Jeder hat eine zweite Chance verdient, denn einmal ist keinmal, allerdings sind zweimal manchmal schon einmal zu viel?! 42.195 verdammt lange Meter beim 2. SANTANDER MARATHON 2018 in Mönchengladbach

| 03.06.2018 | Mönchengladbach| Santander-Marathon |

offizielles Logo vom Santander Marathon

Entnommen von der offiziellen Homepage.

Nach dem 6. VIVAWEST Marathon stand eine Woche später mit dem Santander Marathon in M’Gladbach der zweite Marathon meiner bisher träge verlaufenden Laufsaison auf dem Plan. Die Erfahrung Santander Marathon 2017, welche ich im letzten Jahr sieben Tage nach meiner schmerzhaften Hollenlauf-Selbstzerstörung gemacht hatte, ist im Nachhinein wohl als eher durchwachsen zu bewerten. Aus diesem Grund habe ich in diesem Jahr auch von meiner Seite aus alles dafür getan, dass zumindest die individuell-beeinflussbaren Stellschrauben auf mehr Genuss und weniger Frust gestellt sind. Entsprechend dieser Grundeinstellung beginnt mein Wettkampftag auch äußerst routiniert und gewohnt planmäßig. Aufstehen um 07.30 Uhr, zum Wachwerden ruft die Dusche, währenddessen zeitsparend die Zähne putzen und Klamotten anziehen…     [4829 more words]

Die Kaffeemaschine ist schnell angeschmissen, die restlichen Nudeln vom Vortag in der Mikrowelle erwärmt und mit Vanille-Quark kulinarisch verfeinert. Nachdem Kaffee und Quark-Nudeln einverleibt sind, schnappe ich mir den am Vorabend gepackten Rucksack und schwinge mich bei lauen 18°C auf meinen Roller, der mich sodann bis vor die Tür des Bahnhofsgebäudes bringt. Exakt zwölf Minuten nach dem Schließen der Haustür betrete ich den Hauptbahnhof in Wanne-Eickel, von wo aus es, so wie es auch schon im letzten Jahr geschehen ist, mit dem Regionalexpress weiter nach Mönchengladbach geht…

Santander Marathon 2018 Zugfahrt

Vom Nabel der Welt geht es nach Mönchengladbach ins Niederrheinische Tiefland.

Die Fahrt mit dem Regionalexpress RE 42 verläuft wieder ohne jegliche Komplikationen, obwohl der RE in diesem Jahr von DU-Rheinhausen bis nach Mönchengladbach aufgrund von vorangekündigten Gleisarbeiten ohne Zwischenhalt in Krefeld und Viersen bis zum Zielbahnhof nach Mönchengladbach durchfährt. Die angegebene Fahrzeit von 1:15 wird sogar noch unterboten, also sag nochmal einer, die Deutsche Bahn käme immer zu spät – wobei zu früh natürlich auch nur die andere Form von nicht pünktlich ist. Wie auch immer – um 09.42 Uhr stehe ich schließlich überpünktlich am Bahnsteig in einem etwas schmuddeligen Hauptbahnhof.

Bis zum Treffpunkt am Infopoint, der sich in diesem Jahr im Hinterhof der Santander-Zentrale befinden soll, liegen vom Bahnhof aus laut GOOGLE-MAPS noch ein Fußweg von rund zwei Kilometer. Nach einem gut viertelstündigen profilierten Fußmarsch, der mich zunächst die Hindenburgallee erklimmen lässt und mich auf den letzten Metern dann noch durch die Ausgeh-Partymeile von Mönchengladbach führt, erreiche ich endlich mein Ziel am Santander Platz 1. Ein wenig überraschend auf der letzten Anreise-Etappe war für mich in jedem Fall die Tatsache, dass mir um kurz vor 10.00 Uhr morgens noch dermaßen viele Überbleibsel der vergangenen Partynacht respektive der endenden Afterhour entgegentorkelten, dass ich beinahe zum Slalomlaufen gezwungen bin, aber MG scheint wohl zumindest für die regionale Umgebung so etwas wie die partytechnische Provinzhauptstadt zu sein.

Santander Marathon 2018 Hinweg

Der Hinweg durch Mönchengladbach hat mich positiv überrascht, denn Gladbach kann auch ansehnlich.



Vorstartgeplänkel am Santander-Hauptquartier

Zehn Minuten vor dem vereinbarten Treffpunkt komme ich schließlich am Santander Platz an – hier soll um 11.15 Uhr der offizielle Marathonstart erfolgen und genau hier befindet sich auch das „Athletendorf“. Es fällt sofort auf, dass wie auch schon im letzten Jahr neben der laufspezifischen Infrastruktur auch heute wieder ein buntes Drumherum bestehend aus unterhaltungstechnischem Allerlei – von einer Hüpfburg bis zum Bastelstand für die Kleinen und allerlei anderem Schnickschnack aufgebaut ist. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass das hier im Vergleich zu dem, was uns dann im Zielbereich am Geroplatz erwarten wird, nur einen relativ kleiner und überschaubarer Vorgeschmack ist.

