Läuferische Besteigung des einst Unbesteigbaren – wir Rocken den Brocken – 42.195 erlebnisreiche Meter beim 40. Harz-Gebirgslauf: Nachbericht zum Brocken-Marathon 2017

Headerbild Brocken Marathon 2017

| Brocken-Marathon | Wernigerode | 13./14. Oktober 2017 |

Veranstaltungsflyer HGL 2017

offizieller Flyer 2017 [Quelle: Homepage des Veranstalters]

Allgemeine Informationen zum Brocken Marathon wie die offizielle Strecke, das Höhenprofil oder meine persönlichen Planungen sind im Beitrag „Vorbericht“ unter diesem Link abrufbar.

Vorweg geht ein riesiges Dankschön raus an Frank den Wartbergläufer, der mir seinen Startplatz selbstlos und kostenneutral überlassen hat. Ohne Deinen Startplatz wäre mein Harz-Erlebnis definitiv weniger intensiv ausgefallen – also nochmals Danke und Dein Wichtel-Überraschungspaket sollte bei Dir  auch mittlerweile schon angekommen sein, obwohl dazu gesagt werden sollte, dass ich das Paket erst vor 14 Tagen (Info: Es war Mitte Februar 2018) endlich abgeschickt habe, wobei natürlich alles schon seit Langem zum Absenden bereit lag. Naja, Viva la Prokrastination – aber besser spät als nie und gut Ding brauch ja bekanntlich immer etwas länger…                              [7320 more Words]


Headerbild Brocken Marathon 2017

Vorbericht zum Brocken Marathon 2017

Marathon-Kompass zum Brocken Marathon 2017

Bewegte Bilder mit Musik zum Brocken Marathon 2017

Medaille zum Brocken Marathon 2017


Auf nach Sachsen-Anhalt in „die bunte Stadt“ im Harz…

Um 12:35 Uhr steht Thorsten unterwartet früh vor der Tür, so früh, dass meine endgültige Taschenpackung noch nicht final beendet ist. Außerdem bin ich gerade dabei mir einen Teller Nudeln einzuverleiben, aber es kann ja auch niemand erahnen, dass er heute entgegen des normalen Trends mal überpünktlich vor der Tür stehen wird, was vor allem daran liegt, dass er möglichst früh von zu Hause weg wollte. Naja was soll es?! Ich bin um 13.00 Uhr, genauso wie  zuvor abgesprochen war, dann auch fertig, sodass es endlich losgehen kann.

Allerdings war die Uhrzeit von uns mal wieder alles andere als klug durchdacht, weil wer sich Freitagmittag auf die Autobahnen durch das Revier begibt, gerät unweigerlich in einen der omnipräsenten Feierabend-Wochenend-Staus. Uns erwischt es irgendwo bei Dortmund und verlängert die Fahrtzeit um über eine Stunde. Dieser schleppende Fortschritt durch den zähfließenden Verkehr nagt mit der Zeit zunehmend an den Nerven und auch der restliche Weg verläuft auch alles andere als flüssig.


Ende im Gelände – offenes Feld voraus…

Das Navi erspart uns ein ums andere Mal den drohenden Stau und navigiert uns alternativ über die Dörfer in Richtung Zielort Wernigerode. Klar sind die Alternativroute alles andere als die ideale Route, aber immerhin weniger nervend als auf der Autobahn zu stehen und in der Blechlawine gefangen zu sein. Eins ist zumindest auch klar, dass die Dörfer, durch die wir zufällig gelotst werden, ihre besten Jahre lange hinter sich haben und es hierher nur sehr wenige Menschen in den letzter Zeit hin verschlagen hat. Ich fühle mich irgendwie an die Szenerie aus einem schlechten Horrorfilm erinnert. Jetzt eine Autopanne und es ist um uns geschehen.

Von viele der Gebäude und Höfe, an den wir vorbeifahren, haben mindestens einen Sommer zu viel erleben müssen, vieles ist baufällig bis renovierungsbedürftig. An einigen Gebäuden hat der Zahn der Zeit schon so stark genagt, dass die Dächer  eingestürzt sind. Aber abgesehen von der Bausubstanz geht es über die Kurvenreichen und hügligen Landstraßen fahrtechnisch recht fortschrittlich vorwärts. Auch wenn es von der Strecke her länger dauert, so nehmen die noch zurückzulegenden Kilometer doch kontinuierlich ab.

Festfahraktion Brocken Marathon Hinfahrt 2017

Doch dann wird uns die Weiterfahrt abrupt durch eine Tagesbaustelle versperrt, die das Navi natürlich nicht auf dem Schirm hatte. Woher soll das Navi auch von einer Vollsperrung auf irgendeiner Dorfstraße irgendwo im Nirgendwo wissen? Auf Nachfragen des dort noch anzutreffenden Bauarbeiters, der augenscheinlich kurz davor war das Wochenende einzuläuten, heißt es nur, dass es hier nicht weitergeht.  Daraufhin erklärt er uns zunächst den Weg zurück ins Dörfchen und den weiteren Weg zur Umgehung der gesperrten Straße. Im Dorf angekommen sollen wir die nächste rechts nehmen – gesagt getan und wir befinden uns auf einem nicht wirklich Vertrauen weckenden Waldweg – denken uns aber zunächst nichts weiter, da am Boden auf jeden Fall Autospuren zu erkennen sind, was für uns in dem Moment so viel heißt, wie dass hier Autos hergefahren sein müssen, also weiter – und früher oder später werden wir ja irgendwo rauskommen müssen.

Wir folgen dem Weg weiter, es geht immer tiefer in den Wald. Auf einer Bank am Wegesrand sitzen dann auf dem zweiten Blick doch irgendwie zwei dubiose Gestalten, die wie es ausschaut Pilzsammler sind, was daran zu erkennen ist, dass sie einen mit Pilzen gefüllten Korb dabei haben. Mit ihren langen relativ ungepflegten Bärten kommen sie ziemlich dem nahe, wie ich mir einen Waldschrat vorstelle. Ich steige aus und frage nach – inwieweit uns der Weg zu einer Straße zurückführt.

So genau könnten sie es mir das gar nicht sagen, weil sie wie immer zu Fuß hierhergekommen sind, aber der ältere der beiden meint, dass wir es auf jeden Fall versuchen sollten – wenn wir allerdings irgendwann auf einem Feld stehen sollten, dann wäre es doch wohlmöglich besser umzudrehen. Wirklich hilfreich war die Konversation nicht und im Grunde wäre uns eh keine wirkliche Alternative geblieben, weil auf dem schmalen Forstweg zum Drehen definitiv kein Platz ist und die gesamte Strecke rückwärtsfahren zurückzufahren auch alles andere als trivial gewesen wäre.

Und dann passiert genau das, was passieren musste. Der Wald lichtet sich und wir stehen an der Ecke eines offenen Feldes raus mit dem Blick in die Weite von Irgendwo. Bevor uns ein „So eine Scheiße“ nur über die Lippen gehen konnte, hatten sich die Räder des Wagens auf dem unebenen und teilweise matschigen Boden auch schon festgefahren. Nichts geht mehr – der Wagen bewegt sich weder vorwärts noch rückwärts – jeglicher Versuch uns doch noch aus der misslichen Lage zu befreien wirbelt nur noch mehr Matsche auf und der Reifen fräst sich nur noch tiefer in den Boden.

