Langstreckenläufer meets Langstreckenflieger – Part ONE

Wie ihr kennt diesen kleinen gefiederten Freund gar nicht? Ich muss zugeben ich kannte ihn auch nicht bis wir uns begegnet sind. Wenn ich ihm irgendwo in der freien Natur begegnet wäre, wäre er mir mit Sicherheit auch nicht wirklich aufgefallen. Der Fitis Laubsänger, der mit lateinischem Namen Phylloscopus trochilus heißt, ist ein kleiner Singvogel mit relativ unauffälliger Erscheinung. Zu Gesicht bekommt man ihn in unseren Breitengraden nur im Zeitraum von April bis September. Um in sein Winterquartier zu gelangen, das südlich der Sahara gelegen ist, legt der Langstreckenzieher eine Zugstrecke zwischen 6.000 und 13.000 Kilometer zurück. Wann für ihn die Zeit gekommen ist Europa zu verlassen und in welche Richtung er ziehen muss, steht in seiner DNA codiert.

fiti

Wie das Schicksal es wollte, hat es mich mit dem fleißigen kleinen Kilometersammler zusammengebracht. Die Situation, die dazu führte, war für den Fitis nicht so toll, weil er anscheinend das Küchenfenster übersehen hatte und mit voller Flugwucht dagegen geflogen ist. Welche genauen Umstände zu dieser Kollision geführt haben, kann ich nicht sagen, an der Sauberkeit der Fenster kann es eigentlich nicht liegen. Fakt ist jedenfalls, dass ich gerade am Lesen war, als ein dumpfer Aufprall am Fenster zu vernehmen war. Da ich mir darauf keinen Reim bilden konnte, bin ich rausgegangen, um zu gucken was die Ursache war. Und da saß der Kleine total benommen und nicht in der Lage seinen Flug fortzusetzen. Um ihn vor Katzen zu schützen, für die er ein gefundener Snack gewesen wäre, habe ich ihn auf die Hand genommen und auf den Tisch gesetzt. Und wie das unter Langstreckensportlern üblich ist, habe ich ihn mit ein wenig Wasser in einem Flaschendeckel und ein paar Haferflocken mit dem Nötigsten verpflegt.

Es waren zwar keine offensichtlichen Verletzungen zu erkennen, aber irgendwie hatte ich die Befürchtung, dass er sich bei der Fensterkollision irgendwas Schwerwiegenderes getan haben könnte, weil ihm auch des Öfteren die Augen zu fielen und er auch ein wenig lethargisch wirkte. Vielleicht hatte er aber auch nur Angst und keinen Bock mich zu sehen.

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Nachdem ich ihn mit Wasser und Haferflocken versortg hatte, er aber nichts trank, habe ich versucht den Deckel soweit anzuheben, dass sein Schnabel ins Wasser ragte und es sah tatsächlich so aus als würde er getrunken haben. Ich ließ ihn einige Minuten unbeobachtet auf dem Tisch sitzen, als ich wiederkam hatte sich sein Zustand schon ein wenig verbessert. Er saß zwar immer noch an der Stelle wo ich ihn hingesetzt hatte, aber er machte auf mich einen fitteren Eindruck. Seine Augen waren nun ständig geöffnet und er wirkte insgesamt agiler und aufmerksamer. Er reagierte sogar auf mein Pfeifen. Und dann tat er was ein Langstreckenflieger am besten kann, er flog zum nächsten Baum, verweilte dort einen kurzen Moment, schüttelte sich und sein Gefieder ordentlich durch und war danach auf und davon. Viel Glück kleiner Fitis und pass auf dich auf! 🙂


zum Beitrag: Langstreckenläufer meets Langstreckenflieger – Part TWO – hier lang!!!


Und denkt dran – mit offenen Augen sieht man mehr…

in dem Sinne Rock ’n‘ Roll

 

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Über SohlenRocker

Irgendwas zwischen laufverrücktem Kilometerfresser & multibewegtem Blogger - die Familienpackung Laufschuhe geht pro Jahr drauf?! Ansonsten naturverbunden, outdoorbesessen, wissbegierig, sozialverträglich & irgendwie auch ewiger SocialMedia-Neu-Entdecker...
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Eine Antwort zu Langstreckenläufer meets Langstreckenflieger – Part ONE

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