Auf der riesigen Wiese des parkähnlichen Außenbereichs der Santander-Zentrale, in deren Mitte ein futuristisch-pompöser Brunnen thront, sind zudem wie bei einem Gartenfest ein Dutzend Tische und Sitzmöglichkeiten aufgestellt. Passend zur Hüpfburg läuft eine übergroße Maus über das Gelände und posiert mit den Kleinen für etwaige Fotowünsche, darüber hinaus gibt es, wie es scheint, auch noch andere Aktivitäten zur strategischen Kinderbespaßung. So in der Art etwa stellt man sich das typisch-klassische Gemeinde-Kindergarten-Sommerfest vor, allerdings drängt sich mir als Nur-Läufer die Frage auf, was das Ganze mit einer Laufveransatltung zu tun hat!? Aber ok – wenn es dem Nachwuchs gut geht, sollten wohl auch die Eltern zufrieden sein, so vermute ich, ist die planmäßige Strategie hinter diesen Maßnahmen.

Vorstart Santander Marathon 2018

Kinderfest beim Marathon oder Marathon beim Kinderfest – eine Antwort auf die Frage habe ich immer noch nicht.



Die „Koordination“ der Pacer vor Ort erfolgt durch Dirk – soweit alles unspektakulär und ohne erwähnenswerte Komplikationen. Was mich dann aber doch ein wenig irritiert, wir müssen einen Zettel unterschrieben und uns dazu verpflichten, die Rucksack-Fahnen, auf denen jeweils die zu laufenden Zeiten zu sehen sind,  am Ende der Veranstaltung wieder zurückbringen und diese nicht als Andenken mit nach Hause nehmen – wobei sich mir die Notwendigkeit, sich von diesem Lauf ein Souvenir mit nach Hause nehmen zu wollen, nicht erschließen will – ich hoffe mit der Aussage ist jetzt noch nicht allzu viel verraten?! Diese Maßnahme ist trotzdem überflüssig, da auch niemand wirklich kontrolliert, was tatsächlich auf den Zetteln eingetragen wird. Aber vor allem erklärt sich mir nicht, was jemand mit einer solchen hässlichen und unnützen Fahne in seiner Freizeit machen wollen würde?!

Das eigentlich Tolle an solch Pacemaker-Läufen besteht darin, dass man meistens die bekannten Gesichter der üblichen Verdächtigen antrifft, denn die Riege derer, die spaßeshalber und einfach mal so zwischendurch den Marathon laufen, um anderen Läufern die Zielerreichung zu erleichtern, ist dann doch eher überschaubar. So treffe ich hier vor Ort Axel, der sich nach überstandenem Muskelbündelriss noch im Aufbau befindet und „erst“ seinen zweiten Marathon wieder bestreitet und Tom, mit dem ich irgendwann mal bei Jochens 0211-KEU ein paar Runden bei Ratingen gelaufen bin, und dem die 230 Kilometer der TTdR230 von vor 14 Tagen noch ordentlich in den Beinen gesteckt haben müssten.

Die meisten Pacer-Zeiten sind bei der heutigen Veranstaltung entgegen der ungeschriebenen Regel mit mindestens zwei Läufern besetzt zu sein, nur mit einem Läufer vertreten. Noch tragischer ist aber die Tatsache, dass manche Zeiten entgegen der Vorankündigung gar nicht besetzt werden konnten, da einige trotz vorheriger Zusage nicht zur Veranstaltung erschienen sind. Auch die zur Verfügung gestellten Ballons, waren nicht das Gelbe vom Ei, da sie ganz einfach nicht geeignet waren, um sie mit Helium zu füllen, wobei das aber im Nachhinein dann noch ein zu verschmerzender Problempunkt sein sollte.

Nachdem wir den hinteren Bereich des Infopoints kurzerhand zur Umkleide umfunktioniert hatten und ich mich ganz gemächlich umgezogen hatte, folgten ein paar obligatorische Pacer-Fotos. Während des Umziehens fiel schon auf, dass die im Infopoint eingesetzten Helfer, bei erschreckend  vielen Fragen keine Auskunft geben konnten. Einen Plan hatte irgendwie keiner, niemand konnten auf die Belange der Fragenden so wirklich eingehen, alle schienen ein Stück weit überfordert. Wo es die Wechselbänder für die Staffeln geben würde, wollte beispielsweise jemand wissen, wo es einen Ersatzchip gibt, doch weiterhelfen konnte den Fragenden niemand!? Klar ist das vielleicht auch in gewisser Weise verständlich, wenn man bedenkt, dass die meisten ihre Aufgabe erst im ersten respektive im zweiten Jahr machen – aber alle Ungereimtheiten mit einem Mangel an Erfahrung zu entschuldigen, empfinde ich für zu kurz gedacht.

