht heute die erste Trainingseinheit an. Schon am Vortag hatte ich mich mit Benni kurzgeschlossen und wir konnten uns eigentlich nach längerem Hin und Her auf 8.00 Uhr einigen. Naja um kurz vor 8.00 erreicht mich seine SMS. Zur Feier des Tages hat er  gestern wohl ein wenig zu oft zu tief ins Glas geschaut. Auch meinen Vorschlag erst um 9:00 Uhr zum gemütlichen Longjogg zu starten, lehnt er dankend ab. Ok, man soll ja auch niemanden zu seinem Glück zwingen, schließlich will nicht ich meinen ersten Marathon im Mai laufen. Ein wenig kann ich ihn aber auch verstehen, denn es ist schließlich Ostermontag. Und auch das Wetter ist wenig einladend, aber zumindest ist es noch trocken.

Wie in den letzten Tagen mache ich mich auch heute zunächst auf in Richtung Krötenzaun. In den Eimern herrscht heute Morgen allerdings überschaubare Leere. Lediglich 1.1 Erdkröten und 0.1 Teichmolche wollen druch mich über die Straße geleitet werden. Dafür treffe ich Didi Illmann, der mal wieder mit seinem schwerbepacktem Fahrrad unterwegs ist. „Mist“, dabei wollte ich doch eigentlich nur schnell rüber zum Teich und dann meinen Longjog fortsetzen.

Naja zu spät, aber es verspricht zumindest interessant zu werden. Er zeigt mir eine Laichkugel vom Frosch, die er die Tage irgendwann schon gesichtet hatte. Die Laichkugel, die aus vielen runden Froscheiern besteht, ist für Laien nur schwer zu erkennen, vor allem wenn man nicht danach sucht. Gleichzeit bekomme ich noch ein Kurzreferat über das Verhalten und die Lebensweise von Frosch, Molch und Kröte.

DSC04947_Laichball

Ich weiß jetzt zum Beispiel, dass Frösche in Teichen mit vielen Molchen eher selten vorkommen, da der Froschlaich auf der Speisekarte von Molchen weit oben steht. Dass es ganz normal ist, dass Krötenmännchen schon auf dem Weg zum Laichteich ihre Weibchen suchen, weshalb sie auch nicht auf dem kürzesten Weg zum Teich ziehen, sondern bewusst Umwege in Kauf nehmen. Er erklärt mir, dass die Straßen für Amphibien besonders gefährlich sind, weil sich diese tagsüber aufwärmen und deshalb nach Sonnenuntergang für die wechselwarmen Tiere als Wärmequelle dankend angenommen werden. Gleichzeitig bietet die Straße den suchenden Männchen eine Fläche mit gutem Überblick über die Umgebung, um ein potentielles Krötenweibchen zu erspähen. Fakt ist also, dass die Lurche aus unterschiedlichen Gründen vom Gefahrenbereich Straße regelrecht angezogen werden.

Auf dem Rückweg zählen wir noch die Roadkills der Nacht. Dazu sammelt Illmann jeden Lurchleichnam von der Straße, soweit das überhaupt noch möglich ist. Wir zählen insgesamt 5 Kröten und 2 Molche, die entweder voll Matsche, weil komplett überfahren oder einfach nur Tod, aber morphologisch relativ unversehrt sind, weil sie „nur“ durch den Fahrtwind des Autos letal durch die Gegend gerissen wurden (vgl. Bilder runten). Beide Varianten führen zum gleichen Ergebnis.

Sowohl das Überfahren als auch der Fahrtwind führen zum Tod der Tiere. Auch wenn das Ergebnis das gleiche ist, könnte die Todesrate durch eine angepasste Geschwindigkeit der Verkehrsteilnhemer gesenkt werden. Vor allem weil die Wahrscheilichkeit, dass das Tier mit den Reifen erfasst wird im Verhältnis zum Tod durch den Fahrtwind minimal ist. Aber über so viel Rücksichtsnahme und Weitsichtigkeit verfügen leider nur wenige.

 

Nach einer halben Stunde setze ich meinen Laufrunde dann endlich fort. Am Ende der Trainingseinheit stehen weitere 22 Kilometer in knapp 3:00 h auf meinem Garmin-uralt-Laufcomputer. Naja abzüglich der Zaunaktion, alles im Rahmen würde ich sagen. Ich bin jeden Falls zweckoptimistisch dahingehend, dass in Bonn eine Zeit zwischen 4:30 und 4:45h rauskommen wird. Morgen ist Ruhetag – herrlich so ein selbstgeschriebener Trainingsplan…


In dem Sinne – keep on Running, Rock n‘ Roll & immer dran denken mit offenen Augen sieht man mehr vom Weg!!!

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Über SohlenRocker

Irgendwas zwischen laufverrücktem Kilometerfresser und multibewegtem Blogger, aber eine Familienpackung Laufschuhe geht pro Jahr drauf?! Ansonsten naturverbunden, outdoorbesessen, wissbegierig, pflegeleicht, sozialverträglich & irgendwie auch ewiger SocialMedia-Neu-Entdecker...
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