Kurz, knapp & bündig aus der Rubrik Mein Marathon Kriterien Kompass (11): 11. Thüringen Ultra 2017

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Organisation:   großes Kino & im Gesamtpaket nur schwer zu toppen; organisiert und durchgeführt vom Verein Lauffeuer Fröttstädt; Großteil der Dorfgemeinschaft ist auf den Beinen; keine Kommerzorientierung – alles wird nach dem Motto von Läufern für Läufer realisiert; mit dem Rahmenprogramm mehr als eine Laufveranstaltung; trotz 300 Teilnehmer herrscht eine familiäre Atmosphäre; liebevoll kleine Details lassen erkennen, dass die Veranstaltung (organisch) aus den Kindeschuhen herausgewachsen ist; von A wie Ausschreibung bis Z wie Zeltplatz passt irgendwie alles optimal zusammen – ich kann kein Haar in der Süppe finden; VPs mega, Streckenbeschilderung idiotensicher (folge dem U, Absperrband/ Blinklichter an kritischen Stellen);

An-/ Abfahrt:   340 km ist schon grenzwertig, waren aber auch in gut 4 h zurückgelegt; Navi hat mal wieder Probleme bereitet – entweder kein aktualisiertes Kartenmaterial oder Funkloch; Rückfahrt nach Wettkampftag echt hart; Vollsperrung bei Kassel, dadurch Umleitung über die Dörfer;

Strecke:   100-km-Rundkurs mit 2150 Höhenmetern rund um den Inselsberg (916,5 m NHN): im Thüringer Wald – deutsches Mittelgebirge – Langlaufgebiet; entlang des Rennsteigs und über die umliegenden Dörfer – überwiegend Wald- und Wiesenautobahnen; teilweise trailige Passagen und wetterbedingt etwas matschig, aber alles ohne große Probleme laufbar; teilweise über öffentliche Straßen; durchlaufene Städte/ Dörfer/ Ortsteile: Start- und Zielort: Fröttstädt – [1. Abschnitt (27,4 km)] Laucha – Sondra – Schmerbach – [2. Abschnitt (27,7 km)] – Hoheborn – Mommelstein – Brotterode – Kleinschmalkalden – Seligenthal [3. Abschnitt (22,03 km)] Tambach-Dietharz – Finsterbergen [4. Abschnitt (23,06 km)] Friedrichroda – Tabarz – Cabarz – Langenhain – Waltershausen – Gotha/ Hörselgau/ Fröttstädt

Highlights:   urige „Festival-Atmosphäre“, die bei der Veranstaltung aufkommt; das engagierte und hochmotivierte Helferteam; Strecken-Highlights sind natürlich nicht mit denen von einem Stadtmarathon vergleichbar; das intensive Naturerlebnis Thüringer Wald steht eindeutig im Mittelpunkt; die endlosen grünen Weiten im hügligen Terrain, dazu vereinzelte Felsformationen am Wegesrand, permanenter Wechsel zwischen Wald- und Wiesenpassagen und den vielen verschlafenen kleinen Dörfern entlang des Rennsteigs mit besonderem Scharm; Architektur einiger Häuser, Kirchen und den zahlreichen Brunnen und Quellen;

Zuschauer/ Stimmung:    Landschaftslauf kein Jubel-Trubel-Städtemarathon – großer Respekt unter einander, ob 9h-Sprinter oder 18h-Schleicher, alle werden gefeiert und man feiert sich gegenseitig; große Hilfsbereitschaft – Begeisterung und Motivation der Helfer färbt auf die Läufer ab, man fühlt sich verstanden und gut aufgehoben; familiäre Festivalstimmung – Übernachten direkt am Start-Ziel-Bereich, dann der frühe Start um 4.00 Uhr, dazu die intensive Zeit durch den Thüringer Wald; zuschauertechnisch: schon morgens um 4.00 Uhr beim Start aus Fröttstädt raus vereinzelte Anwohner an der Straße; an allen VPs, besonders erwähnenswert VP 95 im Gewerbegebiet Waltershausen und der Zieleinlauf in das Dorfgemeinschaftshaus, ansonsten atmosphärische Stille im Thüringer Wald, aber immer herzlich;

