My Advent Calendar New York City Marathon 2017 *limitierte spezial Edition* 26.2 Meilen bis ins Ziel und 16 Tage bis Heiligabend: Türchen [~8~]

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Eins steht jetzt schon fest – nur noch eine Meile und die 4th Ave gehört endgültig der Vergangenheit an. Seit nunmehr fünf Meilen führt sie mich durch den von mir zuvor nie gesehenen New Yorker Stadtteil Brooklyn. Auf diesen Meilen durfte ich eine Menge über Brooklyn erfahren, die Häuser haben sich krass verändert, sie wurden nach und nach moderner und höher, aber die unterschiedlichen Menschen, die in den verschieden geprägten Vierteln an der Strecke standen, hätten gleicher nicht sein können – alle waren enthusiastisch, frenetisch und durchweg liebenswertalle ohne Ausnahme.

Auch wenn es bis zur Verabschiedung unserer treuen Begleitern der 4th Avenue noch ein Stück zu laufen gilt, so endet zumindest die nummerische Zählweise der kreuzenden Straßen schon recht bald, da wir uns aktuell auf der 3rd Street befinden und in Richtung abnehmender (Norden) Straßenzahlen laufen. Die weiteren auf der West-Ost-Achse angelegten Straßen tragen dann so gewöhnliche Namen wie Garfield St, Carrols St, President St, Union St, Sackett St, Degraw St, Butler St, Baltic St, Warren St, Bergen St, Dean St, Pacific St und Atlantic St – ich denke ihr habt verstanden, was ich meinte?!

Stadtteiltechnisch bewegen wir uns weiterhin als Grenzgänger zwischen den beiden Stadtteilen GOWANUS und PARK SLOPE und kommen gegen Ende der Meile dann nach BOERUM HILL rein.

Foto-Collage von Meile 8 beim New York City Marathon 2017
Foto-Collage von Meile 8 beim New York City Marathon 2017

An der Atlantic Street kurz bevor wir den Horizontanker von Meile 8 erreichen, gewährt uns die Streckenführung einen Blick auf das Barclays Center, das auch unter dem Namen Pacific Park bekannt ist. In der Multifunktions-Arena werden neben Konzerten auch die Heimspiele der New York Islander aus der NHL ausgetragen, aber auch NBA-Basketball oder andere Hallensportarten durften schon vom Publikum bestaunt werden. Persönlich interessant fand ich die Info, dass die Halle am 28. September 2012 mit einem Konzert des Rappers Jay-Z eröffnet wurde. Was so toll überhaupt erst einmal nicht ist, da stimme ich Euch absolut zu, wenn Jay-Z nicht Alicia Keys dazu überreden konnte, eines der geilsten Lieder über NEW York mitzusingen – Empire State of Mind – das ich, seitdem feststand, dass ich den NYC-Marathon laufen werde, gefühlt jeden Tag mindestens einmal gehört hatte und bei dem ich bei der Parade der Nationen im Rahmen der Eröffnungs-Zeremonie noch am Freitag (03.11.2017) im Central Park eine mittelschwere Gänsehaut-Attacke bekommen habe.

Bei dem markanten Gebäude, das uns seit über einer Meile wie ein Leuchtturm am Horizont den Weg gezeigt hatte, handelt es sich um den Williamsburgh Savings Bank Tower. Der Tower steht am Hanson Place zwischen Ashland Place und St. Felix Street und hat 37 Stockwerke. Mit einer Höhe von 156 Metern war es bis 2010 das höchste Gebäude von Brooklyn. Seit dem Ende der Umbaumaßnahmen 2008 bei denen luxuriöse Eigentumswohnungen entstanden sind, wurde das Gebäude in One Hanson Place umbenannt. Die Ziffernblätter der vier Uhren haben einen Durchmesser von über 5 Meter und waren bei ihrer Installation die größten der Welt. Auch wenn ich zugeben muss, dass mir die Besonderheit der riesigen Uhren am Marathontag nicht sofort aufgefallen ist, was aber vermutlich damit zusammenhängt, das auf den Straßen mal wieder die völlige Ektase ausgebrochen ist – das ist der absolute Hammer, was hier abgeht, das ist einfach nur großes Kino!!!

Vor lauter Jubel, Trubel und Heiterkeit entlang und auf der Strecke habe ich zu Beginn von Meile 8 – auf Höhe der 3rd Street – vermutlich einen der geschichtsträchtigsten, wenn nicht sogar den geschichtsträchtigsten Ort der USA übersehen, von dem ich ohne meiner post-Recherchen sicherlich noch nicht einmal erfahren hätte. Denn im Washington-Park, zwischen der 3rd an 4th Street, steht ein wieder aufgebautes Steinhaus, damals natürlich im Original, das schon im Jahre 1776 bei der Schlacht von Brooklyn dort gestanden haben soll und in dem einige Jahre später bei der Gründung der Brooklyn Dodgers Sportgeschichte geschrieben werden sollte..

Bei dem Gebäude handelt es sich um das Old Stone House (Vechte–Cortelyou House), das im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg eine Rolle während der mitkriegs-entscheidenden Schlacht gehabt hat. Kriegsentscheidend war diese Schlacht deshalb, weil eine zahlenmäßig aussichtslos kleine Truppe, die sogenannten Maryland 400 (es waren wohl aber nicht 400, sondern allenfalls 260 bis 280, von denen 256 gefallen sind) unter hohen Verlusten die überlegenen britischen Kontinentaltruppen so lange aufhalten konnten, bis sich die Truppen von General George Washington, die drohten in ein Hinterhalt zu laufen, verlustfrei nach Staten Island zurückziehen konnte, um bei einer späteren Schlacht den Krieg zu Gunsten der amerikanischen  Freiheitskämpfer zu entscheiden. Die Märtyrer gingen als die Maryland 400 in die Geschichte des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs (1775 bis 1783) ein.

Wie schon erwähnt ist auch sportgeschichtlich ist in der Folgezeit auf diesem Flecken Brooklyner Erde einiges passiert. Fast einhundert Jahre später im Jahr 1883 wurde hier an gleicher Stelle die Baseball-Mannschaft Brooklyn Superbas gegründet, die ihre Heimspiele im neu errichteten Stadien mit dem Namen Washington Park ausgetragen haben und aus denen zu einem späteren Zeitpunkt die erfolgreichen Brooklyn Dodgers entstanden sind, die in ihrer Vereinsgeschichte mehrmals die nationale Baseball-Meisterschaft gewinnen konnten. Die Replik des Old Stone House wurde während dieser sportlich geprägten Phase bis zum Umzug der Dodgers zum Ebbet Field als Clubhaus genutzt. Der Washington-Park zählt somit zu den ältesten Baseballstadien in New York und Überreste davon, lassen sich im Park bestaunen…


in Türchen Nr. 9 wartet schon morgen Meile 9

Kalender waagerecht


in dem Sinne Rock ‚N‘ Roll & eine gechillte Adventszeit…

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Irgendwas zwischen laufverrücktem Kilometerfresser und multibewegtem Blogger, aber eine Familienpackung Laufschuhe geht pro Jahr drauf?! Ansonsten naturverbunden, outdoorbesessen, wissbegierig, pflegeleicht, sozialverträglich & irgendwie auch ewiger SocialMedia-Neu-Entdecker...
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