Kurz, knapp & bündig aus der Rubrik Mein Marathon Kriterien Kompass (12): 48. Dodentocht-Marsch 2017

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Organisation:   Professionelle Kommerzveranstaltung, anders sind 15.000 Teilnehmer nicht zu organisieren; 1300 ehrenamtliche Helfer sind während der Veranstaltung im Einsatz; Sicherheit wird groß geschrieben – Sicherheitskonzept greift voll und ganz; mehrere Taschenkontrollen – vor dem Zelt, vor Dropbag-Abgabe, vor dem Zutritt zum Startplatz – Sicherheitsgefühl ist groß , Anti-Terror-LKW-Blöcke an den Straßeneinfahrten, dezente Polizeistreifen, alles optimal beschildert – Parkplätze, Kleiderbeutelabgabe, Duschen, etc. – Wege weitläufig; Verlaufen auf der Strecke als auch in der Stadt fast unmöglich; optimaler Beschilderung; im länglichen ½-DinA4-Format mit Kabelbindern oder Aufkleber am Boden in unübersehbarer Neonoptik; jede Straßenquerung von Polizisten geregelt – Läufer haben oberste Priorität; Verbesserungswürdig: Wartezeit auf den Start – vlt. erst um 22.00 Uhr hingehen & dann staufreier starten – besser als 3h rumzulungern, um dann 1 h doch nur im Gehschritt vorwärts zu kommen – Start in Wellen vorteilhaft!!!; Animation am Startplatz dürftig – Musik wäre nett gewesen; Verpflegung an den VPs vorher bekanntgeben aber sonst alle VPs super einladend; allerdings sollte man sich immer vor Augen führen, dass es eine Wanderveranstaltung ist & kein auf Konkurrenz und Leistungsmaximierung ausgerichteter Wettkampf;

An-/ Abfahrt:   Entfernung knapp 240 km; Fahrtzeit gut 3 h; es geht über Venlo – Eindhoven & Antwerpen; erst auf A 43 dann A40 – Sperrung der Autobahnbrücke bei DU – Umleitung; auf der A 67 über Venlo Richtung Eindhoven; auf der E 34 Richtung Antwerpen/ Eersel; A 12 bei Ausfahrt 7-Breendonk runter; auf N 16 in Richtung Sint-Niklaas/ Dendermonde bis orangenen Veranstaltungsschildern; Parken am Straßenrand oder auf den offiziellen Parkplätzen entlang der N 16 + Weiterfahrt mit den Shuttelbussen; wir parken am Straßenrand;

Strecke:   100-km-Rundkurs; Strecke befindet sich in Belgien, Region Flandern und verteilt sich auf die Provinzen Antwerpen, Klein-brabant & Flämisch-Brabant; dabei werden eine Vielzahl von Gemeinden durchlaufen; Start- und Zielort ist Bornem; von Bornem geht es über Branst, Wintam, Ruisbroek, Breendonk, nach Merchtem, wo bei 53 km die Dropbags warten, weiter geht es dann nach Buggenhout, Opdorp, Lippelo, Puurs, Oppuurs, St.-Amands, Branst, Zates, vorbei am Startplatz zurück durch Bornem auf den Kirchplatz; auf endlosen und offenen Geraden, verwinkelten Gassen; über die Deiche entlang und parallel zur Schelde – viele Radwege, Feld-, Wald- und Wirtschaftswege durch bewaldete und offene Landschaft, durch eine Vielzahl von Dörfern; durch schmale Gassen, über Hinterhöfe vorbei an unzähligen Feldern mit Kühen in jeglicher Form und Farbe, mit Pferden, Schafen, Enten, Eseln oder Gänsen;

Highlights:   Freundlichkeit der Helfer & die Begeisterung der Menschen entlang der Strecke – die gute Laune bei den Garten- und Straßenpartys, das Licht der zahlreichen Grill- und Lagerfeuer; die super Organisation; grenzt zwar fast schon alles an Massenabfertigung, anders sind die Masse auch nicht zu managen, aber trotzdem einzigartig; die letzten Meter durch Bornem sowohl am Start als auch hinter her wenn es zum Ziel geht – aber vor allem bei der Verabschiedung auf die lange Runde; der Start unter dem Glockengeläut der Kirche; Kulinarische Besonderheit der VPs – Honigkuchen, Kakao, Milchreis-Tarte, Milchbrötchen mit Schinken oder Käse, Waffeln – Abwechslung zum „Standardprogramm“ bei Ultras; die Typische Architektur öffentlicher Gebäude und Wohnhäuser – vor allem die sakralen Gebäude und dann war da noch die Sprache, die ich total mag;

Zuschauer/ Stimmung:    80% Landschaftslauf, kein Jubel-Trubel-Städtemarathon; ersten Kilometer durch Bornem direkt nach dem Start sind überwältigend – „Success“; die Stimmung unter den Wanderern aufgrund der Tatsache, dass viele unerfahren sind, die meisten haben mit Ultras nichts am Hut, stellen sich aber dennoch der Herausforderung – Nervosität ist zu spüren; bis 2.00 – 3.00 Uhr mega viele Garten- und Straßenpartys – Bands, Orchester, Blaskapelle, Livemusik, DJs in den Gärten – danach wurde es ruhiger – fast schon idyllische Atmosphäre; am Morgen dann wieder vereinzelte Leute unter Pavillons im Vorgarten; letzten Meter durch Bornem standen viele wieder Spalier – „Felicitatie“;

Leistungen:    mehr als ok; 42€ für Rundum-Sorglos-Paket mit Medaille als Orden, ausgedruckter Urkunde und 13 VPs auf der Strecke; Zielverpflegung  mit einem Family-Honigkuchen + Dose Bier; optional Veranstaltungs-Shirt aus Baumwolle (+7€) und optional warmes Essen bei km 53 (+ 7€);

