Verspätete Quartalszahlen – eine trainingstechnische Inventur für das 1. Tertial 2018: Vom Wettkampf-Nimmersatt zum Trainingsmuffel und zurück

In der Wirtschaft informieren börsendotierte Unternehmen die Öffentlichkeit im regelmäßigen Tonus von drei Monaten über Bilanzen, Gewinne und Verluste. Für einige Unternehmen bestand lange Zeit sogar eine gesetzliche Pflicht zur Veröffentlichung von Quartalszahlen. Bestand und nicht besteht ganz einfach aus dem Grund, weil die EU 2016 die Quartalsberichtspflicht aufgehoben hat. [2420 more words]

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Diese auf europäischer Ebene getroffene Entscheidung über die Abschaffung der Pflicht hatte bei ihrer Umsetzung auf nationaler Ebne auch Auswirkungen für die Deutsche Börse. Infolgedessen kam es dort zu einer Lockerung dieser Informationspflicht, sodass die betroffenen Unternehmen im ersten und dritten Quartal fortan statt eines umfangreichen Quartalsberichts lediglich eine „konzentrierte Quartalsmitteilung“ vorlegen müssen. Jetzt bin ich weder ein börsennotiertes Unternehmen, noch anderweitig profitorientiert und Ahnung von Wirtschaft, Börse und Aktien habe ich schon gar nicht. Zudem war ich bisher auch der Auffassung, dass Berichte über Trainingsfakten nur minder interessant sind und der Mehrwert für die Allgemeinheit überschaubar ist.

Und der Auffassung bin ich auch weiterhin, doch dadurch, dass nach mittlerweile vier Monaten in 2018 wettkampftechnisch noch immer nichts passiert ist, ich aber auch keinen Grund benennen könnte, worin dieser Umstand begründet liegt, bedarf es aus meiner Sicht einer analytischen Standortbestimmung der aktuellen Trainingssituation. Hierzu werde ich die ersten vier Monate von 2018 mit Schwerpunkt Training und Wettkampf betrachten und eine Ist-Analyse durchführen.

Verspätete Quartalszahlen…

Das Jahr 2018 hat 365 Tage, was in etwa 52 Wochen und genau einen weiteren Tag entspricht, von denen mittlerweile 17 Wochen oder rund 120 Tage vorbei sind. Heißt im Umkehrschluss aber auch, dass noch mehr als 240 Tage verbleiben, um am aktuellen Stand etwas zu verändern und aus dem laufenden Jahr ein erfolgreiches Laufjahr werden zu lassen. Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass Quartalszahlen im Mai eigentlich nicht sein können?! Denn ein Quartal auf ein ganzes Jahr bezogen bei 52 Wochen geteilt durch vier nach Adam Riese und Eva Zwerg – Richtig – 13 Wochen pro Quartal entsprechen würden –  wir befinden uns also schon seit mehr als vier Wochen im zweiten Quartal von 2018 …

Ein Plädoyer für Tertialszahlen…

Da mit dem Monat Mai aber schon der fünfte Monat begonnen hat und somit mittlerweile vier Monate von 2018 gelaufen sind, bei Quartalszahlen aber der Zeitraum von drei Monaten betrachtet wird, präsentiere ich stattdessen die trainingstechnischen Tertialszahlen vom ersten Tertial 2018 – auch wenn es sich hierbei um eine Wortneubildung zu handeln scheint, da weder Google noch die Autokorrektur von Word den Begriff der Tertialszahlen (Zahlen des Tertials) kennen. (Erklärungsversuch: Quartal = Vierteljahr, demnach ist Tertial = Dritteljahr und weil im Mai vier Monate von 2018 der Vergangenheit angehören, wäre der Begriff zumindest logisch.) Zudem erscheint mir die Zeitspanne eines Tertials im Zusammenhang mit dem Marathon-Jahr sowieso sinnvoller, da das Marathonjahr traditionell aus den beiden Saisonhöhepunkten im Frühling und im Herbst und den beiden Übergangsphasen im Sommer und Winter besteht.

