Tierwelt in New York City: Langstreckenläufer meets tierischen Langstreckenflieger – Part TWO – der Monarchfalter

Schon vor längerer Zeit hatte ich von meiner Begegnung mit dem kleinen Fitis berichtet, der eine unliebsame Bekanntschaft mit dem Küchenfenster gemacht hatte. Nachdem ich den kleinen Flattermann zum Schutz vor der dicken Nachbarskatze auf den Tisch gesetzt hatte, konnte er dort bei Haferflocken und Wasser etwas verschnaufen und ist kurzdarauf auch glücklicherweise wieder weitergezogen.                          [445 more words]

Monarchfalter NYC Collage II

Bei meinen nachträglichen Recherchen zu dem mir gänzlich unbekannten Vogel habe ich dann erfahren, dass der Fitis ein „Langstreckenzieher“ ist, der Distanzen von bis zu 13.000 Kilometern zurücklegen muss, um die afrikanischen Quartiere zum Überwintern zu erreichen. Diese bei der Größe des Vogels schwer vorstellbare Leistung hatte mich damals total fasziniert und verblüfft zurückgelassen. Wie ist es möglich, dass so ein kleines Leichtgewicht Distanzen von bis zu 13.000 Kilometer fliegen kann, wenn es hier zu Lande wintert – wenn das nicht mal eine sportlich beeindruckende Leistung ist!

Mindestens genauso begeistert bin ich von der Leistung einer Spezies, die ich vor kurzem zufälligerweise im Vorbeigehen beim Hotspot-Hopping am Big Apple entdecken konnte. Es handelt sich hierbei um eine als Monarchfalter oder Amerikanischer Monarch bekannte Falterart, die wie auch der Fitis zum Überleben im Winter ihren normalen Lebensraum verlässt und eine extreme Strecke zurücklegen muss. Der Monarchfalter mit wissenschaftlichem Namen Danaus plexippus ist nämlich ein Wanderfalter, der in weiten Teilen der Welt vorkommt. In Amerika unterscheidet man in eine westliche und eine östliche Population, die sich durch ihren primären Lebensraum und ihre bevorzugten Winterquartiere unterscheiden.

Während die westliche Population optimale Bedingungen zum Überwintern in Kalifornien finden, fliegt die östliche Population, die den Osten von Kanada und den USA besiedelt bis in ein kleines Waldgebiet in der Sierra Nevada nach Mexiko, was einer Strecke von bis zu 4.000 Kilometern entspricht. Das beeindruckende bei dieser Begegnung war für mich zum einen dass ich solch farbenprächtige Falter zuvor absolut nicht im Betondschungel von New York erwartet hätte und noch vielmehr die Tatsache, dass diese Schmetterlinge zum Überwintern vergleichbar zu unseren europäischen Zugvögeln Distanzen von bis zu 4000 Kilometer zurücklegen können, um auf diesem Wege ihre Winterquartiere in der mexikanischen Sierra Nevada zu erreichen.

Monarchfalter NYC Collage I

Ich war leicht irritiert als ich in einem Blumenbeet am Südzipfel von Manhattan eine Ansammlung von 20 Individuen an einer blütenreichen mir unbekannten Pflanze entdeckt hatte. Aber klar, aufgrund ihrer suboptimalen Bauweise sind die Schmetterlinge bessere Gleiter als Flieger, und da das Fliegen mit einem hohen Energiebedarf einhergeht, sind sie auf regelmäßige Nektarquellen angewiesen. Und da das Angebot an blütenreichen Pflanzen gerade hier in New York nicht wirklich üppig sein wird, lässt sich auch die lokale Ansammlung erklären. Vermutlich sind diese Exemplare sogar gerade auf ihrem Flug nach Mexiko und haben hier einen Zwischenstopp zum Nektarnachtanken eingelegt, bevor es weiter gen Süden geht.

Die bei meinen Post-Recherchen zum Monarchfalter gefundenen Hintergrundinfos haben also gezeigt, dass es nach meinem „Treffen“ mit dem Langstreckenzieher Fitis zu einer erneuten Begegnung zwischen mir als Langstreckenläufer und einem tierischen Langestreckenflieger gekommen ist, wobei die Erkenntnis, dass auch Insekten ein vergleichbares Wanderverhalten wie unsere Zugvögel zeigen, mir vorher überhaupt nicht bekannt gewesen ist.


Tierwelt in New York City – Teil 2 – das Grauhörnchen…


Und denkt dran – mit offenen Augen sieht man mehr…

in dem Sinne Rock ’n‘ Roll

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Über SohlenRocker

Irgendwas zwischen laufverrücktem Kilometerfresser und multibewegtem Blogger, aber eine Familienpackung Laufschuhe geht pro Jahr drauf?! Ansonsten naturverbunden, outdoorbesessen, wissbegierig, pflegeleicht, sozialverträglich & irgendwie auch ewiger SocialMedia-Neu-Entdecker...
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2 Antworten zu Tierwelt in New York City: Langstreckenläufer meets tierischen Langstreckenflieger – Part TWO – der Monarchfalter

  1. Linsenfutter schreibt:

    Da sieht man mal wieder, zu welchen Leistungen die Natur im Kampf ums Überlegen fähig ist. Das verdient unseren Respekt. Super Beitrag.

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Animal | sohlenrocker

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