Nachdem die komplette Seite und vor allem der Radkasten voll mit Matsche waren, und auch die Anschiebversuche allesamt nicht von Erfolg gekrönt waren, kam uns doch noch die zündende Idee, den nachgebenden Boden zu stabilisieren, um so ein weiteres einsinken zu vermeiden. Da in der unmittelbaren Umgebung allerdings keinerlei passendes Tannenzeug parat lag, mussten die Gummifußmatten dran glauben. Nachdem der Reifen unterfüttert war, hat es dann glücklicherweise doch noch geklappt.

Eins ist auch klar, hätten wir uns vom Bauer mit seinem Traktor vom Feld ziehen lassen müssen, wären wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am Montag auf der Titelseite der Lokalzeitung gelandet. Als wir mit dem verdrecktem Wagen dann endlich zurück in der Zivilisation waren, steuerten wir die nächste Tankstelle mit Waschstraße an, was in der relativ ländlichen Region so leicht gar nicht war. Als wir dann doch eine gefunden hatten, brauchten wir noch eine Waschkarte, die an der Kasse zu erwerben gab. An der Waschstraße herrschte Hochbetrieb, was vermutlich daran lag, dass es die einzige Möglichkeit weit und breit ist. Nachdem wir feststellen mussten, dass ein einziger Waschvorgang rund 15 Minuten dauert und noch vier weitere Autos vor uns in der Schlange standen, haben wir uns kurzerhand unentschieden, die zuvor für 7,99 € erworbene Waschkarte zurückzugeben und die Spontanwaschaktion gecancelt.

Unser Malheur mit Umweg Waschstraße verursachte ein Zeitverzug von knapp 75 Minuten, die zu der Verzögerung durch die staubedingten Umleitungen hinzukommt und sich zu einer 1,5 Stunden verlängerten Fahrzeit aufsummieren sollte. Unser eigentliche Absicht nach der Abholung der Startunterlagen das Wernigeröder Schloss zu besichtigen, so wie wir es vor fünf Jahren, als wir zur Harzquerung hier gewesen sind, auch schon gemacht hatten, scheint heute jeden Falls nicht mehr umsetzbar zu sein.


Ankunft in Wernigerode – Nachtlager einrichten…

Die Weiterfahrt nach Wernigerode bleibt bis zum Ziel an der Friedrichstraße Ecke Lutherweg zum Glück ohne weitere Zwischenfälle. In der einsetzenden Dämmerung erreichen wir die Turnhalle, die für heute Nacht unser Schlafquartier darstellen wird. Entgegen unserer ersten Annahme wieder in der prähistorischen Turnhalle mit der kunstvollen Deckenkonstruktion zu nächtigen, in der wir schon vor fünf Jahren bei der Harzquerung übernachtet hatten, führt uns das Navi zu einem moderneren Schulgebäudekomplex mit einer größeren und moderneren Mehrzweckhalle.

Gegenüber von der Schule befindet sich eine Kirche. Fledermäuse starten zur Nahrungsbeschaffung vom Kirchturm, was einem die einmalige Möglichkeit bietet, sie für eine längere Zeit, zumindest länger als es sonst möglich ist, gegen das dämmernde Licht zu verfolgen. Ich kann mich im Nachhinein auch gar nicht dran erinnern, dass ich die lautlosen Jäger jemals so gut und deutlich erkennen konnte, was sicherlich auch daran liegt, dass sie in unseren Breitengraden dann doch eher seltener anzutreffen sind.

Dank der relativ frühen Ankunftszeit 18.30 Uhr sind noch ausreichend Parkplätze vor der Schule vorzufinden und auch die Schlafplatzsituation in der Halle ist ähnlich. Die Premium-Plätze an den Wänden sind dahingegen schon alle belegt, sodass wir uns einen alternativen Liegeplatz suchen mussten und unseren Claim unterm Basketballkorb einrichten. Wobei mein Einrichten darin beschränkt ist, meine Schaumstoffmatte aus der alten Schlafcouch ausrollen und dann den Bundeswehrschlafsack darauf auszulegen. Thorsten benötigte trotz Hightec-Materialien bedeutend  mehr Zeit, aber die volumentechnischen Vorteile bei An- und Abtransport sind nicht von der Hand zu weisen.

Dann habe ich uns noch Tischtennis-Absperrungen organisiert, um trotz Massenunterkunft ein wenig Privatsphäre zu genießen. Nachdem das Nachtquartier eingerichtet ist, geht es zu Fuß in Richtung Rathaus, dass in rund drei Kilometer Entfernung zur Grundschule liegen soll. Auf Nachfrage versichert man uns, dass es bis zum Rathaus zu Fuß in etwa zwanzig Minuten zu erreichen sein soll, obwohl uns diese Entfernungsschätzung dann doch ein wenig vage erscheint, gehen wir das Risiko ein und machen uns auf den Weg – zumal Entfernungen in Wernigerode zum einen relativ überschaubar sind und wir zum anderen nicht zum ersten Mal vor Ort sind.


Rathaus im historischen Stadtkern von Wernigerode…

Das historische Rathaus ist nach einem strammen Marsch durch die beschaulichen Wernigeröder Straßenzüge mit den für den Harz typischen Gebäudefassaden recht interessant und auch auf Anhieb gefunden. Auf dem Rathausvorplatz sind im Rahmen der 40 Jahr Feierlichkeiten mehrere Zelte, eine Bühne mit Livemusik sowie ein Bierwagen aufgestellt. Zudem werden auf mehreren Bildschirmen Fotos von vergangenen Harzgebirgsläufen gezeigt. Unser Weg führt uns allerdings zunächst ins Rathaus rein, die Startunterlagen wollen abgeholt werden.

Da mir Frank seinen Startplatz geschenkt hatte, hole ich zunächst seine Startunterlagen ab und muss diese im Anschluss daran auf meinen Namen ummelden lassen. Neben der Startunterlagenausgabe gibt es hier im Rathaus auch eine kleinere Anzahl von Verkaufsständen, an denen wie auf Läufermessen üblich neben diversen Sportklamotten auch Gels und dergleichen angeboten werden. Ein lokaler Imker bietet außerdem seine Waren im Eingangsbereich des Rathauses dem Läuferfeld an.

wp Ankunft und Anmeldung

Das Abholen und Ummelden des übernommenen Startplatzes erfolgen erfreulich, denn Bearbeitungsgebühren fallen keine an, was bei Thorsten und mir allerdings eher Unbehagen auslöst ist die Tatsache, dass die Kinderportion Nudeln mit Bolognese bei der als offizielle Pastaparty deklarierten Verköstigung stolze 4,50 € kostet und das dazugehörige  Pils, um das Nudelzeug im Großküchenformat runterzuspülen, nochmals mit 3,50 € zu Buche schlägt. Ich verzichte auf die Nudeln und kaufe mir später auf dem Rückweg stattdessen für 4,50 € einen Döner, der zwar für Ruhrgebietsverhältnisse zugegebenermaßen auch nicht wirklich günstig ist, dafür aber überraschenderweise echt gut geschmeckt hat. Auf dem Rückweg kommen wir dann noch an der Turnhalle vorbei, wo wir vor fünf Jahren bei Harzquerung unser Nachlager hatten.

Gegen 20.00 Uhr verlassen wir den Stadtkern von Wernigerode und es geht zurück zur diesjährigen Turnhalle, die über den leicht abgeänderten Rückweg ebenfalls innerhalb von 20 Minuten zu erreichen gewesen ist. Schon auf dem Hinweg sind wir an einem Netto und einem NP (Niedrig Preis – eine Ostvariante des Netto?!) vorbeigekommen und der eigentlich Plan hatte es vorgesehen, dass wir uns hier mit Schlafbier eindecken. Doch leider wird daraus nichts, denn beide Geschäfte haben schon geschlossen. Heißt für uns für den Moment, dass es für uns ohne Umwege keine Möglichkeit geben sollte, um an 2-3 Flaschen Bier zu kommen. Zum Glück lag auf halber Strecke noch eine kleinere Kneipe, wo man sich spontan zwei Halbe einverleiben konnten, um dann unverdurstet zum Nachtquartier weiterzuziehen.