Blick zurück – Konsequenzen für den Blog…

Auch wenn durch die Wettkampfflaute beitragstechnisch mit Ausnahme der Beiträge aus der Rubrik Zitate und Weisheiten rund um die Lauferei seit längerer Zeit nicht wirklich viel passiert und vor allem Stagnation das Bild prägt, so tut sich im Gegensatz dazu trainingstechnisch doch eine Menge.

Dass im Blog lauftechnisch nicht allzu viel passiert, hängt natürlich unmittelbar damit zusammen, dass seit dem zuletzt gelaufenen Marathon in Steinfurt am 12.11.2017 schon eine halbe Ewigkeit vergangen ist. Wenn man sich den Zeitraum genau anguckt, dann sind es etwas mehr als 160 Tage – 160 Tage ohne nur einen einzigen Marathon gelaufen zu sein – weder im Training noch im Wettkampf – das war bei der hochfrequenten Wettkampf-Taktung der letzten drei Jahre eher unvorstellbar. Deshalb ist es auch wenig überraschend, dass sich beim Zurückblicken auf meine fünf Laufjahre keine Phase mit vergleichbarem Ausmaß finden lässt, in der weniger Marathons zu Buche standen, was zunächst einmal auch nicht weiter tragisch ist.

Anlass zum Grübeln gibt mir diese Erkenntnis aber vor allem deshalb weil ich aktuell auch keinen bis wenig Antrieb dahingehend spüre, diese Wettkampfabstinenzphase zeitnah beenden zu wollen und das obwohl es in diesem Jahr schon mehr als eine Gelegenheit dazu gegeben hätte. So stand am 22.04.2018 beispielweise der Holocaust-Mahnmal-Marathon zum zweiten Mal ganz oben auf meiner Want-to-Run-Liste, was in diesem Jahr allerdings noch nicht allzu viel zu sagen hatte, da Anfang Januar der BaTalU oder Anfang März auch schon der 6-Stunden-Lauf in Rheine dort gestanden haben und aufgrund einer eingeredeten Formlosigkeit dann doch nicht gelaufen wurden.


Wohlmöglich eine Weltsensation?! Temporäre Wettkampfaversion als mögliche Ursache?!

Mir kommt es fast schon so vor, als hätte ich mich irgendwie überlaufen. Also Überlaufen im übertragenen Sinne von Überfressen – der eine oder die andere kennt das vielleicht im Zusammenhang mit dem Hyperkonsum eines bestimmten Lebensmittels, von der man sich über eine kurze Phase so übermäßig viel einverleibt hat, dass einem davon nicht unbedingt speiübel wurde, sich hieraus aber trotzdem eine mittelschwere und zumindest temporär bleibende Abneigung entwickeln konnte. Kennt ihr nicht? Also ich kann mich noch ganz gut daran erinnern, dass ich eine solche Lebensmittelaversion im späten Kindesalter gegenüber Fleischwurst entwickelt habe. Und auch in der Frühphase meiner Jugend stand ich zweitweise mit Getränken wie dem Kleinen Feigling und Tequila auf Kriegsfuß, wo schon allein der Geruch meine Nackenhaare senkrecht stehen ließ. Während die Abneigung gegenüber dem Kleinen Feigling auch aktuell noch immer besteht, konnte ich mich mit dem mexikanischen Agavenschnaps recht schnell wieder anfreunden.

Meine körperliche Reaktion auf Wettkämpfe ist  zwar aktuell nicht ganz so intensiv, dass sich mir beim Gedanken an einen Wettkampf die Nackenhaare aufstellen, aber mein Verhältnis scheint trotz 160tägiger Abstinenz weiterhin belastet. Einige werden sich jetzt bestimmt denken – klar wer innerhalb eines Jahres 17 Wettkämpfe über die klassische Marathondistanz oder über ein Mehrfaches darüber hinaus bestreiten kann, hat sich die Suppe auch irgendwie selbst eingebrockt. Stimmt und genau aus diesem Grund wird noch ein wenig Zeit ins Land streichen müssen, bevor der Teller leergelöffelt ist und es mich wieder an die Startlinie eines Wettkampfes zieht. Bis dahin wird es aus den Rubriken – MyMedalMonday, Mein Kriterien-geleiteter Marathon-Kompass keine neuen Beiträge und auch keine neuen Erlebnisberichte geben.