Verpflegung:  Gewöhnungsbedürftig – 13 VPs – nicht vergleichbar mit der Verpflegung bei einem Marathon/ Ultra – insgesamt aber dennoch abwechslungsreich, unter einem sportlichen Aspekt eher fragwürdig – Cola erst ab km 66, unterschiedliche Verpflegung an den VPs, aber dann gab es auch keine Auswahl. Mal gab es nur Wasser, dann einen Apfel, dann Milchreis-Tarte, Banane, Waffel, Tomaten, Gurke, Kaffee, Tee, Aqua-Sportdrink, Bier bei der Brauerei – an den VPs gegen Ende wurde die Auswahl größer; Nachzielverpflegung – Finisher-Präsente: Bier und Honigkuchen + Getränke + Waffel, eingepackte Küchli, Kekse;

Preis:  42 € für den Startplatz und T-Shirt (aus Baumwolle) optional 7 €; warme Mahlzeit bei km 50 optional 7€; das komplette Paket liegt bei 56 € – wobei die 7€ für die Mahlzeit mehr unnötige waren – normale Angebot reicht und ich nach 50 km nicht wirklich Hunger hatte

Wetter:  Abwechslungsreich mit guter Mischung – nachdem Start vlt. etwas warm, mag auch daran gelegen haben, dass ich Unterhemd und Shirt an hatte- mit der Zeit wurde es angenehmer – Regen ab 4 Uhr und ab 9.00 Uhr Nieselregen – temperaturtechnisch ideal zum Laufen zwischen 14-22°C.


Gesamturteil:          [~*  5 von 5 Wandersternen  *~]

Einmalige Veranstaltung mit langer Tradition, die schon seit 1970 veranstaltet wird und mittlerweile ihre 48. Austragung erlebt. 14.000 Teilnehmer, die alle einen 100 km Gewaltmarsch absolvieren wollen, das einzigartig und kommt nicht alle Tage vor – wenn ich mir die 100 km-Läufe vor Augen halte an denen ich bisher teilgenommen habe, dann waren das meistens Läufe mit weit unter 1000 Startern – aber nicht nur die Masse ist beim DOdenTOcht beeindruckend anders, sondern auch die Vielfalt (Diversität) der anwesenden Starter.

Die ersten Stunden des Laufes sind ein ganz besonderes Erlebnis – vor allem beim Gang durch die Stadt direkt nach dem Start ist alles überfüllt  mit begeisterten Menschen! Es geht in Schritttempo zwischen den Absperrgittern her – links, rechts, aus den Fenstern, auf den Balkonen, den Kneipen alles voll mit gut gelaunten Leuten, die einem zu jubeln und durch ihre positive Energie Mut zusprechen – dazu die einsetzende Dämmerung und die Kirchenglocken, die jeden in sein persönliches Abenteuer DODENTOCHT verabschiedet.

Nicht nur der Start ist besonders, während der gesamten Veranstaltung herrscht eine komplett andere Atmosphäre als bei Ultraveranstaltungen – viele Teilnehmer sind in Wanderstiefeln unterwegs und mit Wanderrucksäcken ausgestattet, Soldaten aus verschiedenen Ländern erweitern das Gesamtbild – das Starterfeld ist durch und durch heterogen, sowohl hinsichtlich des Alters als auch der Körperfülle, verhältnismäßig sind viele weibliche Starter darunter.

Als Ultra-Erfahrener sollte man sich allerdings immer vor Augen halten, dass man bei einer Wanderveranstaltung ist und eben nicht an einer Ultraveranstaltung teilnimmt, was einem spätestens bei der Verpflegung bewusst wird, wenn man 66 km auf seine erste Cola wartet oder Milchreis-Tarte und Kakao-Trinkpäckchen kredenzt bekommt, aber kein klares Wasser zum Nachspülen da ist – das Ganze muss man unbedingt & auf jeden Fall mal erlebt haben…

Also ich war zwar noch nicht Biel, aber genauso in etwa stelle ich es mir vor. Die Distanz ist mit 100km ebenso identisch wie die Startzeit von 21.00 Uhr. Wenn man beide Läufe miteinander vergleichen möchte, hat der DOTO meiner Meinung nach einige Vorteile aufzuweisen: Für die „Wanderung“ in Belgien spricht die extremverkürzte Anfahrtsstrecke – statt 2 x 800km beträgt die Entfernung nach Bornem/ Belgien mit 2×300 km weniger als die Hälfte. Und auch die Startgebühren sind beim DOTO um mehr als 50% günstiger – statt 120€ zahlt man für die Startgebühren lediglich 50 €. Klar, Biel ist Biel und Dodentocht ist Dodentocht – aber unter den beiden Aspekten ist der Dodentocht durchaus eine Alternative. Wer also seinen ersten 100 km laufen will, ist hier unter den vielen Gleichgesinnten bestens aufgehoben – viele Leute, topografisch flach, günstig & ein Zeitlimit von 24 h – also tot ziens von Wanderfront & bis demnächst!!!


In dem Sinne keep on Running & Rock ’n Roll


M2K2-Einleitung                                                                                       M2K2-Chronologisch


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Über SohlenRocker

Irgendwas zwischen laufverrücktem Kilometerfresser & multibewegtem Blogger - die Familienpackung Laufschuhe geht pro Jahr drauf?! Ansonsten naturverbunden, outdoorbesessen, wissbegierig, sozialverträglich & irgendwie auch ewiger SocialMedia-Neu-Entdecker...
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