Kurz, knapp & bündig aus der Rubrik Mein Marathon Kriterien Kompass (18): 47. TCS NEW York City Marathon 2017

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Organisation:   [perfekt/ vorbildlich!] – Kommerzveranstaltung von Anfang bis Ende; durchgeführt und organisiert von den NYRR; über 51.000 Starter; über 2 Millionen Zuschauer; alles wenige Tage nach dem Terroranschlag; hatte immer den Eindruck, dass alles Mögliche für unsere Sicherheit getan wird, ist natürlich nur ein Gefühl; aber hier hat alles Hand und Fuß, alles ist bis ins kleineste Detail geplant, von der Messe über die Eröffnungszeremonie mit gigantischem Feuerwerk, die Pasta-Party in der Tavern on the Green, dann das Finish im Central Park, der Nachzielbereich mit den Thermodecken und den PONCHOS; es ist zwar einiges mit Warteschlangen verbunden, aber ganz ohne lassen sich solche Menschenmassen dann wohl auch in NY nicht stemmen;

An-/ Abfahrt:   [maximal/ ökologisch bedenklich!] – über 6000 km; 9h Flugzeit mit der Lufthansa in einem AIRBUS A330-300; + 6h Zeitverschiebung;

Strecke:   [großartig!] – kein Rundkurs; Lauf von A nach B durch die 5 Boroughs, über 5 Brücken in der geilsten Stadt der Welt; ausschließlich über Straßen; mit ordentlich Höhenmetern gespickt; am Ende kommen um die 400 HM zusammen; Finish im Central Park;

Highlights:   [einmalig!] – ohne Worte!!! die ganzen 5 Tage waren ein großes Highlight; in NY wird Marathon gelebt!!!! Stimmung während der Woche und vor allem am Marathontag unbeschreiblich; hier jagt ein Highlight das nächste; Eröffnungszeremonie, Pastaparty, Vorstartbereich im Fort Wadsworth, der Startschuss mit Kanone, Start auf der Verrazano-Narrows-Bridge; Brooklyn, Queens, Bronx, Manhattan, Central-Park – ich wüßte gar nicht, wo ich anfangen soll; die Medaille ist der Hammer, die Begeisterung der Millionen von Zuschauern; die Helfer von der Messe bis zum Verlassen des Zielbereichs grandios; jeder wird so supportet als würde er auf dem Weg sein, einen neuen Weltrekord aufzustellen;

Zuschauer/ Stimmung:   [filmreif!] – an der Strecke, im Läuferfeld, die freiwilligen Helfer; selbst die Cops, die an der Strecke stehen, klatschen die Läufer ab, applaudieren, gehen mit ab; weit über2 Mio. Zuschauer an der Strecke; vom kompletten Orchester, über Bands die Livemusik spielen, Rapper die das Micro rocken, DJs an Plattentellern, ein kompletter Gospelchor vor einer Kirche, zig Trommlergruppen und überall begeisternde und frenetisch feiernde Zuschauer mit Schildern, Glocken, Rasseln, teilweise verkleidet und immer extrem laut; die Zuschauer tragen einen mit ihrem Support förmlich über die Strecke; was hier abgeht, ist mit nichts zu vergleichen – absoluter Wahnsinn, die völlige Eskalation, unmöglich in Worten zu beschrieben, muss man erleben;

Leistungen:   [komplett!] – Eröffnungszeremonie mit Feuerwerk, Pasta-Party, Langarm-Shirt von New Balance, Programmheft, Startnummer, rundum-Verpflegung im Marathon-Dorf vor dem Start, Medaille, Urkunde und Ergebnisheft per Post, Poncho, Wärmedecke, Lunchbeutel, Verpflegung und Support auf der Strecke, Gels bei km 30; einmaliges Marathonerlebnis;

Verpflegung:  [super!] – Pasta-Party: Pasta vom Feinsten, 2 Dosenbier, Apfel, Knabberzeugs (aber 32$ für Begleitpersonen); vor dem Start: mit Kaffee, Kakao, Wasser, PowerBar-Riegel, Gels, Bagels; auf der Strecke: Gatorade-Endurance, Wasser, zwischendurch Bananen, gegen km 30 PowerBar-Gels, teilweise von den Bewohnern, Zitrusfrüchte, Kekse, Salzgebäck und diverses mehr; Nachzielverpflegung: Lunchtüte mit Salzbrezeln, Gatorade, Proteindrink, Powerbarriegel, Wasser;

Preis:   [schmerzhaft -Augen zu und durch!] – 358,00 USD – da sind die 120€ für den Berlin-Marathon ein regelrechter Schnapper, aber was hier abgeht, da lohnt sich selbst der Preis; und in NY ist alles teuer;