Blick nach Vorne – die kommenden Monate…

Die erste Veranstaltung, an der ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit teilnehmen werde – vorausgesetzt natürlich meine körperliche Gesundheit macht mir keinen Strich durch die Rechnung, wird am 27.05.2018  mein Haustürmarathon sein, der dann zum mittlerweile 6. Mal ausgetragen werden wird und zu dem ich seit Öffnung der diesjährigen online-Anmeldung auch schon angemeldet bin.

Während des Verfassens von diesem Beitrag, um mich über meinen momentan schwer besiegbaren inneren Wettkampfschweinehund zu beklagen, erreichte mich die Mitteilung von Sieghardt, dass er den HOMAMA, den er vor einigen Jahren selbst  ins Leben gerufen hat und im Rahmen des Internationalen Gelsenkirchener Volkslaufes veranstaltet, organisiert und auch durchführt, in diesem Jahr aufgrund gesundheitlicher Probleme ausfallen müsse. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nach dem letztjährigen Alleinunterhalter-Marathon auch in diesem Jahr mit meinem Start spekuliert, aber das Leben ist ja kein Wunschkonzert?! Von dieser Stelle aus wünsche ich Dir lieber Sieghardt natürlich eine baldig-schnelle Genesung, aber die Entscheidung, ob ich an dem Wochenende bei deinem Lauf starte oder eben nicht starte, die hast du mir dankenderweise abgenommen. Das Schicksal scheint es mit einem manchmal auch zu gut zu meinen.

Der überraschende Ausfall des Holocaust-Mahnmal-Marathons hieß für mich aber auch gleichzeitig, dass ich definitiv noch bis zum Start des VIVAWEST Marathons am 27. Mai – also noch weitere knapp vier Wochen – ohne Marathon in 2018 bleiben sollte und somit Marathonfinish Nummer 55 weiter auf sich warten lässt. Bis zum Starttag in Gelsenkirchen bleiben noch exakt 21 Tage, 21 Tage um an Form und Vorfreude auf den ersten Marathon in 2018 zupfeilen. Ganz abgesehen davon, dass eine vierwöchige Marathonvorbereitungsphase sowieso fast schon verschwenderischem Luxus gleicht und vier Wochen natürlich mehr als genug Zeit sind, um bis dahin formbedingte Restzweifel trainingstechnisch aus der Welt räumen zu können. Außerdem habe ich die letzten Wochen auf diesen Tag schon systematisch hingesteuert. Und wenn gar nichts weiterhelfen sollte, dann könnte ich immer noch auf den legendären und schon einmal in der Praxis bewährten 14-Tage-Notfall-Plan zurückgreifen. Aber kein Grund zur Panik, denn ich baue auf einem soliden Ausdauerfundament auf – ein Kaltstart würde sich wesentlich unangenehmer anfühlen…


Per Zufall vom Nimmersatt zum Trainingsmuffel…

TU Monat 1+2 WP

Bei Betrachtung der Parameter Trainingsumfang pro Woche in Kilometern und Anzahl der Trainingseinheiten pro Woche lässt sich deutlich erkennen, dass nach den 17 Marathons des letzten Jahres zu Beginn von 2018 der Versuch soweit geglückt war, um durch eine wettkampfbefreite und trainingsreduzierte Phase ausgiebig zu regenerieren und dabei mindestens einen Gang runterzuschalten. Auch wenn ich zugeben muss, dass sich diese Phase vielmehr unterbewusst ergeben hat, als dass ich sie bewusst geplant hätte – aber manchmal nimmt sich Körper und Geist genau das, was benötigt wird – in meinem Fall war das die lauftechnische Auszeit, die allerdings durch einige Zufälle und Entscheidungen begünstigt wurde.