Leistungen:    allinklusiv-Rundumwohlfühlpaket: Medaille, Starterbeutel, Shirt, dazu Pasta-Party am Vorabend, kostenlose Übernachtungsmöglichkeit im privaten Zelt/ Auto oder Massenunterkunft/ Mehrmannzelt mit Pritschen; günstiges Frühstück am Startmorgen, 18 VPs auf der Strecke; Zielverpflegung  mit Suppe + Zielbier;  online-Urkunde;

Verpflegung:   Pastaparty am Vorabend; Streckenverpflegung großartig: 18 VPs – fast schon Vollverpflegung mit allerlei Köstlichkeiten – dazu noch inoffizielle VPs von Anwohnern zur Selbstbedienung – die Auswahl war total vielfältig, abwechslungsreich und überfordernd; das Angebot von VP zu VP verschieden – es gab gekochte halbe Eier, Stullen mit Butter, Leberwurst oder Käse, Tomate, Gurke, Waffeln, Bananen, Äpfel, Melone, Salzstangen, Riegel, gekochte Salzkartoffeln, TUC, Bier, Cola, Boullion, ISO und bestimmt noch einiges mehr; Nachzielverpflegung mit Suppe und Zielbier.

Preis:  Unschlagbar wer frühzeitig bucht, zahlt 40 € für den Startplatz und selbst auf dem letzten Preisniveau kostet das komplette Paket ledoglich 50 €;

Wetter:  perfekt abgestimmt – die Nacht von Freitag auf Samstag bewölkt, aber trocken; ab 7:00 Uhr für 4 h richtig am Schütten und danach wechselhaft, aber überwiegend trocken – temperaturtechnisch ideal zum Laufen zwischen 14-20°C.


Gesamturteil:          [~*~°  5+ von 5 Sternen  °~*~]

Mit einem Hauch von Festivalatmosphäre ist der Thüringen Ultra mehr als nur eine Laufveranstaltung. Alles ist stimmig und  passt zusammen – das beginnt am Freitag mit dem Zelten direkt am Start-Ziel-Kanal, geht weiter mit der Pastaparty am Abend im Dorfgemeinschaftshaus und erreicht schließlich mit dem Start Samstagfrüh und dem intensiven Naturerlebnis im Grünen des Thüringer Waldes seinen Höhenpunkt.

Eisenach mit der Wartburg ist zwar nicht Fröttstädt – ja klar, ich muss zugeben, dass der Vergleich vielleicht in diesem Punkt ein wenig hinkt – aber schon allein aufgrund der geografischen Nähe würde ich trotzdem den Thüringen Ultra mit dem traditionellen Rennsteiglauf vergleichen wollen. Allerdings ist der Thüringen Ultra bedeutend anspruchsvoller, da eine längere Distanz und mehr Höhenmeter zu überwinden sind. Landschaftlich ist es aber mindestens genauso so schön.

Auch wenn das Wetter eher durchwachsen war, hat der Thüringen Ultra meiner Meinung nach das Potential zur Kultveranstaltung, wenn er die nicht schon längst ist. Unter dem Strich ist der Thüringen Ultra 100 k auf jeden Fall und unbedingt weiterzuempfehlen und für mich steht jetzt schon fest, dass 2017 definitiv nicht der letzte Stern sein wird, den ich mir in Fröttstädt laufend verdient habe. Chapeau ich ziehe meinen Hut für diese Veranstaltung…


In dem Sinne keep on Running & Rock ’n Roll


M2K2-Einleitung                                                                                       M2K2-Chronologisch


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2 Antworten zu Kurz, knapp & bündig aus der Rubrik Mein Marathon Kriterien Kompass (11): 11. Thüringen Ultra 2017

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