Trotz Kneipenstopps sind wir gegen 20.45 Uhr zurück in der Sporthalle, aber an Schlafen ist hier nicht wirklich zu denken. Der Halleninnenraum gleicht einem Bienenkorb, ein stetiges Kommen und Gehen und alle wuseln herum. Einige checken ihre Ausrüstung, andere bauen ihr Schlaflager auf, manche futtern mitgebrachte Nudeln aus Tupper-Boxen und wiederum andere unterhalten sich. Der Geräuschpegel ist hoch. Zudem brennt das Hallenlicht taghell und wie es den Anschein macht, sieht es vorerst auch nicht danach aus als würde hier in den nächsten Stunden wirklich Ruhe einkehren. Um aber bei diesen suboptimalen Bedingungen überhaupt ans Einschlafen denken zu können, fehlen mir mindestens noch 1-2 Falschen Hopfensaft im Blut.

Meine für den Moment geniale Idee, uns von einem Pizzataxi eindecken zu lassen, währt nur so lange bis mir am Telefon eine Computerstimme mitteilt, dass mein Anruf außerhalb der Geschäftszeiten erfolgt ist – und dies an einem Freitag um 21.00 Uhr wohl gemerkt. Irgendwie unvorstellbar, aber es gibt keine Chance an Bier zu kommen. Wie es scheint, werden hier vor Ort mit Eintritt der Dunkelheit die Bürgersteige hochgeklappt. Ein Kiosk, wie man es aus unseren Breitengraden her kennt und an jeder zweiten Ecke zu finden ist, scheint es hier nicht zu geben und das obwohl sich in unmittelbarer Nähe die Hochschule Harz befindet. Eine Uni aber kein Späti, was macht man bitte als Student, wenn unplanmäßig das Bier am Wochenende aus ist? Ein Blick ins Internet zeigt uns die einzige noch realisierbare Lösung. In vier Kilometer Entfernung gibt es eine 24h-Tanke, da es die einzige Chance ist, um doch noch an Bier zu kommen, bleibt uns nichts anderes übrig als zur Tankstelle zu tuckern. Unsere Spontaneität kostet uns zwar unseren Parkplatz in der vordersten Reihe, aber man muss auch mal Prioritäten setzen im Leben.

wp HGL Pennen

An der Tankstelle herrscht Hochbetrieb – wie es aussieht,  ist es ein beliebter Treffpunkt der hiesigen Jugend und Autobastlerszene. Schon von weitem kommen uns markdurchdringende Bässe der leistungsstarken in den Wagen verbauten Musikanlagen entgegen. Der Verkaufsraum ist geschlossen, aber vor dem Nachtschalter steht eine sechs Kunden starke Schlange. Der Verkäufer ist allein im Verkaufsraum und muss die Bestellungen der Kunden dann im Laden zusammensuchen. Im Verlauf der 8h Schicht sammelt sich da sicherlich einiges an zurückgelegter Strecke zusammen. Unser Rückweg zum Schlaflager ist genauso unspektakulär wie es auch der Hinweg gewesen ist. An der Schule angekommen müssen wir allerdings feststellen, dass unser Parkplatz in der ersten Reihe belegt ist. Da es auf dem ersten Blick so schien, als dass zu der Zeit  niemand vom Wachdienst vor Ort gewesen wäre, öffneten wir eigenmächtig das Tor zum Schulhof und parkten den Wagen dort.

Als der Wagen dann endlich wieder stand, kam doch noch jemand vom Wachdienst und meinte nur, dass wir da so auf keinen Fall stehen bleiben könnten. Das eigentliche Problem war allerdings nicht die Tatsache, dass wir auf dem Schulhof geparkt hatten, sondern dass wir, so wie wir dort standen, minimal die Feuerwehrzufahrt zum Gebäude blockierten. Aber alles kein Problem, denn er hatte einen alternativen Platz auf dem Schulgelände für uns. Da wir uns ausreichend mit Bier eingedeckt hatten, ließen wir ihm zum Dank für den Parkplatztipp sodann eine Flasche Hasseröder Premiumpils „unauffällig“ am Tor stehen. Unauffällig deswegen, weil er zunächst meinte, dass er das Bier nicht annehmen könnte, weil er im Dienst keinen Alkohol trinken darf. Meine Anmerkung „Sieht ja keiner, ist doch dunkel“ hat ihn dann schlussendlich doch noch überzeugen können, das Bier zu entfernen.


Gute Nacht – max. 4h Pennen – Guten Morgen

Zurück in der Halle war es dann auch langsam an der Zeit zum Pennen, was nach den paar Bieren glücklicherweise zeitnah klappen sollte und das obwohl ich wieder mal meine Ohrenstöpsel und Schlafmaske zu Hause liegen lassen habe. Eingepennt bin ich gegen 23.00 Uhr, geschlafen habe ich allerdings nur bis 02.00 Uhr, denn da hatte das letzte Bier auf meine Blase gedrückt. Also raus aus dem warmen Schlafsack und im Halbschlaf schlaftrunken an den anderen Nachtlagern vorbei in  Richtung Toilette und wieder schnell zurück in den warmen Schlafsack.

Das wiederholte Einschlafen gelingt dann allerdings nur noch bedingt, denn eine Tiefschlafphase wie zuvor sollte ich nicht mehr erreichen, was vor allem an der Geräuschkulisse aus Schnarcherei, permanenter Husterei und dem lästigen Quietschen und Knarren der Eingangstür liegt. Ab 04.00 Uhr nimmt dieser Geräuschpegel dann gefühlt noch eine Stufe zu. Ich komme mir vor als läge ich in irgendeiner Bahnhofshalle. Die massive Hallentür knarrt und quietscht jetzt im Minutentakt – wieso hat das lästige Teil nicht irgendwer vorher mal geölt? Oder komplett ausgehangen, das wäre natürlich noch geräuschärmer gewesen, meldet sich mein Unterbewusstsein mit konstruktiven Verbesserungsvorschlägen. Aber was soll es, wenigstens ist es warm und trocken, und im Grunde gehört das Nächtigen in der Gemeinschaftsunterkunft mit all seinen Begleiterscheinungen zum Lauferlebnis in der Ferne auch irgendwie dazu.

Als dann um 06.00 Uhr die Deckenfluter angehen, ist die Nacht auch offiziell für beendet erklärt, dabei ist unser Start erst in drei Stunden. Ich bin irgendwie platt, aufgrund der Biere vom Abend oder aufgrund der doch recht kurzen Nacht lässt sich nachträglich allerdings nicht sagen. Ich vegetiere noch ein Weilchen mit über den Kopf gezogenem Schlafsack auf meiner Isomatte rum. Erst nach und nach mache ich mich startfertig, gefühlt nach jedem angezogenen Kleidungsstück hat es mich wieder in die Waagerechte. Der Blick in die Halle ist überwiegend amüsierend, was hier für Selbstdarsteller und Möchtegern-Experten am Start sind, das sucht wirklich seinesgleichen.