Hier auf der großen Santander-Wiese in unmittelbarer Nähe zum Infopoint war auch die Kleiderbeutelabgabe eingerichtet, wobei zu erwähnen ist, dass die Kleiderbeutel direkt in einem LKW verstaut werden und dann zum Ziel am Geroplatz gebracht wurden, um dort auf die Läufer nach deren Zieleinlauf zu warten. Dieser Organisationsablauf erinnert ein wenig an den vom Köln-Marathon oder von Läufen, wo Startort und Zielort aufgrund der Streckenführung nicht identisch sind. Allerdings frage ich mich, ob das hier wirklich erforderlich gewesen wäre, weil das Ziel ja maximal drei Straßen entfernt liegt, aber ok?! Zu meiner positiven Überraschung erfolgte die Abgabe in diesem Jahr ohne, dass mir eine Garderobennummer mit der Aufforderung in die Hand gedrückt wurde, dass ich diese gut aufzubewahren habe, um damit nach 5h Marathonlaufens meine Klamotten auch wieder ohne Probleme abholen zu können. Im Gegensatz zum letzten Mal wurde die Startnummer, so wie es überall anders auch üblich ist, mit einem wasserunlöslichen Stift auf den Beutel geschrieben. Zumindest hier scheinen die Marathonmacher die richtigen Konsequenzen aus der Kritik des Vorjahres gezogen zu haben.

Ansonsten vergeht die Zeit zwischen dem Umziehen und dem nächsten Programmpunkt für meinen Geschmack äußerst schleppend. Wirklich viel passiert in den 45 Minuten nicht, was mir die Zeit gibt, über den Platz zu schlendern und noch mal den WC-Truck aufzusuchen, was aufgrund der sperrigen Fahne am Rücken durchaus erhöhte Vorsicht bedurfte. Der Kameramann, der Livebilder vom Startdorf, so vermute ich zumindest, rüber auf die Leinwand am Geroplatz schickte, kam während des Wartens in unsere Runde und hielt mit seiner Kamera auf die markanten Pacer-Fahnen. Als der Aufnahmeassistent erstaunt darüber war, dass sich jemand von den Läufern die Brustwarzen mit Pflastern abgeklebt hat, und er aufgeregt zu seinem Kameramann meint: „Hast du das gesehen? Hast du das drauf?“, und ich davon mitbekomme, erhält er dazu eine kurze Erklärung. Ich erkläre ihm die Notwendigkeit und empfehle ihm den Begriff „jogger’s nipples“ via Google zu suchen und sich dazu spaßeshalber mal die Bilder anzugucken, um sich plakativ vorstellen zu können, was im GAU-Case passieren könnte, wenn man diese standardmäßige Vorsichtsmaßnahme nicht treffen würde.



Sport frei: Start des 2. Santander Marathons 2018

Um 11.00 Uhr ist das lästige Warten dann endlich beendet, da wir uns für weitere Fotos vor dem Starttor einfinden. Nach der Fotosession geht es für mich dann auch direkt zum Einsortieren in den hinteren Bereich der Startgerade vor dem Santander-Gebäude. Schon jetzt fällt auf, dass sich nicht allzu viele Interessenten bei meiner Fahne mit der Zielzeit von 5:00 Stunden einfinden, was bei einem überschaubaren Teilnehmerfeld von knapp 100 Marathonis auch nicht weiter überrascht. Pünktlich um 11.15 Uhr erfolgt der gemeinsame Start für Halbmarathon und Marathon, während die anderen Wettbewerbe über 10km und Staffeln schon wesentlich früher gestartet wurden und zu dem Zeitpunkt auch schon längst wieder beendet waren.

Start Santander Marathon 2018

Letzter Schnack bevor es dann endlich losgeht.

Zu meiner freudigen Überraschung hat sich auf den ersten Metern dann doch noch ein potentieller 5.00-Läufer finden lassen. Allerdings wollte er bis zum Halbmarathon mit seinen Kumpels zusammenlaufen, die nur für den Halbmarathon gemeldet waren. Doch die Freude darüber währte nicht lange, da er schon in der zweiten Runde nicht mehr in Lage war, um meinem konstanten 7:05er-Tempo zu folgen. Mit ihm verabschiedete sich auch das Begleitrad des Schlussläufers aus meinem näheren Umfeld und im Grunde genommen auch der eigentliche Sinn meiner heutigen Pacer-Funktion. Nett war in der ersten Runde außerdem, dass ich zum Reinkommen in den Marathon noch zusammen mit den 2:30-Pacern des Halbmarathons laufen könnte, doch als die am Ende der ersten Runde eine 100m-Zusatzschleife laufen müssen, trennen sich auch unsere Wege frühzeitig.

Wasserturm Mönchengladbach

Viel zu sehen gab es nicht. Eine der wenigen architektonischen Highlights auf der Strecke des Santander Marathons in Mönchengladbach.