Mit in die Karten gespielt hat mir in jedem Fall das frühe DNS beim Bachtal-Ultra („BaTal-U“) zu dem ich zwar eingeladen und angemeldet war, den ich aber absagen musste, weil er für mich eindeutig zu früh im Kalender angesetzt gewesen ist. Auch die Tatsache, dass der Januar entgegen des eigentlichen Jahresplans nicht schon mit dem Kevelaer Marathon begonnen hatte, hat sicherlich die Entstehungsgefahr einer erneuten Wettkampflawine verhindert.

Durch die schon im Vorjahr erhaltene Trostmail von der Brocken Challenge hatte sich auch die einzige Chance auf eine motivationsspendende Wettkampfteilnahme im Februar in Luft aufgelöst. Deshalb festigte sich der wettkampflose Trend ab Februar von Tag zu Tag zu einem festen Zustand und ohne zeitnahes Ziel vor Augen verkomplizierte sich die Situation zunehmend, sodass es verdammt schwer wurde, sich bei dem jahreszeitlichen Wetterdurcheinander zu einem systematischen Laufen zu motivieren.

Und wie das dann nun mal so ist, der Mensch ist ja bekanntlich auch nur ein Gewohnheitstier, da hatte ich mich allmählich an das Ausbleiben der wettkampfbedingt verbleiten Beine gewöhnt, wobei dazu erwähnt werden muss, dass auch das teilweise frostig-feuchte Wetter unter anderem bedingt durch das „Beast from the East“ seinen Beitrag hierzu beigetragen haben wird.


Und zurück zum normalen Wahnsinn…

TU Monat 3+4 WP

Positiv festzuhalten gilt, dass ich am Ende des Februars zumindest wieder bei einer Trainingsfrequenz von 4-5 Trainingseinheiten pro Woche angelangt war. Die Tatsache, dass ich hierzu einen zwischenzeitlichen Tiefpunkt in Woche 6 mit zwei TE durchlaufen musste, hat mich im Nachhinein selbst überrascht. Wie schnell es doch dazu gekommen kann, sich seinen zuvor antrainierten Laufreflex kurzzeitig wieder abzugewöhnen. Aber wie gesagt, gegen Ende Februar normalisierte sich das Training zunehmend und ab März war die gewohnte Trainingstaktung von 5-6 Trainingseinheiten auch schon wieder erreicht.

Nach einer nahezu organischen Steigerung der Wochenumfänge im Zeitraum von Mitte Februar bis Ende März von 55 Wochenkilometern über 65 auf 75 Kilometer entsprechen die im April-Werte wieder voll meinen Vorstellungen eines zielorientierten Lauftrainings während der Vorbereitung auf einen Marathon. Auf die ersten drei Wochen März mit einem Wochenumfang von > 65 Kilometern folgte zunächst eine Erholungswoche mit reduzierten 50 Kilometern.

In den Wochen 13 bis 16 im April waren die 70 Wochenkilometer jeweils überschritten und gefestigt, sodass ich Ende April sogar kurzzeitig über einen Start beim Metro Marathon in Düsseldorf sinniert hatte, wo ich auch die letzten drei Jahren gestartet war. Doch auch hier sollte es einmal mehr nur bei der Absichtserklärung bleiben – aber diesmal war zumindest die Begründung nachvollziehbar, denn die unverschämten Startgebühren von über 100 € haben den Gedanken schnell wieder verfliegen lassen. Danach war klar, dass der 6. VIVAWEST Marathon in Gelsenkirchen am Ende von Woche 21 der erste Wettkampf 2018 sein wird, womit mir Ende April bis zum Start noch vier Wochen bleiben sollten.

