Kurz, knapp & bündig aus der Rubrik Mein Marathon Kriterien Kompass (14): 21. RheinEnergie Marathon Köln 2017

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Organisation:   [top!] – kommerzorientiertes Großevent; von der Expo in der LANXESS-Arena über Kleiderbeutel-Shuttle-Service bis zum Marathon- Zieleinlauf alles super; Helfer vorbildlich und mehr als ausreichend; alles so organisiert, wie man es sich bei einem top Städtemarathon wünscht; Erfahrungen aus den vorherigen 20 Marathonaustragungen sorgen für ein Marathon-Erlebnis; Startzeiten überdenken: HM startet 1,5h vor dem Marathon, dadurch phasenweise wenig bis kein Publikum mehr an der Strecke;

An-/ Abfahrt:   [ökologisch!] – optimale Anbindung mit der DB – 1:10h mit dem RE 1 Richtung Aachen – von daher kann ich zur Anreise via Auto und zu eventuellen Verkehrs- bzw. Parkplatzproblemen nichts sagen;

Strecke:   [ok!] – Rundkurs durch die rheinische Dom-Stadt mit Wendestreckenanteil; über die Deutzer-Brücke 5-6 km entlang des Rheins in den Kölner Süden nach Rodenkirchen; danach geht es in die Südstadt durch das Severin Viertel, durch die Stadtteile wie Sülz, Lindenthal, Ehrenfeld und Nippes; der Dom ist das Ziel (Komödienstraße); viele breite Straßen, teilweise windanfällig; vor allem die Wendestrecke zwischen km 29 und 39 – langweilig und monoton zu laufen –  keinerlei Ablenkung von der Strecke und auch zuschauertechnisch eher tote Hose;

Highlights:   [einige!] – verantwortungsvolle Aufgabe den Ballon über die Strecke zu tragen; Zieleinlauf in unmittelbarer Nähe zum Dom; der letzte Kilometer alles eng bei einander – Akustik in den Gassen; Zuschauer viele Kinder, viele verkleidete Läufer der Pirat, Michel; Klaus, Mirko und Carsten wieder getroffen; Streckentechnische Highlights: Bahnhofsgebäude Deutz am Start; Deutzer Brücke über den Rhein mit Blick auf den Dom (rechts) und die drei Kranhäuser (links); Severinstorburg, Hahnentorburg, Fernsehturm Colonius, Mediapark, Zieleinlauf am Dom;

Zuschauer/ Stimmung:   [ok!] – vor allem im Zentrum Jubel-Trubel-Heiterkeit – zwar nicht wie in Berlin und schon gar nicht wie in Amsterdam, aber phasenweise ausgelassene Partystimmung; ALLERDINGS: trotz der Streckenanpassungen viele zuschauerarme Passagen; auf den ersten 2-10 km entlang des Rheins; Wendestrecke zwischen km 29-39; vermutlich auch dem Ablauf geschuldet; Halbmarathon startet 1,5 h vor dem Marathon; vereinzelte Stimmungsnester aus Bühnen mit Moderation, Bands, Trommlergruppen, etc.; Warum gibt es bei einem Marathon in Köln keine Spielmannszüge, die musizieren?!

Leistungen:   [ok!] – qualitativhochwertiger Mehrweg-Kleiderbeutel- Rucksack  mit Kölsch-Glas; Weingummis, Studentenfutter, Dose RedBull und überflüssig vielen Werbeflyern; Veranstaltungsshirt optional; topschicke Medaille; online-Urkunde;

Verpflegung:  [super!] – Strecke: Wasser, Bananen und vereinzelt ISO, ab km 31  Cola und Dextro-Gels; Nachzielverpflegung:  umfangreich und abwechslungsreich Angebot – von Blutwurst bis halbe Eier mit Remoulade, Stullen mit Butter und Schmalz, Laugenstangen, Quarkbällchen, Müsliriegel und sicherlich noch diverse andere Leckereien;