Nachdem sich mir mit dem Absolvieren der ersten Runde die lange Zeit verdrängten Bilder des Vorjahres wieder ins Bewusstsein geschoben hatten, wusste ich worauf ich mich mit meiner heutigen Zusage eingelassen habe. Unterhaltsames vom Streckenrand war nicht zu erwarten, weshalb ich mich innerlich auch relativ zeitnah auf erschwerende Reizarmut und Monotonie einstellen musste, denn selbige Erfahrung hatte ich auch schon im Vorjahr erleiden müssen. Folgerichtig hat sich eigentlich auch nur bestätigt, was bei genauerer Betrachtung schon vorher absehbar gewesen ist, weshalb ich für fast alles äußerst dankbar und empfänglich war, was Abwechslung in die überwiegend triste und unschöne Laufrunde bringen konnte.

TIPP/ IDEE: Die langsamen Pacer mit Gummibärchen ausstatten und den Familien mit Kiddies schenken, die die ganze Zeit an der Strecke stehen und Party machen – kostet nichts und die sind einmal mehr motiviert, gleiches auch im nächsten Jahr gerne zu tun.

Selbst das Fotografieren bot hier keine Ablenkung, denn Architektonisch gab es eigentlich nichts bis auf den alten Wasserturm, was überhaupt wert war, fotografiert zu werden. Aus diesem Grund ist auch nicht überraschend, dass ich mit unter zehn Fotos während der fünf Stunden Gladbach-Marathon bei noch keiner der 60 vorherigen Marathons weniger Fotos gemacht habe, vorausgesetzt natürlich, dass ich die Cam dabei hatte. Im Vergleich dazu waren es beim New York Marathon noch über 600 Bilder in fünf Stunden.

Ablenkung der etwas anderen Art bot sich in der Mitte der ersten Runde als ich mich beinahe mit einem Vater in die Köppe gekriegt hätte. Nachdem ich ihm klar machen musste, dass ich es scheiße finde von seinen Kindern nassgespritzt zu werden. Worauf er antwortete: „Was ist daran denn scheiße – du bist scheiße“. Ok?! Patzige Antwort trifft auf angesäuerten Läufer – Warnung, extrem explosive Mischung, die durchaus das Potential beinhaltet, um schmerzhaft zu enden. Glücklicherweise war mein Stresslevel so früh im Rennen noch relativ niedrig, deshalb habe ich auch nur kurz gestutzt, darüber nachgedacht, was er da jetzt gerade von sich gegeben hat, abgebremst und zwei Schritte auf ihn zugemacht. Zu seinem Glück habe ich dabei meine Kontenance zurückerlangt und ihm lediglich mitgeteilt, dass ich zwar ein intensives Verlangen danach verspüre ihn die Visage zu polieren, er aber froh sein kann, dass seine Familie mit an der Straße steht, weil ich ihn deshalb verschone.

Zu seinem Glück war er ab diesem Zeitpunkt bedachter bei seiner Wortwahl und fast schon kleinlaut. Und auch bei den drei folgenden Malen als ich an der Stelle vorbei gelaufen bin, hat man mich weder nassgemacht noch war man mir anderweitig feindselig gegenüber eingestellt. Und grundsätzlich wäre gegen das Nassspritzen ja auch überhaupt nichts einzuwenden, aber wenn die Blagen mit massiven Pumprohren agieren und dir gezielt ins Gesicht schießen und dabei versuchen dir die Sonnenbrille von der Nase zuschießen, endet bei mir der Spaß und vor allem das Verständnis vom Unterstützenwollen. Vielleicht sollte man einfach vorher fragen, ob das jemand möchte, dann wär alles gut gewesen oder im nächsten Jahr einfach eine Wanne oder Dusche rausstellen und allen wäre geholfen. Bis auf diese Ausnahme waren die ersten beiden Runde aber absolut entspannt und wie gewohnt frei von Aggressionen – zumindest Personen gegenüber.



Wenn bei Halbzeit noch zu viel Strecke vor dir liegt…

Nachdem die Mehrzahl der Halbmarathonis mit dem Vollenden meiner zweiten Runde im Ziel waren, ähnelte die Szenerie auf der Strecke immer mehr der einer verlassenen Westernstadt, nur das durch Mönchengladbach nicht die typischen getrockneten Steppengrasballen (Salzkraut) rollten. Aber dadurch, dass beim Marathon schätzungsweise 100 Läufer gestartet sind, war es unumgänglich, dass das bei der 10km-Runde zur Folge hatte, dass ich ab der dritten Runde als vereinsamter Sololäufer über die verwaisten Straßen Gladbachs schleichen musste.

Zwischendurch konnte ich zwar immer mal wieder Aufklärungsarbeit leisten, indem ich dem nichtlaufaffinen Anwohner erklärte, was die Zahlen auf der Fahne zu bedeuten haben, warum ich mit dieser sperrigen Fahne rumrenne oder warum ich so langsam unterwegs bin – aber ansonsten dominierte am Streckenrand zunehmend gähnende Leere und Desinteresse. Und an der dominierenden Tristesse hat sich natürlich auch dadurch nicht wirklich etwas verändert, dass ich im weiteren Verlauf immer mal wieder von ein paar wenigen Marathonis überholt wurde.