Mit einem Wochentrainingsumfang von 101 km verteilt auf 6 TE war die darauf folgende Woche 17 als ein Belastungs-Peak in der Vorbereitungsphase geplant und schlussendlich auch umgesetzt worden. In Woche 18 mit einem 65 km-Trippeldecker aus drei auf einander folgenden Einheiten, wobei die Erschöpfung, die aus  der Belastung der ersten TE resultierte (26 km schneller als das geplante Marathontempo), in den zwei Folgeeinheiten noch überdeutlich zu spüren war. Deshalb war Woche 18 genau wie Woche 17 als eine Peak-Woche in der Vorbereitung zu betrachten. Inwieweit auf diese Weise trainingswirksame Belastungsreize gesetzt werden konnten, wird sich in drei Wochen in Gelsenkirchen zeigen. Die nächsten drei Wochen heißt es nach und nach die Trainingsumfänge und -intensitäten zu reduzieren, um dann hoffentlich optimal regeneriert am Tag X ins Rennen gehen zu können.

Die trainingstechnischen Tertialszahlen 2018

Tabelle 1. Tertial 2018

1. Tertialszahlen 2018 [TE = Trainingseinheit; TU = Trainingsumfang in Kilometer; TD = Trainingsdauer in Stunden:Minuten:Sekunden; NRG = verbrauchte Energiemenge in Kalorien; KG = Körpergewicht in Kilogramm].

Die Diagramme zeigen die Entwicklung der beiden Parameter Trainingsienheiten und Trainingsumfang über die ersten vier Monate des laufenden Jahres. Auf  Trainingsparameter wie Trainingsdauer, Energieverbrauch und Trainingsintensität, die bei der Datenerhebung mittels Garmin FR 35 standardmäßig aufgezeichnet wurden, sind aufgrund individueller Bedienfehler und eklatanter Messschwächen der Technik im Folgenden nicht dargestellt. Die rote Linie zeigt den Tertialdurchschnitt, der lediglich das arithmetische Mittel des jeweiligen Parameters im betrachteten Zeitraum darstellt.

TE WP 1.T2018

TU WP 1.T2018


Fazit zum ersten Lauf-Tertial 2018

Aller Anfang ist schwer und wenn man sich das zurückliegende Laufjahr anschaut, dann wäre wohlmöglich der Zeitpunkt erreicht wenn nicht sogar überschritten gewesen, um mit dem Laufen aufzuhören, denn aufhören soll man ja bekanntlich dann, wenn es am Schönsten ist…

In den ersten 6 Wochen des neuen Jahres war mein Lauftraining vor allem nach dem Prinzip Lust und Laune gestaltet. Nach 2017 war es auch schier unmöglich Laufziele mit einer für mich hohen Attraktivität zu finden, die sich auf die Trainingsumsetzung motivierend auswirken hätten können. Dass mein Lauftraining aber auch des Öfteren von wetterbedingter Unlust geprägt gewesen ist, fällt ganz besonders deutlich Anfang Februar auf. Da ich aber auch in diesem Jahr wieder von Ausfall durch die für die Jahreszeit typischen Infektionen der oberen Atemwege, grippalen Infekten oder gemeinen Erkältungen komplett verschont geblieben bin, gibt es für die desolaten Trainingszahlen in der Frühphase des Jahres eigentlich keinen plausiblen Grund.

Möglicherweise hatte ich auch einfach nur keine Lust. Möglichweise bedingt durch einen akuten Vitamin-D-Mangel aufgrund der marginal vorhandenen Sonnenlichtstunden in Kombination mit dem mies-nass-kalten Wetter der zu dunklen Jahreszeit. Vielleicht auch bedingt durch die vielen Wettkämpfe im vergangen Jahr, das fehlende Wettkampfziel in zeitlicher Nähe oder den nicht existenten Trainingsplan, der mich hätte motivieren können. Möglichweise hat sich auch die reduzierte Bewegungszeit, so paradox das auf dem ersten Blick klingen mag, durch den daraus resultierenden Bewegungsmangel wie zusätzlicher Stress auf mich und meinen Körper ausgewirkt und so zu einem Befindlichkeitszustand geführt, der einem akuten Anti-Burnout ähnelt – also einer negative Belastung durch körperliche Unterforderung?!