Warten auf Einlass an der Himmelspforte…

Nachdem das Nachtlager dann endlich aufgelöst und auch alle anderen Maßnahmen für den Abmarsch zum Start getroffen sind, geht es mit allen Nachtlagerutensilien bepackt zunächst zum Auto und von da aus zur Himmelpforte. An der Himmelspforte war damals auch der Start von der Harzquerung gewesen. Sie liegt auf der anderen Straßenseite fast in Sichtweite keine 2000 Meter entfernt. Und genau dort befindet sich auch der Start aller Läufe, die im Rahmen des 40. Harzgebirgslaufes angeboten werden. Während die Kurzdistanzen schon alle auf der Strecke sind, erfolgt der Start des Brocken Marathons als allerletztes erst um Punkt 9.00 Uhr, wodurch sich mir auch das für meinen Geschmack viel zu frühe Gewusel einiger Starter von heute Morgen in der Turnhalle erklären sollte.

wp HGL Start

Die Abgabe der Kleiderbeutel erfolgt in einem dafür eingerichteten Parkhaus, was mich sogleich ein wenig an das Prozedere beim belgischen Dodentocht zurückerinnern lässt, weil auch dort die Kleiderbeutelaufbewahrung in einem umfunktionierten Parkhaus stattgefunden hat. Allerdings befinden sich hier zusätzlich noch provisorisch mit Planen abgehangene Duschräume, um sich nach dem Lauf frisch machen zu können.

Danach geht es hoch zur Startwiese und mir kommen vage Erinnerungen von der Harzquerung in den Sinn, die mittlerweile schon fünf Jahre zurückliegt, aber genau hier an selber Stelle gestartet wurde. Allerdings hat der Brocken-Marathon im Rahmen des Harzgebirgslaufs mit der fast schon familiären Kultveranstaltung der Harzquerung nicht viel gemeinsam. Der Harzgebirgslauf macht auf mich dahingegen eher den Eindruck Mittel zum Zweck zu sein. Ein bisschen was von einem sponsorengetriebenen Event und touristischer Attraktion mit dem Hauptziel, Touristen in der touristenarmen Vorschneesaison in die einzig und allein vom Tourismus abhängige Region zu karren.

Als wir die große Wiese an der Himmelspforte erreichen, springt mir zunächst die bunte Hüpfburg ins Auge, die die kleinen Gäste bei Laune halten soll, während Mama oder Papa durch den Harz läuft. Auf dem Festplatz stehen außerdem mehrere Gastronomiezelte, Unmengen von Biertischgarnituren bestehend aus Bänken und Tischen, einer Bühnen direkt neben dem Starttor und einer stattlichen Reihe an DIXIS. Trotz der in ausreichender Anzahl vorhandenen DIXIS bildeten sich vor diesen so kurz vor dem Start fast schon traditionell und wie bei Laufveranstaltungen üblich lange Warteschlangen. Vermutlich ist das Bedürfnis vorher nochmal schnell das Örtchen aufsuchen zu müssen eine Routinehandlung, vielleicht auch eine Art tiefverwurzeltes Ritual, das seinen Ursprung in der Kindheit hat. Aber auch ohne Warteschlange hätte ich mir die Freiheit nicht nehmen lassen, um meine Blase unter freiem Himmel im Harzer Wald zu entleeren. Als Mann ist man hierbei ganz klar bevorteilt. Danach geht es erleichtert zurück ins Startfeld.

Es folgen nicht enden wollende  Ehrungen und Danksagungen – dann noch volkstümliche Musik, ein Warm-up-Gymnastik für alle machen mit, was aber irgendwie überhaupt keinen Anklang findet, aber ok, die Damen vorne auf der Empore lassen sich davon nicht beirren und ziehen ihr Programm eiskalt durch. Und die zwei letzten Minuten vor dem Start richtet dann auch noch der Wernigeröder Oberbürgermeister seine Worte an das Läuferfeld. Mit den Worten „Sport frei und alles Gute für den heutigen Tag!“ schickt er uns nach einem Countdown von 10 runter – 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1 – auf die Strecke. Der Startschuss fällt um Punkt 09.00 Uhr. Von einer Jagendhorn- Fanfare begleitet geht es durch das Starttor in den Harzer Wald und wir befinden uns auf den Wegen in Richtung Brocken.


Start Marathon – gemütliches Warm-up an der Ilse…

Während in den vorderen Reihen der ambitionierten PB-Jäger schon von Beginn an die Post abgeht, erfolgt der Start in den hinteren Regionen des Startfeldes, wo wir uns positioniert haben,  relativ gemütlich. Drei Wochen vor dem New York City Marathon besteht mein Tagesziel neben dem ausgiebigem Genuss der faszinierenden Landschaft darin, das Ziel im offiziellen Zeitlimit zu erreichen, wobei die Zielzeit absolut keine Rolle spielt.

Von Beginn des Laufes ist man von der landschaftlichen Pracht des Harzes fasziniert. Der Gesamteindruck aus unregelmäßig verteilten  Steinansammlungen, der dichte Baumbewuchs, das geschlossene Blätterdach, das diffuse Tageslicht, daneben das idyllische Plätschern des begleitenden Bachs und die klare-frische Luft machen den Start zu etwas besonderem. Obwohl mit dem Start die physische Belastung einsetzt, beginnt gleichzeitig eine psychische Entspannung.

Es geht vorbei an mehreren Lehrpfaden, die im Rahmen einer Naturerziehung über den Lebensraum Wald und seine Bewohner auf Tafeln informieren und gleichzeitig nachhaltig sensibilisieren will. Es gibt Lehrpfad über Tiere, Pilze, Vögel, Bäume, was sicherlich alles sehr interessant und lesenswert gewesen wäre, aber leider habe ich dafür keine Zeit. An den zu Beginn noch sparsam eingestreuten profilierteren Streckenabschnitten wird man immer mal wieder sanft aus dem Genuss- und Trancemodus herausgeholt und daran erinnert, dass wir in einem Mittelgebirge unterwegs sind, weshalb mir das Schild mit dem gut gemeinten Warnhinweis „Schlechter Weg“ auch nur ein großes Fragezeichen ins Gesichts zaubert.

wp HGL Ilsenburg

Die meditative Waldakustik aus dominierender Stille, zaghaftem Vogelgezwitscher und dem Hämmern eines nach Insekten suchenden Spechts wird noch durch das sanfte Rauschen kleinerer Bäche untermalt. Bei Kilometer 8 geht es über die Blochhauer Brücke über die Ilse, die uns im Folgenden mehrere Kilometer begleiten wird. Wir befinden uns am Rand des Stadtgebiets von Ilsenburg, welches die Ilse durchfließt. Der kleine Gebirgsbach entspringt auf etwa 960 Meter und hat sich über die Jahrtausende tief ins Gestein geschnitten und auf diesem Wege das Ilsetal geformt und die Ilsefälle entstehen lassen. Die Vielfalt der durch die Naturkräfte teilweise bizarr geformten Steinformationen scheint unendlich zu sein und trägt unter anderem dazu bei, dass der Harz so reich an Sagen und Mythen ist.

Wir verlassen den dichten Wald und erreichen mit Ilsenburg zivilisiertes Terrain, wobei das Stadtgebiet lediglich am äußersten Zipfel geschnitten wird. Ilsenburg ist ein staatlich anerkannter Luftkurort – und die Luft ist wie schon seit unserer Ankunft hier im Harz ausgesprochen frisch und klar. Es geht vorbei am Kurpark Hotel, wo unerwartet viele Touristen an der Strecke stehen und sich das Schauspiel nicht entgehen lassen. Bis zur ersten Verpflegungspunkt ist es nicht mehr weit. Es geht über eine breite Straße aus Kopfsteinpflaster. Die letzten 200 Meter bis zum VP werden uns wie an allen VPs auf einem Schild angezeigt. Der Nachdurst von Gestern ist enorm.