Kurzweilige Ablenkung bot noch der Moment als mich der Führende und seine Radbegleitung überholten und ich ihnen mit Applaus und positiven Worten einen guten Job attestierte, was diese sodann fast schon bemitleidend erwiderten. Und bemitleidenswert war meine Situation auf jeden Fall, denn im Gegensatz zum späteren Sieger lag zu dem Zeitpunkt erst die Hälfte der Strecke hinter mir, während er sich auf seiner letzten Runde befand und der Ziellinie entgegenlaufen konnte. Im letzten Drittel von meiner Runde 3 überholte mich dann Axel mit einer abgeknickten Fahne, die, wie er meinte, an einem Stoppschild zu Bruch gegangen war. Inwieweit Regressansprüche geltend gemacht wurden, kann ich nicht sagen. Für mich war es aber ein extrem harter Zeitpunkt, weil mir bewusst wurde, dass ich noch eine komplette weitere Runde zu laufen hatte, während er seinem verdienten Feierabend entgegenlief.

Gegen Ende der dritten Runde hatte ich gänzlich unerwartet und trotz meiner Ultrahochgeschwindigkeit zu einem Marathonläufer aufgeschlossen, der im Walk- und Wandermodus unterwegs gewesen ist und sich bei mir in der Folge seinen Frust von der Läuferseele geredet hatte. „Scheiß Verpflegung, unzumutbar langweilige Streckenführung mit viel zu vielen Steigungen bei beschämender Verpflegung und durchweg demotivierten Streckenposten“ –  so in etwa seine Wortwahl, wodurch ich mich in meiner eigenen Empfindung bestätigt fühlte. Von seinem Plan abbringen, nach der Runde das Rennen abzubrechen, ließ er sich aber trotz guten Zuredens meinerseits nicht.

Zu Beginn der 4. Runde bin ich dann gut zwei Kilometer mit einem Läufer gelaufen, der zu dem Zeitpunkt allerdings schon gefinisht hatte und vom Zielbereich zu seinem außerhalb geparkten Auto ausgelaufen ist – um ein wenig Ablenkung zu genießen, hatte ich mich ihm angeschlossen, auch wenn die Pace, die wir während dieser kurzen Phase an den Tag legten mit 5:40 pro gelaufenem Kilometer deutlich zu schnell gewesen ist, da mir aber sowieso schon seit der zweiten Runde kein Läufer mehr folgte, war dies natürlich völlig irrelevant. Aber auch er äußerte seinen Unmut über die Veranstaltung und gab zur, dass er sich im Nachhinein darüber ärgerte, nicht in Duisburg beim Rhein-Ruhr-Marathon an den Start gegangen zu sein. Sofort nachdem sich unsere Wege wieder getrennt hatten, schalte ich zwei Gänge zurück – denn schließlich musste ich die durch den „Zwischensprint“ herausgelaufenen fast drei Minuten bis ins Ziel irgendwie wieder verklüngelt haben, wobei sich für mich hierzu im weiteren Verlauf noch einige Möglichkeiten ergeben sollten.



O’zapft is! Alkohol hilft immer…

Aus meiner letzten Runde habe dann eine kleine Abschiedstournee gemacht, in dem ich allen Streckenposten und VP-Helfern noch einen schönen Feierabend gewünscht – vor allem denen, die sich bedankenswerter Weise dazu aufraffen konnten, uns Läufer auf irgendeiner Art und Weise anzufeuern. Auch weil es gegen Ende bei der Läuferdichte nicht nur für uns Läufer sondern vor allem für die Helfer verdammt hart wurde. Auch die Cheerleader im Ziel und vor der Santander-Bank strahlten gegen Ende der Veranstaltung lange nicht mehr so um die Wette wie sie es noch zu Beginn des Marathons getan.

Die letzten 3-4 Kilometer vor dem Ende kam dann bei mir so etwas wie Hektik auf – vor allem weil ich permanent im Glauben war, zu schnell unterwegs gewesen zu sein – und dann kamen einige unplanmäßige Bierstopps. Zunächst hatte ich den Stammgästen im Außenbereich der Kneipe erklärt, warum ich mit diesem Fahnenkonstrukt rumrennen und warum ich so weit abgeschlagen hinter dem Feld herlaufe – als mir dann einer der älteren Herrn sein frisch gezapftes Bier angeboten hatte, konnte ich nicht Nein sagen. Zum Glück war es nur ein kleines 0,2-Durch, das auf der einen Seite echt gut getan hat, aber danach wieder ins Tempo zu finden hat auf der anderen Seite erst eine Weile gedauert.