Festzuhalten gilt: Nach einer viel zu langen Übergangsphase, die in Woche 5/ 6 im Februar ihren katastrophalen Höhepunkt gefunden hat, normalisiert sich mein Training zunehmend. Ursächlich für diese Phase sind neben der saisonbedingten Motivationsbefreitheit auch die Nachwehen der suboptimalen Wettkampffrequentierung des letzten Jahres. Erschwerend hinzu kam dann wohl auch noch die Teilnahme beim New York City Marathons, der so großartig und einmalig das Erlebnis auch gewesen ist, mich in der Folgezeit in meinen Wettkampf- und Trainingsaktivitäten ein wenig ziel- und planlos zurückgelassen hat.

Nun ja, wie auch immer – die Motivationsbefreitheit und die Bürde des zurückliegenden Laufjahres scheinen überwunden zu sein, die Laufakkus sind wieder gefüllt, der normale Laufwahnsinn hat mich glücklicherweise wieder eingeholt. Nächster Halt beim VIVAWEST-Marathon in Gelsenkirchen (27.05.2018), übernächster Halt eine Woche später beim SANTANDER Marathon (03.06.2018) in Mönchengladbach…


in diesem Sinne keep on Running & Rock ’n‘ Roll

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Über SohlenRocker

Irgendwas zwischen laufverrücktem Kilometerfresser & multibewegtem Blogger - die Familienpackung Laufschuhe geht pro Jahr drauf?! Ansonsten naturverbunden, outdoorbesessen, wissbegierig, sozialverträglich & irgendwie auch ewiger SocialMedia-Neu-Entdecker...
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6 Antworten zu Verspätete Quartalszahlen – eine trainingstechnische Inventur für das 1. Tertial 2018: Vom Wettkampf-Nimmersatt zum Trainingsmuffel und zurück

  1. Talianna schreibt:

    Interessante Darstellungsform der Tertialszahlen. Ich selbst führe meine wochen- bzw. tagesscharfe Statistik nicht ganz so graphisch, sondern fasse für die große Darstellung Monate zusammen. Die tages- und wochenscharfe Statistik behalte ich natürlich auch im Blick, aber schöne Diagramme mache ich nur monatsweise – und frage mich gerade, ob ich das nicht vielleicht ändern will – wahrscheinlich aber nicht.

    Eine Besserwisser-Anmerkung habe ich aber: Der Energie-Bedarf ist doch sicher in Kilokalorien, als kCal, nicht wahr? Eine verkürzte Darstellung der etwas sperrigen Einheit (VIER Buchstaben – Unverschämtheit von dieser Einheit!) ist sicher praktisch, aber die Physikerin in mir schreit, dass es neunzehntausend Kilokalorien, also neunzehn Megakalorien sind, die Du im Januar verbraucht hast.

    Ich bewundere auch Motivation, Form und Konstitution, in so dichter Folge Marathons laufen zu können, da habe ich gar nicht die Ambition zu – aber ich wünsche viel Erfolg und vor allem Freude dabei!

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    • SohlenRocker schreibt:

      Normalerweise fristen die Daten meines digitalen Trainingstagebuches auch nur ein Schattendasein, dass ich ihnen diesmal so viel Beachtung geschenkt habe, ist der Versuch die aktuell bestehende Wettkampfflautet für mich selbst „erträglicher“ werden zu lassen – so eine Art selbstmedikativer Therapiemaßnahme, bei der ich mir plakativ vergegenwärtige, dass ich trotz fehlenden Marathons doch schon einiges gelaufen bin…

      Inwieweit die Vielstarterei bewunderungsfähig ist, sei mal dahingestellt, da ja der Marathon an sich je nach Zielsetzung auch nur den Stellenwert einer längeren Trainingseinheit für einen folgenden noch längeren Ultra haben kann. Aber wo du gerade die Motivation ansprichst, genau die ist es, die dabei kurz über lang auf der Strecke bleibt – zumindest ist es mir im letzten Jahr phasenweise so ergangen…

      Mit deiner Einwände zu den Dimensionen gebe ich dir natürlich absolut Recht, sowohl bei der Größenordnung der Zahl und dem damit zusammenhängenden SI-Präfix kilo als auch bei Schreibweise der zu verwendenden Einheit der Kalorie [cal]. Und dass die Kalorie nicht mit [C] abgekürzt werden darf sondern mit [cal] abgekürzt werden muss, um im Einklang mit dem Système international d’unités zu sein, hätte selbst mir als Chemiker auffallen dürfen – Schande über mein Haupt. Zumal das [C] ja auch noch für das Coulomb steht, das die Einheit der elektrischen Ladung darstellt.