Neben dem Standardangebot gibt es hier auch Haferschleim – der Hier und Heute von offizieller Seite allerdings als Porridge verteilt wird, ob er dadurch wirklich besser schmeckt, also ich weiß nicht. Ich greife von Beginn an zu dieser regionalen Spezialität. Meine erste Begegnung mit dem DDR-Gelersatz beim Rennsteiglauf hatte bei mir noch überwiegend Ekel ausgelöst, was vermutlich auch daran gelegen hat, dass ich mich erst nach über 40 Kilometer an den ersten Becher herangetraut hatte. Die Konsistenz ist schleimig bis glibberig und auf keinen Fall besonders deliziös. Dank der Strategie des frühzeitigen Probierens musste mir eingestehen, dass es so schlimm wie aus der Erinnerung absolut nicht ist. Zudem wurde der Porridge, so wie er von offizieller Seite ausgenannt wurde, hier auch fast schon heiß serviert, was das ganze Gebräu noch bekömmlicher werden ließ und einen wärmenden Nebeneffekt hatte. Konnte man beim Rennsteiglauf noch zwischen drei Geschmacksvariationen wählen, so gab es hier nur eine Variante, wobei ich mich auf einen wirklichen Geschmack ehrlichgesagt im Nachhinein gar nicht festlegen könnte. Süß, glibberig und heiß und Haferflocken waren auf der Zunge spür- und im Becher sichtbar. Neben dem Schleim gibt es alternativ auch noch warmen Früchtetee, Wasser, Apfelspalten.


Nächster Halt Stempelbuche – der Brocken ruft…

Kurz nachdem wir das Städtchen Ilsenburg hinter uns gelassen haben, zieht das Streckenprofil kräftig an und es wird mehr und mehr schweißtreibend. Bisweilen beginnen die Oberschenkel zu brennen. Ich muss ein ums andere Mal schwer atmen, obwohl das im Vergleich zu dem was noch auf uns wartet nicht der Rede wert ist. Zudem ist das natürlich auch alles andere als überraschend, denn jeder Teilnehmer weiß schon mit seiner Anmeldung zum Brocken Marathon, worauf er sich hier eingelassen hat und dass der Brockengipfel auf 1142 Meter über Normalnull auf dem Weg zum Ziel unausweichlich überwunden werden will.

Eine ganze Weile laufen wir an der Kante des Bachbettes der Ilse entlang – es geht kontinuierlich bergan, immer weiter dem Brockengipfel entgegen. Das malerische Bachbett, das leichte Plätschern des Baches und dazu das bunte Herbstlaub der Bäume erzeugen eine Atmosphäre, die die Anstrengungen beinahe vergessen machen. Nach den Ilsefällen ändern sich die Landschaft und damit auch die Lichtverhältnisse erheblich. Von jetzt auf gleich öffnet sich das zuvor geschlossene Blätterdach. Die Baumdichte nimmt spürbar ab und das Gelände wird offener. Wenn es die Wolken am Gipfel zulassen, zeigt sich in der Ferne immer mal wieder der Brockengipfel mit seinen charakteristischen Gebäuden.

Seitdem wir den Kurort Ilsenburg verlassen haben, führt uns die Strecke über den bei Wanderern beliebten Heinrich-Heine-Weg. Genau diesem Weg war Heinrich Heine, der als der „letzte Dichter der Romantik“ gilt, bei seiner Harzreise im Jahre 1824 auf den Brocken gefolgt. Er gilt gemeinhin als der schönste Weg zum Brocken und führt von Ilsenburg (250 m ü. NN) bis zum Brockengipfel (1142 m ü. NN) über eine Strecke von rund 10 Kilometer.

Je näher wir dem Gipfel kommen, desto gespenstiger wird die umgebende Landschaft. Von den Bäumen, die hier kurz unterm Gipfel großflächig verteilt stehen, verfügt nicht einer mehr über seine Krone. Die Baumreste, die hier das landschaftliche Bild prägen, bestehen lediglich aus 10 Meter hohen Baumstämmen. Der unnatürliche Anblick gepaart mit den Anstrengungen des Anstiegs lassen ein wenig meine Phantasie mit mir durchgehen als ich mir vorstelle wie überdimensionierte Rinderherden diese hier oben abgrasen würden. Das Profil setzt mir ordentlich zu oder sind das doch die Nachwirkungen vom gestrigen Biergenuss? Die ersten Anzeichen einer nahenden Mountain-Sickness können es bei einem relativ überschaubaren Hügelchen von 1142 Höhenmetern wohl kaum sein – hoffe ich zumindest.

wp HGL Stempelsbuche

Bei Kilometer 15 an der Wegkreuzung Stempelsbuche (671 m ü. NN), die am Heinrich Heine Weg liegt, wartet auf uns Läufer direkt neben der Schutzhütte der VP 2. In der angrenzenden Schutzhütte finden Wanderer, die sich zum Ziel gesetzt haben die Harzer Wandernadel zu erwandern, eine Stempelstelle, wodurch sich der erste Teil des VP-Namens ergibt. Der zweite Namensteil lässt zwar vermuten, dass hier eine prächtige Buche vorzufinden ist, doch von der namensgebenden Buche ist hier weit und breit nichts zu sehen. Und auch die restliche Landschaft ist ab Kilometer 13 in großen Teilen geprägt von kahlen Baumstämmen abgestorbener Fichtenwälder.

“Is it the damage of a storm, a sicktum or the result of insects?”fragt mich ein schwedischer Läufer als ich an ihm vorbeisteige. Ich antworte ihm: „I don’t know, but I think it’s the result of a former Storm, named Kyrill – but I am not really sure”. Einige Meter weiter verrät mir dann eine der zahlreichen plakativen Infotafel, dass hierfür keine monokausale Erklärung ausreicht. Vielmehr sind sowohl der schon von mir vermutete Sturm Kyrill als auch der Borkenkäfer als die beiden Hauptverursacher für das Fichtenmassaker und diesen unwirklich wirkenden Anblick verantwortlich.

Die Stille wird zwischendurch immer mal wiederdurch die Harzer Schmalspurbahn gebrochen. Das Pfeifen der Brockenbahn in der Ferne ruft Erinnerungen in mir hervor als ich vor fünf Jahren das erste Mal auf dem Brocken war. Damals waren wir auch schon am Vorstarttag der Harzquerung in Wernigerode, da die Streckenführung der Harzquerung allerdings nicht auf beziehungsweise über den Brocken führt, sind wir deswegen am Tag vor dem Lauf von Schierke aus mit der Brockenbahn erst hinauf und hinterher wieder hinunter gefahren sind, um Körner und Zeit zu sparen. Die 32 € Fahrtkosten waren zwar nicht unbedingt günstig, aber das Erlebnis sich von der mit Kohle betriebenen Bahn den Ruß ins Gesicht blasen zu lassen, weil wir draußen zwischen zwei Wagons standen, und dabei diese großartige Landschaft erleben zu dürfen, hat das Ganze einmalig und lohnenswert werden lassen.