Beim nächsten Bierstopp habe ich mir im Vorbeiwalken einen halben Becher mit Bier-to-Go genehmigt – aber auch nur weil mir die Gruppe schon in jeder Runde zuvor eins angeboten hatte und sich daraus fast schon so etwas wie ein Running-Gag entwickelt hatte – weil ich immer gesagt habe, dass zum Ertragen der Langweile auf der Strecke Bier schon lange nicht mehr ausreichen würde und Wodka die Lösung wäre. Glücklicherweise hat man mich nicht beim Wort genommen und die Flasche Wodka rausgeholt. Als sie dann tatsächlich auch in der letzten Runde immer noch da saßen und mit einem Becher gewartet hatten, obwohl nur noch eine Handvoll Läufer unterwegs waren, kam ich gar nicht drum herum kein Bier zu nehmen.

Beim Boxenstopp bei der freundlichen Gruppe direkt vor dem Wasserturm, die mich zuvor auch schon mit dem großen Eiswürfel überrascht hatten, habe ich mir dann auf dem Gartenstuhl sitzend gleich eine ¾-Fläschchen getrunken und mich ein wenig verquatscht. Als man mir dann zum Bier auch noch die passende Wurst angeboten hatte, musste ich mich echt zusammenreißen, weil wenn ich nicht schnellstmöglich weitergekommen wäre, hätte durchaus die Gefahr bestanden, dass ich richtig versackt wäre, was natürlich nur bedingt weiter tragisch gewesen wäre, weil sich eh niemanden in meinem Schlepptau befunden hat, wodurch sich auch niemand an meiner unübersehbaren Fahne hätte fehlorientieren können, aber man versucht ja trotzdem das zuvor ausgegebene Zielbestmöglich zu erfüllen.



…und dann kam doch noch Hektik auf?!

Vor allem als der Streckenposten nach der Hindenburgallee zu mir meinte: „Jetzt musste aber Gas geben, das wird verdammt eng“. Vor allem weil ich erst gar nicht gerafft hatte, warum und was er damit gemeint hatte – denn die Zeit war zwar während der letzten Bierpause mächtig vorangeschritten, aber nach meiner Laufuhr war trotzdem noch alles im grünen Bereich – so dachte ich zumindest. Als ich dann aber am 40km-Schild die Diskrepanz zwischen der durch das Streckenschild angegeben Distanz zu meiner auf der Uhr angegebenen Laufdistanz feststellen musste, hätte ich, um nicht auf den letzten Metern das Ziel sub5h zu verfehlen, nochmal ordentlich auf die Tube drücken.

Und deshalb hatte ich zunächst auch noch mal versucht richtig Gas zu geben, aber wirklich Power in den Beinen und vor allem zwischen den Ohren hatte ich nach fünf Stunden zermürbenden Laufens natürlich auch nicht mehr – aber vor allem fehlte es am Willen. Zumal mir meine Uhr zu dem Zeitpunkt aber auch eine 7:04-Average-Pacer angezeigt hatte und ich nur eine 7:08 zu laufen hatte. Aus diesem Grund war das mein Entsetzen auch umso größer als ich am Geroplatz ankam und eine 5:01:15 auf der Anzeige sehen musste, mich meine Uhr aber dummerweise schon 400 Meter vor der realen Ziellinie im Ziel gesehen hatte?! Naja kurios würde sagen – vermutlich technische Messungenauigkeiten oder die Nebenwirkungen vom Bier, aber wie gesagt, da sich eh niemand an meiner Pace orientiert hatte, war es unwesentlich.

Im Nachhinein vielleicht etwas ärgerlich, weil ich bis vier Kilometer vor dem Ziel trotz der Bierpausen, die im Nachhinein dann zwar doch länger gedauert haben müssen, soweit aber trotzdem alles nach einer Punktlandung ausgesehen hatte. Es jedenfalls nicht absehbar, dass mich meine Uhr in die Irre leitet oder sollte ich am Ende knapp einen Kilometer an der Ideallinie vorbeigelaufen sein?! Wie auch immer und nichtsdestotrotz – ich bin keineswegs mit meiner dargebotenen Laufleistung unzufrieden, auch wenn das eigentliche Ziel der sub5h um 1:15 Minuten verfehlt wurde. Und wenn ich ehrlich bin, dann würde ich die Bierpausengestaltung genauso auch beim nächsten Mal wieder machen und auch selbst dann, wenn das eine Zielzeit von über 5h zur Folge haben würde, aber natürlich nur dann wenn sich niemand Pacer-technisch auf mich verlässt. Aber aus meiner Sicht war das heute eine zu verschmerzende Zielverfehlung…



Leistungs-Fakten-Check

Tagesaufgabe „carry the Flag in time to the finishline“ hätte vom Gefühl her hinhauen müssen, wurde allerdings mit einer Zielzeit von 5:01:15 dann doch verfehlt. [offiziell: 1. Runde: 1:16:15; 2. Runde: 1:15:42; 3. Runde: 1:17:31; 4. Runde: 1:11:47], wobei ich immer noch nicht wirklich verstehe, wie ich in der letzten Runde trotz der Bierpausen im Vergleich zu den vorherigen Runden so schnell unterwegs gewesen sein konnte – hier muss wohl ein Fehler bei der offiziellen Zeitmessung vorliegen!? Zumal ich vom Feeling her auch der Auffassung war, dass ich die ersten drei Runden relativ gleichmäßig und exakt die Zeit gelaufen bin, die ich hätte laufen müssen, um in knapp unter fünf Stunden im Ziel zu sein.