      Da habe ich mich von Garmin Connect wohl mächtig ins Bockshorn jagen lassen, denn da wird mir mein Verbrauch tatsächlich mit der Einheit [C] in Kalorien angezeigt – was ja im Grunde mindestens doppelt falsch ist, ich aber ohne kritisch drüber nachzudenken einfach übernommen habe, aber es kann ja auch niemand ahnen, dass sich eine mitdenkende und aufmerksame Leserin diesen Beitrag durchliest – also besten Dank für dein berechtigtes und lehrreiches Zurechtweisen… 🙂

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      • Talianna schreibt:

        Was die Nachfrage bei den Einheiten angeht: Gerne doch! Immerhin ist Dir das Ganze bewusst, wenn Du drauf gestoßen wirst – ich habe bestimmt ähnliche Inkorrektheiten meinem Zeug, die mir nur nicht mehr auffallen. Wo sich mir aber die Fußnägel hochrollen, waren z.B. Kollegen, die von Hüllrohren von Kernbrennstäben aus Zirkon sprachen und das auch nach dem Hinweis beibehielten, dass die Dinger aus Zirkalloy bestehen, gerne darf das Zeug auch nach seinem Hauptbestandteil als Zirkonium bezeichnet werden … aber Zirkon ist nun wirklich was gaaaanz anderes. Ich habe mir damals verkniffen zu fragen, ob der typische Anteil an Hafnium im Zirkon in Hüllrohren nicht als Neutronengift problematisch sei und wie man Rohre von 4m Länge aus einem Silicatkristall ziehen wolle …

        Ah, die Besserwisserin kommt durch!

        Zum anderen Thema: ich habe bei der Badischen Meile gemerkt, dass Wettkampf mich so pusht, dass ich den Lauf nicht in das Training einzupassen in der Lage wäre – also funktioniere ich im Bezug auf Wahrnehmung des Wettkampfes einfach nur anders als Du, was mir unabhängig vom angesprochenen Motivationsproblem diese Wettkampffrequenz unmöglich machen würde.

        Der Kölner würde sagen: „Jede Jeck is anders.“ 😉

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      • SohlenRocker schreibt:

        Sich Fehler einzugestehen ist ja kein Zeichen charakterlicher Schwäche, sondern Voraussetzung und wesentlicher Bestandteil einer konstruktiven Fehlerkultur, die eine Chance für Innovationen und zur Weiterentwicklung beinhaltet. Eine Tri(o)logie aus Reflexion – Fehleranalyse und Weiterentwicklung – so lässt sich aus Fehlern gewinnbringend lernen. Und so lange man sein Mehr an Wissen nur dosiert einstreut und Andere durch sein permanentes Verbessern nicht total entnervt, sollte das dezente Hinweisen als Chance und nicht als persönliche Bloßstellung angesehen werden.

        Was dein Beispiel aus der Reaktortechnik betrifft, hätte ich den Unterschied zwischen dem Edelstein Zirkon und dem Übergangsmetall Zirkonium noch herleiten können, was aber die Verwendung der neutronenabsorbierende Eigenschaft des Hafniums zur Kontrolle der Kettenreaktion anbelangt, da muss ich zugeben, dass dies meine Kenntnisse in anorganischer Chemie deutlich überschreitet 🙂

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      • Talianna schreibt:

        Ich bin nur ins Erzählen gekommen, was Reaktortechnik angeht 🙂 Das ist alles schon recht speziell.

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  2. Pingback: So etwas wie ein verspäteter Jahresabschluss mit läuferischem Rückblick auf das Wettkampfjahr 2018 | sohlenrocker

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