Der Endgegner bei 19km – über den Kolonnenweg zum Gipfel …

wp HGL Gipfel

Nachdem der VP Stempelbuche passiert ist, geht es weiter in Richtung Gipfel. Ab km 16 ist es mit genussvollem Laufen endgültig zu Ende. Es folgt der Streckenabschnitt, wo sich die Beschaffenheit des Untergrundes massiv ändert. Es wartet der ehemalige Kolonnenweg. Der Weg ist ein Relikt jüngerer deutscher Geschichte und eine Hinterlassenschaft des kalten Krieges. Er wurde während des kalten Krieges zu militärischen Zwecken genutzt. Mit seinen 1100 Metern ist der Brocken die größte natürliche Erhebung in unmittelbarer Grenznähe zum Klassenfeind und diente deshalb lange Zeit zur Spionage des Westens. Er lag in einer Sperrzone und galt in Zeiten des kalten Krieges als Moskaus westlicher Außenposten. Bis zum Frühjahr 1989 patrouillierten hier die Grenztruppen von NVA und STASI.

Der Kolonnenweg pflastert das steilste Stück des Anstiegs und führt bis zum Gipfel. Er besteht  aus riesigen Rasensteinen aus Beton mit Aussparungen, in denen Gras wächst. Durch den Weg sollte unter anderem gewährleistet sein, dass die Grenztruppen die entlegenen Stellen der Außengrenze möglichst schnell und auch mit Fahrzeugen erreichen konnten, um beispielsweise Grenzverletzungen und Fluchtversuche zu verhindern. Gleichzeitig war die Zufahrt zu den Lauschstationen vor allem im Winter erleichtert

Die Steigung wechselt von extrem steil zu sehr steil – und es zieht sich wie Kaugummi, die Oberschenkel brennen schon ordentlich und die Steigung will und will nicht enden, aber noch ist es erträglich, und soweit kann der Gipfel ja jetzt auch nicht mehr sein – schließlich hat der Brocken gerade mal eine Höhe von läppischen 1142 Metern. Nur die Löcher in diesen Steinplatten bringen meinen Laufrhythmus ordentlich durcheinander. Jedes Mal wenn man mit dem Fuß auf eines der Löcher tritt und den Fuß belastet, rutscht man mit dem Vorfuß in das Loch und bleibt mit der Schuhspitze hängen. Wenn man sich auf einen kontrollierten Fußaufsatz konzentriert, dann klappt es, aber mit der Dauer wird das Steigen anstrengend – der Blick nach vorne lässt durch die wie an einer Perlenschnur aufgereihten Läufer erahnen wie endlos weit es noch nach oben geht, der Gipfel ist noch lange nicht erreicht.

Die Aussicht nach rechts in die weite raumgreifende Landschaft des Harzes ist überwältigend – wir passieren eine größere Ansammlung von natürlichen Steinen, die am Wegesrand liegen und wie es scheint aus einem angrenzenden Steinbruch stammen. Ich verlasse den Weg und steige auf die Steine, was sich allerdings nicht wirklich als ausblicktechnisch lohnend herausstellen soll, dennoch folgen mir einige andere Läufer wie die Lemminge, weil sie denken, dass sie etwas verpassen könnten.

Am Ende eines steilen und nicht enden wollenden Abschnittes lässt sich im Rücken in der Ferne ein Stausee entdecken, den ich nur sehe, weil ich den Blick zurück wage. Und dann ist irgendwann das Zwischenziel erreicht. Endlich mal die Möglichkeit sich gerade zu machen nach der ganzen Gebücktlauferei. Am Verpflegungstand Eiserner Tisch bei Kilometer 17 werden den Läufern Plastiküberzieher übergestreift und für die letzten Meter des Aufstiegs gibt es nochmal eine Stärkung in Form von wärmenden Tee und Schleim.

Der Wind nimmt unangenehm zu und leider wieder auch Mal der Nebel, was sich zum wiederholten Male gravierend auf den Gipfelblick auswirken sollte. Von den Sichtverhältnissen ist es vergleichbar mit denen, die schon bei meinem Zieleinlauf bei der Brocken-Challenge herrschten, obgleich man natürlich dazu sagen sollte, dass es damals wesentlich kälter gewesen ist und ich nach achtzig Kilometer und über elf Stunden Belastung natürlich auch massiver demoliert gewesen bin als ich es in diesem Moment bin. Nach knapp zwei Stunden und vierzig Minuten ist der Gipfel erreicht, womit ich mit einem ordentlichen Zeitpuffer innerhalb der Cut-off- Zeit geblieben bin – denn nach offiziellen Angaben muss jeder Teilnehmer drei Stunden nach dem Start – also um Punkt 12 Uhr – den Brockengipfel bei Kilometer 19 passiert haben, ansonsten würde er offiziell aus dem Rennen genommen werden. Inwiefern hierbei Karenzzeiten gewährt werden, kann ich nicht beurteilen.

Die charakteristischen Brockengebäude mit Sendeturm und Brockenhaus  sind in Nebel umhüllt und wenn überhaupt, dann nur schemenhaft zu erkennen – im Grunde genommen sieht man nix. Am Brocken-Gipfelsteinbrandet kurz Applaus auf, einige Brockenbesucher vielleicht auch Läuferangehörige haben sich direkt vor dem Gipfelstein zu einem kleinen Grüppchen formiert und begrüßen die Teilnehmer mit Applaus und motivierenden Worten. Zudem hat sich hier oben auch das MDR-Kamera-Team postiert und zeichnet für den TV-Beitrag ein paar Bilder auf. Mich hält hier oben nicht wirklich viel – es ist ordentlich schattig dazu weht eine steife Brise wie der Norddeutsche es ausdrücken würde, zudem sieht man bei einer maximalen Sichtweite von rund fünf Metern sowieso gar nichts.


Der Rest – auslaufen durch eine Landschaft zum Verlieben…

wp HGL Auslaufen

Nach der Gipfelquerung geht es zunächst über die Brockenstraße in Richtung Ziel, wobei dazu gesagt werden muss, dass noch der Großteil der Strecke vor uns liegt, allerdings der eigentliche Höhepunkt des Brocken-Marathons, so zumindest mein Empfinden, mit dem Gipfel schon vorbei ist. Beim Brockenabstieg geht es bei Kilometer 21 vorbei an der Knochenbrecherkurve, wo auf uns der nächste VP wartet und wir die überflüssiggewordenen Windbreaker wieder loswerden können, denn nicht einmal zwei Kilometer unterhalb der Gipfelpassage klart das Wetter wie durch Zauberhand wieder auf – der Nebel, der zuvor jeden Weitblick versperrt hatte, ist von der einen zur anderen Sekunde verschwunden und auch die Sonne scheint  wieder.

Auf der Brockenstraße geht es ordentlich bergab und es läuft sich fast von alleine – uns kommen zahlreiche Touristische Wanderer entgegen, die den mühsamen Weg des Aufstiegs auf sich genommen haben und auf einen lohenden Blick über den Harz hoffen. Viele spenden uns Läufern Applaus und geben uns ermutigende Worte mit auf den Weg, andere manche machen Fotos, wiederum andere gucken einfach nur irritiert.

Das Bergablaufen ist im Vergleich zur Passage über die Lochplatten des Kolonnenweges deutlich entspannt und fast schon meditativ, da die Aufmerksamkeit nicht auf die Bodenbeschaffenheit und die Anstrengung gerichtet ist, sondern die eigenen Gedanken können  sich in der faszinierenden Landschaft verlieren. Wissenschaftlich betrachtet wird bei der Aufmerksamkeitslenkung bezogen auf das Laufen in diesem Zusammenhang zwischen dissoziativem und assoziativem Laufen unterschieden.