Innovatives Highlight des Tages:

Einen überdimensionierten Eiswürfel, der unter meinem Schweiß-BUFF am Handgelenk über einen Zeitraum von einer Viertelstunde für durchgehende Abkühlung gesorgt hat. Ansonsten bleibt neben viel Enttäuschung eigentlich nicht allzu viel, was längerfristig in Erinnerung bleiben wird – ok, ich habe einen Marathon mehr – und bin um die Erkenntnis reicher, dass ich im nächsten Jahr definitiv nicht erneut in MG am Start sein werde – 4 x dieselbe Runde ist langweilig ohne Ende, und diese zulaufende Runde umso mehr – dazu die leichten Steigungen, breite Straßen ohne, dass es was zum Gucken gibt. Nicht die 42 Kilometer sind die Herausforderung, sondern Reizarmut und Monotonie sind in Mönchengladbach die eigentliche Challenge.



Aus der Reihe – lustige Marathon-Typen

Ein Beitrag, der unter der Rubrik Mönchengladbacher Sportgeschichte archiviert werden könnte, ist mir aus der ersten Runde dann auch noch in Erinnerung geblieben. So hatte ich gleich mehrmals die Gelegenheit, mich mit einem ehemaligen Marathonläufer auszutauschen, der mir stolz wie Bolle sein Veranstaltungs-Shirt vom ersten Mönchengladbacher Marathon aus dem Jahre 1986 zeigte. Denn im Zeitraum von 1986 bis 1992 wurden hier in Mönchengladbach wohl schon mal Marathons ausgetragen und der Herr, den ich auf Mitte Fünfzig schätzen würde, war Teilnehmer der Premierenveranstaltung gewesen. Und als auf der Bühne diese Gladbacher Marathonhistorie angesprochen wurde, hatte er sich wohl irgendwie bemerkbar gemacht und bei der Unterhaltung mit dem Moderator kam raus, dass er das Shirt noch zu Hause rumliegen haben würde, worauf ihn der Moderator darum gebeten hatte, das Shirt eben zu holen und dem Publikum zu präsentieren, was er sodann auch gemacht hatte.

Seinen Erzählungen nach war er früher ein 3h-Läufer und er spielt auch schon seit Längerem mit dem Gedanken mal wieder mit dem Laufen zu beginnen, lebt aber irgendwie noch immer in seinem Leistungslevel von vor 30 Jahren. Da ich ihn mehrmals an der Strecke getroffen hatte und hatte ich auch öfters die Chance mich mit ihm zu unterhalten. Er erzählt mir unter anderem, dass die Leistungsdichte früher viel enger gewesen ist – er selbst hatte damals auch eine Bestzeit von unter 2:40 h und dass früher überhaupt jemand an einem Marathon teilgenommen hätte, der nicht an die 3h gelaufen wäre, so etwas gab es früher wohl gar nichtdaran kann er sich nicht erinnern. Damals zählte wohl ausschließlich die Leistung, so etwas wie gesundheitsorientiertes Laufen oder einfach nur Just for fun dabei zu sein, hätte es nicht gegeben – Marathon war vielmehr eine Disziplin für Spezialisten, wenn man Marathonläufer war konnte man in seinem Umfeld noch Aufschrecken und Anerkennung einheimsen.

Und am Ende der Veranstaltung stand er dann plötzlich nochmal an einem Kiosk, an dem ich auf meinem Weg zum Bahnhof vorbeigekommen bin. Habe ihm geraten, sich für das nächste Jahr als 5:00-Stunden-Pacer zu bewerben, dann hätte er eine Aufgabe und müsse sich nicht mehr so auf seine früheren Topleistungen konzentrieren. Durch den überraschend wiederholten Plausch am Kiosk sollte ich blöderweise meinen Zug um zwei Minuten verpassen, aber nun gut, wenn er seinen Weg zurück in die Laufschuhe finden würde, hätte es noch Sinn gemacht?!



Krönender Abschluss – Duschtruck & Heimfahrt

Bevor es zurück zum Bahnhof ging, habe ich mir zur Feier des Tages (Ironie: denn zu feiern gab es heute leider so gut wie gar nichts) noch eine Dusche gegönnt. Das Duschen im Dusch-Truck war zugegebenermaßen eine für mich gänzlich neue Erfahrung, – also jetzt nicht das Duschen selbst, sondern das Duschen in einem umfunktionieren Auflieger – an die ich mich aber durchaus gewöhnen könnte. Normalerweise dusche ich im Anschluss an einer Laufveranstaltung erst zu Hause, da ich diesmal aber im Vorfeld an Duschklamotten gedacht hatte, zudem mit den ÖVM unterwegs war und ich die olfaktorischen Rezeptoren meiner bahnfahrenden Mitmenschen nicht unnötig strapazieren wollte, blieb mir auch nichts anderes übrig. Darüber hinaus war es nach dem gegen Ende doch schwülwarmen Temperaturen eine willkommene Erfrischung und danach fühlt man sich in jedem Fall besser

Santander Marathon 2018 Dusche

Wer zum Ende kommt, hat Platz zum entspannten Duschen im umgebauten LKW-Auflieger.