Preis:   [naja!] – In der Frühphase (01.10.-31.12.2017) der Anmeldung 69 € (ohne Shirt); € 111,00 für Nachmeldungen nur noch unverschämt; Preisstaffelung in 10 €-Schritten; im Vergleich zu anderen Städtemarathons im gehobenen Preissegment;

Wetter:   [top!] – morgens bisschen trüb-neblig dadurch etwas kühler, im weiteren Tagesverlauf Sonne im Überfluss mit teilweise spürbaren Wind; Temperatur 12-18°C;


Gesamturteil:                     [~*  4,8 von 5 Sterne  *~]

Die 21. Austragung des RheinEnergie Marathons in der mit über einer Millionen einwohnerstärksten Stadt NRWs war mal wieder ein großartiges Laufevent. Dank der Jubiläums-Teilnehmerzahlen war der Köln Marathon 2016 die viert größte Laufveranstaltung in Deutschland und mit 5099 Marathonis gleichzeitig auch der viertgrößte Marathon Deutschlands. Dennoch kann ich die vollkommene Begeisterung über den Marathon in der Domstadt, die ich von vielen gehört und in den sozialen Netzwerken gelesen habe, nicht wirklich teilen. Woran das genau liegt, kann ich aber allerdings nicht wirklich sagen.

Organisatorisch ist alles auf hohem Niveau, alles läuft reibungslos, die Medaille ist todschick, die Verpflegung auf der Strecke mit Gels ab Kilometer 31 top und auch die Nachzielverpflegung ist auf jeden Fall überdurchschnittlich. Aber irgendwie werde ich mit Köln trotzdem nicht warm. Irgendwie ist die Stimmung nicht so wie ich sie in Köln erwarten würde – die Strecke hat einen großen Wendestreckenanteil und verläuft dabei teilweise auf überbreiten Straßen durch menschenleere Gegenden, was bei einem Landschaftslauf der Charakteristik des Laufes geschuldet ist, sollte bei einem betongrauen Städtemarathon unbedingt vermieden werden.

Auch schon bei meinem ersten Marathon am Dom sind mir diese Kritikpunkte aufgefallen. Die Streckenmodifizierung, die in diesem Jahr Stimmung und Zuschauerzahlen optimieren sollte, haben bei dem Problemen nicht wirklich Abhilfe schaffen können und das liegt meiner Meinung nach daran, dass der Zuschauer- und Stimmungsmangel hausgemacht ist. Denn würde man den Halbmarathon nicht eine Stunde vor dem Marathon starten lassen, sondern andersrum den Marathon vor dem Halbmarathon, dann wären beim Finish der Marathonis auch noch volle Straßen vorzufinden.

Vielleicht habe ich auch aufgrund der Karnevalsbilder und der daraus resultierenden Assoziationen stimmungstechnisch zu hohe Erwartungen an einen Marathon in Köln – meine persönliche Empfindung und die objektiv vorzufindenden Gegebenheiten passen jeden Falls nicht zueinander. Mit persönlichem Köln-Bezug, der mir komplett fehlt, würde der Blick durch die rosarote Brille vielleicht auch zur vollen Begeisterung führen?! Trotz meiner persönlichen Aversion ist der Köln-Marathon natürlich weiterzuempfehlen.


In dem Sinne keep on Running & Rock ’n Roll


M2K2-Einleitung                                                                                       M2K2-Chronologisch

zum ausführlichen Erlebnisbericht hier klicken – noch nicht verfasst!!!

 

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Über SohlenRocker

Irgendwas zwischen laufverrücktem Kilometerfresser & multibewegtem Blogger - die Familienpackung Laufschuhe geht pro Jahr drauf?! Ansonsten naturverbunden, outdoorbesessen, wissbegierig, sozialverträglich & irgendwie auch ewiger SocialMedia-Neu-Entdecker...
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