My Advent Calendar New York City Marathon 2017 *limitierte spezial Edition* 26.2 Meilen bis ins Ziel und 11 Tage bis Heiligabend: Türchen [~13~]

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Meile 13 führt uns durch den Nordzipfel von Brooklyn. Hier liegt der Stadtteil  GREENPOINT, der im Westen an den East-River, im Norden an den Newtown Creek und in Südwesten an WILLIAMSBURG grenzt. Bei einer aus dem Jahre 2000 durchgeführten demografischen Erhebung gaben 44% von den 40.000 damals hier lebenden Menschen an, polnischer Abstammung zu sein. Demnach ist GREENPOINT nach Chicago die Heimat der zweitgrößten polnischen Community in Amerika und wird deswegen auch als Kleinpolen oder „Little Poland“ bezeichnet. Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht verwunderlich, dass die polnische Zeitung Nowy Dziennik hier in polnischer Muttersprache erscheint.

Die erste Hälfte von Meile 13 verläuft über die Manhattan Avenue, die an nicht-Marathon-Tagen eine befahrene Einkaufsstraße mit relativ breiten Bürgersteigen ist. Die hiesigen Gebäude verfügen über maximal drei bis vier Etagen – wobei das Erdgeschoß ausschließlich als Ladenverkaufsfläche genutzt wird. Und in den Läden findet sich so wirklich alles, was man im Alltag braucht oder eben nicht. Vom Optiker, Friseur, dem Liquor-Shop für harte Spirituosen, dem Chiropraktiker bis hin zum 99-Cent-Laden und allerlei anderer Shops und Imbisse ist hier wirklich alles vertreten. Und wie schon des Öfteren auf den zurückliegenden Meilen, bietet sich auch hier ein Gebäude an, dass aufgrund seiner Höhe im Vergleich zu den restlichen Gebäuden in seiner unmittelbarer Nähe unseren Blick auf sich zieht und uns für einige Meter als Horizontanker dient, bis wir an ihm vorbeigelaufen sind.

Da es hier im Teil von New York noch keine Hochhäuser zugeben scheint –  ist es mal wieder ein sakrales Gebäude, das höhentechnisch hervorsticht – und hier in GREENPOINT ist es der Kirchturm des St. Antonius-St. Alphonsus Kirchengebäudes. Je weiter wir uns dem Kirchturm nähern, desto deutlicher lässt sich die neugotische Architektur erkennen. Die Kirche, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus roten Ziegeln und weißem Kalkstein erbaut wurde, verfügt über einen Kirchturm mit einer Höhe von rund 75 Metern, passt aber für meinen Geschmack irgendwie so gar nicht zu der renovierungsbedürftigen Bausubstanz im Umfeld.

Foto-Collage von Meile 13 beim New York City Marathon 2017
Foto-Collage von Meile 13 beim New York City Marathon 2017

Kurz bevor wir die Manhattan Avenue verlassen, befindet sich noch die 20-Kilometer-Marke. Beim rechts-Schwenk an der Kreuzung von Manhattan Avenue und Greenpoint Avenue wird uns dann mal wieder ins Bewusstsein gerufen, dass es absolut keine Selbstverständlichkeit ist, dass diese Veranstaltung hier und heute nach den Geschehnisse vom Wochenbeginn stattfindet. Zwar waren auch die vorherigen Kreuzungen alle schon gesichert, aber eine so massive Straßensperre aus drei mit Sand beladenen LKWs, dass es so gravierend auffällt, das kam dann doch seltener vor. Klar man hat zwischendurch natürlich auch die verstärkte Präsenz schwerbewaffneter Sicherheitskräfte wahrgenommen, das war aber eher ein latent und unterbewusstes Wahrnehmen. Und wenn man ehrlich ist, dann sind das im Grunde alles auch nur kurzfristig einberufene Maßnahmen, um zumindest das subjektive Sicherheitsgefühl zu steigern, ob es die Sicherheit objektiv wirklich steigern konnte, das würde ich wohl bezweifeln. Und alles nur wegen dem Bekloppten, der vor fünf Tage mit seinem gemieteten Van über den Radweg an der Südspitze von Manhattan gefahren ist und dabei acht Menschen getötet und elf schwer verletzt hat – echt krank, wo wir wieder bei denen wären, den das zu viel an Religion irgendwie auf das Zentralhirn drückt!