Wetter:  [ok!] – temperaturtechnisch war es angenehm; so um die 12°C; leider mit Hochnebel und durchgehenden Nieselregen; dadurch verminderte Sicht von den Brücken, geringere Zuschauerzahlen;


Gesamturteil:                 [~* Überdosis Marathon *~]

Der NY-Marathon hat meine Erwartungen noch um einiges übertroffen und neue Maßstäbe gesetzt. Es ist der absolute Wahnsinn was hier in der Marathonwoche abgeht. Wer die finanziellen Möglichkeiten hat und eine Affinität zum Marathonlaufen oder die nur einen Marathon in ihrem Leben laufen wollen, die sollten sich diesen Lauf unbedingt mindestens einmal im Leben gönnen. In New York ist alles größer, die Wolkenkratzer, die Autos und auch alles was den Marathon anbelangt – das fängt auf der Messe im Jacob Javits Center an, die vielleicht noch mit der EXPO in Köln in der LANXESS-Arena oder der Berlin-Vital am Flughafen Tempelhof (annähernd) vergleichbar ist, die Zuschauermassen sind gewaltig und natürlich die 51000 Starter machen das Ganze zu einem Spektakel der besonderen Art.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Marathons ist die Strecke des NYCMs kein Rundkurs sondern führt von Staten Island über Brookly, Queens, Manhattan und nach einem kurzen Abstecher in die Bronx geht es über Harlem in den Central Park, wo letztendlich das Ziel in unmittelbarer Nähe zur Tavern on the Green liegt, wo in der Marathonwoche auch die Statue von Fred Lebow, dem NYCM-Renndirektor von 1970 bis 1993 steht. Die Streckenführung führt den Läufer also durch alle fünf Stadtteil New Yorks, wobei der Startbereich am Fuße der Verrazano Bridge mit der riesigen Wartearea am Fort Wardsworth und selbst schon die Busfahrt dorthin ein Erlebnis für sich sind. Die begeisternden Massen in den Straßen von Brookly, die Juden in Williamsburg und dann nochmal die Steigerung, wenn es von der Queensboro-Bridge auf die 1st Avenue in Manhattan geht…

Auch eine Woche danach versuche ich immer noch vergebens die passenden Worte zu finden, um das Erlebte irgendwie blogtechnisch festzuhalten. NY als Stadt bietet dem Marathon eine ehrwürdige Kulisse, die vermutlich nicht zu toppen ist. NY ist die größte Stadt der Welt und das spiegelt sich in jedem Fall auch beim Marathon wieder. Ich würde behaupten dieses Marathon-Erlebnis wird auf Lebzeiten, eins meiner intensivsten bleiben und ich hoffe irgendwann nochmal zurückkehren zu können – vielleicht bei meinem 100. Marathon?! Eins ist auch klar, dass es die auf diesen Marathon folgenden Marathons nach dem Erlebten verdammt schwer haben werden – vor allem in Punkto Stimmung und Zuschauer – auf meiner Skala ist wohl kein Platz mehr nach oben.


In dem Sinne keep on Running & Rock ’n Roll


M2K2-Einleitung                                                                 M2K2-Chronologisch

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– !!!  NYCM-Erlebnisbericht  !!! –

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Über SohlenRocker

Irgendwas zwischen laufverrücktem Kilometerfresser & multibewegtem Blogger - die Familienpackung Laufschuhe geht pro Jahr drauf?! Ansonsten naturverbunden, outdoorbesessen, wissbegierig, sozialverträglich & irgendwie auch ewiger SocialMedia-Neu-Entdecker...
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4 Antworten zu Kurz, knapp & bündig aus der Rubrik Mein Marathon Kriterien Kompass (18): 47. TCS NEW York City Marathon 2017

  1. Pingback: Mein Marathon-Kriterien-Kompass: Nach dem Lauf ist vor dem Lauf – the hopefully never ending story | sohlenrocker

  2. Belana Hermine schreibt:

    Man kann die Einmaligkeit des Erlebnisses durch Deinen Bericht hindurch spüren 🙂 Danke!!!

    Gefällt 1 Person

    • SohlenRocker schreibt:

      Sehr gerne, auch wenn ich mir fast sicher bin, dass es noch nicht annähernd das rüberbringt, wie es tatsächlich gewesen ist – ein 120 h dauernder Tagtraum mit kurzen Ruhephasen – die Einmaligkeit des Erstenmals hat auf der einen Seite was ganz speziell Faszinierendes, auf der anderen Seite aber zugleich auch etwas tief Trauriges, weil es nicht mehr wiederholbar ist… 😉

      Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Kurz, knapp & bündig aus der Rubrik Mein Marathon Kriterien KOMPASS (23): Der 45. BMW Berlin Marathon 2018 | sohlenrocker

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