Ab Kilometer 24  geht es dann durch das Brockenbett, so wie die Gegend um die Wegkreuzung von Brockenstraße und Gelber Brink bezeichnet wird, wieder  zurück in den Wald. Hier verläuft die Strecke auf dem Hexenstieg und es wartet gefühlt auch  schon der nächste Verpflegungspunkt auf uns. Die Abstände der VPs werden gegen Ende immer enger, was für meinen Geschmack von Veranstalterseite schon fast zu gut gemeint ist, weil der anspruchsvolle Part der Herausforderung längst gemeistert ist und die Strecke nach dem Gipfel  erwähnenswerte Anstiege nicht mehr zu bieten hatte.

Die restlichen Meter verlaufen überwiegend durch bewaldetes Gelände – viel passiert streckentechnisch auch gar nicht mehr. Die Faszination für die landschaftliche Umgebung hat ihr Maximum längst erreicht. Es folgt ein VP auf den nächsten. Bei Kilometer 34 wartet der VP Steinerne Renne, Hinter einer Kurve bei Kilometer 36 wird es dann zum letzten Mal doch noch mal etwas  steiler – denn der letzte Kicker will erklommen werden. Kurz danach wartet an der Mönchsbuche bei Kilometer 37 mit VP 8 sodann auch schon der vorletzte Verpflegungspunkt. Wenn ich es nicht sowieso schon wüsste, hätte mich spätestens der traumhafte Blick über Wernigerode und auf das Wernigeröder Schloss erahnen lassen, dass es bis zum Ziel nicht mehr allzu weit sein kann. Denn durch die optimale Streckenbeschilderung, die nach jedem Kilometer erfolgt, ist man stets im Bilde darüber wie viel Strecke noch vor einem liegt.

Das an den aufgestapelten Stämmen am Wegesrand befestigte Transparent mit der Aufschrift: „Von nun an geht es nur noch bergab!“, gab kurzzeitig Anlass zum Grübeln. Was der Verfasser wohl sagen will – aber vermutlich bezieht sich die Info ausschließlich auf das Streckenprofil. Und alsbald endete auch der Ritt über den geschotterten Forstweg und wir stehen vor einer großen Wiese. Am gegenüberliegenden Ende der Wiese ist ein weiteres Transparent gespannt, was allerdings erst aus der Nähe zu entziffern war und uns mit einem „Noch 1000 Meter“ den letzten Kilometer einläutet. Schon von Weitem ist die Stimme der Moderatorin zu vernehmen und nach einem weiteren kürzeren bewaldeten Abschnitt durch die Himmelpforte vorbei an mehreren Forellenteichen erreiche ich den Zielkanal, an deren Ende mir eine kunstvoll ausgearbeitete Medaille um den Hals gehangen wird.

Die direkte Nachzielverpflegung fiel für meinen Geschmack etwas dürftig aus, da bis auf Wasser alles anderen schon vergriffen war, aber das hatte nur im ersten Moment kurzzeitig für Missmut gesorgt, da es zu verschmerzen war, vor allem wenn man bedenkt, dass man mit der Startnummer Gutscheine ja für sein Zielbier und die Zielsuppe bekommen hat.


Wo steckt Thorsten?

Links vom Zielkanal liegt die Festwiese, allerdings macht es den Anschein als neigt sich die Veranstaltung so langsam dem Ende entgegen – so wird das ein oder auch andere schon weggekarrt und zudem kommen nur noch vereinzelt Läufer ins Ziel. Die Läufermassen der Unterdistanzen sind schon lange durch und auch beim Marathon fehlen  nur noch die Genussläufer. Spricht also alles dafür, dass ich Thorsten schnell wiederfinden sollte, doch das Wiederfinden wird problematischer als gedacht. Ich war eigentlich fest davon überzeugt, dass Thorsten lange vor mir ins Ziel gekommen sein musste, weil ich vor 6 Tagen noch in Essen beim innogy Marathon rund um den Baldeneysee am Start gestanden hatte und deshalb die frische in den Beinen noch nicht wieder gegeben war, aber das ist ein anderes Thema.

Also wo ist Thorsten? Erst habe ich den Festplatz abgesucht, aber niemanden erblicken können. Ok?! Dann gehe ich mal runter zu den Duschen und dem Kleiderdepot, da wird er sicherlich sein, aber auch dort  ist niemand da. Ok, dann entscheide ich mich dazu mich erst einmal unter die luftige Dusche stellen und mir warme Klamotten anzuziehen, spätestens dann sollte wir uns gefunden haben. Falsch gedacht – ach nachdem ich mit dem Duschen fertig war, war von Thorsten weit und breit nichts zu sehen – also  nochmal zurück zum Festzelt. Irgendwo muss er ja sein, vermutlich wird er sich sein Finisherbier und seine Suppe einverleiben. Und auf mich mit einer unlustigen Bemerkung zu meiner dargebotenen Leistung warten.

wp HGL ENDE

Ich schleppe mich also über die mittlerweile morastige Wiese auf der die Veranstaltungsinfrastruktur aufgebaut ist, aber auch hier ist von Thorsten nichts zu sehen?! Das kann doch eigentlich gar nicht sein, denn wir haben uns unmittelbar nachdem Start aus den Augen verloren und ich bin sicher gewesen, dass er von Beginn an vor mir gewesen ist, sitzt er auch schon im Auto!? Naja, ist mir jetzt auch erst mal egal?! Schon leicht angenervt hole ich mir dann mit den beiden Gutscheinen von der Startnummer meine Suppe und mein Bier und setze mich auf eine der zahlreich aufgebauten Bierbänke. Jetzt erstmal Sitzen, was Essen und danach kann ich Thorsten immer noch weitersuchen. Bringt ja sowieso nichts wenn Beide hier rumirren und ständig aneinander vorbeilaufen.

Die Erbsensuppe ist alles andere als schmackhaft, dafür ist sie aber sauheiß und das tut nach der kalten Dusche echt gut. Die Brühwurst, die ich mir für einen Euro anquatschen lassen habe, scheint allerdings schon so lange im Thermenwasser gelegen zu haben, dass jeglicher Geschmack herausgewaschen ist, sodass die Suppe im Vergleich zur Wurst dann sogar doch wieder schmeckt. Dennoch landet die Suppe nach nur einigen Löffeln in der Tonne – vielleicht ist Erbsensuppe doch nicht das, worauf ich nach einem Marathon Appetit habe.

Kurz bevor ich mich in Richtung Auto aufmache, um zu checken, ob sich Thorsten vielleicht doch schon ins Auto gelegt hat, kommt er mir entgegen. Ich weiß zwar nicht mehr den genauen Wortlaut jeden Falls reden wir komplett an einander vorbei – ich dachte er will mich aufziehen, weil er schon seit Stunden auf  mich wartet, dabei ist er nur voll zerknirscht, weil er wohl seit über eine Stunde mit einem Schweden irgendwo in der Pampa fernab der offiziellen Strecke  herumgeirrt ist und jetzt voll den Hals auf die miserable Streckenmarkierung hat. Als es im Ziel dann auch noch Diskussionen aufgrund des Zeitlimits gibt und in der direkten Nachzielverpflegung außer Wasser nichts mehr ausliegt, braut sich ein stimmungstechnischer Sturm auf, der dann auf meinen auch schon leicht angepissten Gemütszustand trifft, aber nach einem kurzen verbalen Ankeifen auch schnell wieder verflogen war, nachdem die Missverständnisse beim gemeinsamen Bier auch schon wieder aus der Welt geschafft waren.