Und wenn was auf dieser Meile durch GREENPOINT besonders aufgefallen ist, dann sind es die vielen polnischen Nationalflaggen, die vor allem am Ende am Streckenrand verteilt zu beobachten waren. Besonders engagiert waren die Leute vom Polska-Running-Team, die ihren Stand kurz vor der Pulaski Bridge aufgebaut hatten und die Läufer lautstark angefeuert haben. Der angrenzende VP wurde ebenfalls von ihnen betreut. Und hier kam es dann auch zu einer lustigen Begegnung als mir eine der Helferinnen einen Becher mit ISO gegeben hatte und ich mich darauf auf Polnisch bedanke, so wie man es mir vor langer Zeit mal beigebracht hatte: „Dziękuję bardzo! Worauf sie ein wenig überrascht mit einem „Jesteś z Polski? erwidert und ich mit einem „Nie, jestem z Niemiec!! antworte. Danach war sie noch verwirrter und meinte nur noch: „enjoy and have fun“. Lustig, dass gerade hier in den Staaten meine Exkursionen in die polnische Sprache zur Anwendung kommen sollten…

Wie schon auf Meile 12 befindet sich auch auf der 13. Meile an so manch einer Häuserwand ein faszinierendes Graffiti-Kunstwerk – die sich bei dem überwiegend grauen Wetter neben der grandiosen Stimmung und Begeisterung der Zuschauer, die auf dieser Meile allerdings vergleichsmäßig ruhiger ausgefallen ist, wie ein bunter Farbklecks positiv auf meine Stimmung auswirkt. Möglicherweise hing die reduzierte Stimmung auch damit zusammen, das wir zunächst auf der Manhattan Ave durch die kleine City gelaufen sind und dann über den kurzen Abschnitt auf der Greenpoint Avenue auf den viel breiteren McGuiness Boulevard gewechselt sind. Und hier auf dem McGuiness Boulevard, der ein Zubringer auf die Pularski-Bridge darstellt, hat sich die auch die Umgebung grundlegend zu viel mehr Industrie und weniger Geschäften hin entwickelt, wodurch alleine aus diesem Grund weniger Publikum an der Strecke gewesen ist.

Die 13-Meilen-Markierung liegt bereits auf der Auffahrt zur Pulaski-Bridge. Von den beiden Auffahrten der Brücke ist nur die linke für die Läufer geöffnet. Die Steigung ist minimal und nicht mit der von der Verrazano-Bridge zu vergleichen. Die Sicht auf Manhattan, die man eigentlich von hier aus gehabt hätte, wenn das Wetter etwas besser gewesen wäre, ist so wie von der Verrazano-Bridge leider so gar nicht zum Genießen. Nebel und Sprühregen limitieren die Blickweite erheblich, was bei mir ein wenig auf die Stimmung drückt, aber sich wegen dem Wetter die Tour vermiesen lassen? Kommt gar nicht in Frage, dabei würde mich das Wetter auch eigentlich überhaupt nicht stören, halt nur die Tatsache, dass uns wie auch schon auf der Verrazano-Bridge die Weitsicht verwehrt bleiben sollte und die Erinnerungsfotos so genial gewesen wären.

Ich kann das Halbmarathontor bei 13.1 Meilen schon sehen, soweit reicht die Sicht zum Glück dann doch noch. Mit der 13.1-Markierung endet auch gleichzeitig unser Besuch im fanszinierenden Brooklyn – ganze elf Meilen absolut spannend.interessante und vor allem abwechslungsreiche Meilen habe ich von diesem beeindruckenden Teil von New York sehen und erleben dürfen und wenn ich ganz ehrlich bin, dann habe ich mich ein wenig in diesen Stadtteil verliebt. Jetzt liegen nur noch 13,1 Meilen vor mir – take care of yourself BROOKLYN – als nächstes geht es nach LONG ISLAND CITY in QUEENS – nach STATEN ISLAND und BROOKLYN dann schon der dritte von insgesamt fünf New Yorker Stadtbezirken…


Türchen Nr. 14 wartet schon Morgen mit Meile 14

Kalender waagerecht


in dem Sinne Rock ‚N‘ Roll & eine gechillte Adventszeit…

Über SohlenRocker

Irgendwas zwischen laufverrücktem Kilometerfresser & multibewegtem Blogger. Ansonsten naturverbunden, outdoorbesessen, wissbegierig, sozialverträglich und ewiger SocialMedia-Neu-Entdecker...
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