Bevor die Heimfahrt angetreten wurde, haben wir uns dann noch im NP-Discount, einer Supermarktkette, die mir zuvor noch nicht unter die Augen gekommen ist und auch einige mir gänzlich unbekannte und wohlmöglich regionale Produkte im Sortiment hatte, mit Wegproviant eingedeckt.  Zur Abrundung des perfekten Brocken-Wochenendes ging es  dann doch noch hoch zum Wernigeröder Schloss, von wo aus sich uns der Brocken ein letztes Mal in seiner vollen Pracht zeigte und auch die charakteristischen Gebäude zu erkennen waren. Im Souvenirladen auf dem Schlossberg haben wir dann noch Postkarten für zu Hause geschrieben, und somit auch den letzten Programmpunkt erfolgreich abschließen können, um im Anschluss daran endgültig den Heimathafen im tiefen Westen anzusteuern.


Geistesblitze,  Gedanken & Erkenntnisse…

Noch vor dem Gipfle kam mir der Erkenntnis, dass Cityläufe eigentlich nichts für mich sind. Es ist viel entspannter mehr oder weniger alleine durch den Wälder, über Berge oder durch andere Landschaften zu laufen als in zivilisatorischen Betonwüsten zu laufen. Nirgendwo ist das Erlebnis reiner – im Einklang mit der Natur und seinen Gedanken – kein Jubel, kein Trubel, keine Ablenkung – so bleibt mehr Zeit zum Aufsaugen der Umgebung und zum Sortieren der eigenen Gedanken.

Nur ich und die Natur – oder brauche ich den ganzen Trubel doch – aber das tat so gut, das war fast wie Urlaub für die Seele, eine Art Seelenreinigung – absolute Kontrasterfahrung  zu einem Citymarathon, der vor allem „Stress“ bedeutet. Irgendwie künstlich – nicht natürlich und in den meisten Fällen nur noch Mittel zum kommerziellen Zweck.

Dieser Eindruck manifestiert sich vor allem dann, wenn man sich bewusst wird, dass alles nur Teil einer Marketingstrategie ist – nicht mehr das Laufen steht bei vielen Veranstaltungen im Mittelpunkt sondern das Produkt bzw. die Produkte, die sich mit dem Laufen promoten lassen, wenn die Promotion auch ohne Laufen so erfolgreich wäre, wurden die Verantwortlichen vermutlich ganz drauf verzichten, wobei genau dieser Prozess bei vielen Marathonveranstaltungen schon längst eingesetzt hat, denn bei vielen Läufen ist schon seit langem ein Prioritätenwechsel hin zu den Kurzdistanzen festzustellen – klar, höhere Nachfrage, höhere Starterzahlen, kürzere Laufzeit, geringerer Organisationsaufwand –  und trotzdem können alle Teilnehmer hinterher von sich sagen „ich war beim Marathon“, auch dann wenn sie nur einen nur einen Staffelabschnitt oder den 10 km/ HM gelaufen sind – dürfen sich aber trotzdem im Schein des glorifizierten Marathons baden. Mehr Schein als Sein, der zudem zunehmend an Schein verliert – auf der anderen Seite aber genau auf diesem Wege auch für die „normale Bevölkerung“ einen Zugang zum Laufsport und speziell zum Marathon schafft.

Vermutlich ist schwarz-weiß-Malerei wie bei vielen Dingen auch hier nicht zielführend, wobei in diesem Zusammenhang die von mir schon oftmals zitierte Giftdefinition von Paracelsus recht gut pass:

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“


Fazit zum Erlebnis Brocken Marathon

Der Harz-Gebirgslauf ist eine Laufveranstaltung mit 40 Jahre langer Tradition, der schon zur Zeiten der ehemaligen DDR stattgefunden hat. Sowohl Wernigerode als Start- und Zielort als auch der Brocken als höchster Berg Norddeutschlands verleihen der Veranstaltung ein außergewöhnliches Setting und machen aus dem Brocken-Marathon ein besonderes Laufvergnügen.

Schon die Startunterlagenabholung im märchenhaften Rathaus von Wernigerode ist einmalig. Die Pasta-Party, die im Rahmen der Jubiläums-Feierlichkeiten auf dem Marktplatz bei Livemusik stattgefunden hat, war in meinen Augen hingegen dem ganzen Spektakel nicht gewachsen. 4,50 € für eine mickrige Portion Nudeln mit Bolognese dazu ein Bier für 3,50 € – da hätte man besser zum Italiener um die Ecke gehen können, dabei hätte man diesem Mangel vorbeugen können, indem man von vornherein 5 € höhere Startgebühren erhoben hätte und der Teilnehmer dafür  dann das Pasta-Essen inklusiv angeboten wäre.

Die Strecke ist abwechslungsreich und anspruchsvoll, aber die Schönheit der zu erlebenden Natur im Nationalpark Harz entschuldigt für die vielen Mühen. VPs sind in (über-) ausreichender Zahl vorhanden und alle Helfer sind durch und durch läuferfreundlich eingestellt und haben immer ein paar nette Worte parat. Gegen Ende kam es an den letzten VPs vereinzelt zu Engpässen und auch die Auswahl war nicht ultralike, aber wir waren ja auch nur bei einem Bergmarathon – darüber hinaus war die Verpflegung mindestens bedarfsgerecht.

Unterm Strich bleibt ein fantastisches Laufwochenende im Nationalpark Hochharz, auch wenn der Brocken uns einmal mehr nicht den Gefallen getan hat und unsere Mühen mit Weitsichten zu belohnen, aber gelohnt hat es sich auch so unbedingt und in jedem Fall.


halbiertes Titelbild Brocken Marathon 2018

Vorbericht zum Brocken Marathon 2017

Marathon-Kompass zum Brocken Marathon 2017

Bewegte Bilder mit Musik zum Brocken Marathon 2017

Medaille zum Brocken Marathon 2017


Fragen, Anregungen, Kritik (bitte nur konstruktiver Art) und auch alles andere was ihr schon immer los werden wollt, pinnt es mir doch in das Kommentarfeld…


In dem Sinne keep on RUNNING und Rock ’n‘ Roll

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Über SohlenRocker

Irgendwas zwischen laufverrücktem Kilometerfresser & multibewegtem Blogger - die Familienpackung Laufschuhe geht pro Jahr drauf?! Ansonsten naturverbunden, outdoorbesessen, wissbegierig, sozialverträglich & irgendwie auch ewiger SocialMedia-Neu-Entdecker...
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7 Antworten zu Läuferische Besteigung des einst Unbesteigbaren – wir Rocken den Brocken – 42.195 erlebnisreiche Meter beim 40. Harz-Gebirgslauf: Nachbericht zum Brocken-Marathon 2017

  1. blogspione schreibt:

    Wow, spannender Bericht von vorn bis hinten. Toll geschrieben. Wir kennen die Strecke nur vom Wandern. Schön, dass Läufer auch einen Blick für die Umgebung riskieren können. Sportliche Grüße. Effi

    Gefällt 1 Person

    • SohlenRocker schreibt:

      Vielen Dank für Deine netten Worte! Phasenweise entsprach mein Laufen wohl auch eher einem Wandern, aber vor allem am Kolonnenweg wäre es für mich laufend auch gar nicht machbar gewesen. Wer aber in dieser faszinierenden Landschaft des Hochharzes ausschließlich an den Lauf denkt und sich nicht mal die Zeit für die Schönheit der Natur nimmt und gönnt, der ist selber schuld!!!

      Gefällt 1 Person

  2. speedhiking schreibt:

    Feiner Bericht!
    Hab‘ mir heute übrigens erlaubt, die hier gelernte Redewendung von der ‚abgerockten Profilsohle‘ auf meinem Blog zu verwenden – thanx! 🙂

    Gefällt 1 Person

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