Wie schon erwähnt, gestaltete sich die Rückfahrt etwas unglücklich – denn dank einer bestehenden Diskrepanz zwischen der auf dem gelben Fahrzeitenplan am Aufgang ausgeschilderten Abfahrtszeit und der Abfahrtszeit, die am Bahnsteig ausgeschrieben war, fuhr mir die einmal in der Stunde fahrende RE42-Bahn vor der Nase ab. Ganz toll, bedeute nämlich für mich, dass ich eine ganze Stunde auf den nächsten Zug warten durfte. Was gibt es schöneres als mit schweren Beinen und müdem Kopf und dazu hungrig hier rumsitzen zu müssen, um danach dann noch eine weitere Stunde im Zug sitzen zu dürfen – großartig!!! Wobei es natürlich zur Erlebnisabrundung und perfekt ins Gesamtbild des Tages gepasst hat – miese Veranstaltung, mit einer 5:01:15 die Zielzeit, die ich eigentlich hätte erreichen wollen, offiziell nicht erreicht, obwohl ich sie nach den eigenen Daten erreicht hatte und nur deshalb nicht erreicht habe, weil ich bewusst geklüngelt habe, um nicht zu früh im Ziel sein 😀 und dann der grandiose Abschluss mit dem verpassten Zug – eigentlich pünktlich am Bahnsteig und trotzdem den Zug verpasst…



Abschließende Worte…

Viel zu sagen gibt es eigentlich nicht mehr, im Grunde könnte ich mein Fazit vom letzten Jahr eins zu eins übernehmen und zusätzlich noch um einige Kritikpunkte ergänzen, was ich an anderer Stelle allerdings schon ausgiebig getan habe und darauf deshalb hier verzichten werde. Im Beitrag „konstruktive Manöverkritik & Auskotzen 2.0“ habe ich im Einfluss der Veranstaltung stehend versucht die letztjährige Veranstaltung mit der Diesjährigen zu vergleichen und konstruktive Kritik zur Weiterentwicklung zu äußern…

Wenig vielversprechend angefangen hatte der SANATNDER Marathon 2018 für mich im Grunde schon mit der Zusendung der Startunterlagen. Warum das so war, erfährst du unter StarterbagDisappointment.

Im Beitrag Kurz Knapp und knackig findet ihr, wie gewohnt, die „objektive“ und kriteriengeleitete Version einer Bewertung zum 2. Santander Marathon 2018.

Im Nachhinein könnte ich auch gar nicht sicher sagen, ob ich bei einer Laufveranstaltung gewesen bin oder bei irgendeinem Sommerfest, in dessen Rahmenprogramm auch Läufe über verschiedene Distanzen integriert waren. Auch haben die Dimensionen in Relation zu den Besucherzahlen vor Ort irgendwie nicht wirklich zusammengepasst – aber vor allem sollte man sich bei einer Finisherzahl beim Marathon von 88 Läufern doch mal hinterfragen, woran diese deprimierenden Zahlen gelegen haben könnten?! Wie wäre es beispielsweise mit Evaluationsbögen oder sonstigem Werkzeug, um auf dem Wege die aktuelle Qualität im nächsten Jahr zumindest in einigen Punkten steigern zu können?!

Inwieweit das Ganze als DJ-Marathon bezeichnet werden muss, ist auch mehr als fragwürdig – klar wird an mehreren Stellen auf der Strecke Musik aus einer bestimmten Epoche gespielt, die an den sogenannten Hotspots repräsentiert werden soll, aber als Läufer hat man davon eher gar nichts mitbekommen. Zumal auch die Laufstärke alles andere als mitreißend gewesen ist. Aber zumindest an der einen „Alten Ulme“ war Zuschauertechnisch was los – ansonsten höchstens vereinzelt aus den Fenstern, von Balkons oder halt bei den Grillpartys, die einige Anwohner vom Hof an die Straße geholt haben – aber im Großen und Ganzen eher mau und enttäuschend. Und auch die Verpflegung an den VPs war in diesem Jahr enttäuschend – während im letzten Jahr noch Gels und Riegel im Überfluss gereicht wurden, gab es in diesem Jahr nichts Erwähnenswertes – weder Riegel noch Gels und was ich besonders mies gefunden habe, war die Tatsache, dass es noch nicht mal Cola gab!?

Naja, viel gewollt, aber nicht wirklich gekonnt – vielleicht sollte man sich im nächsten Jahr auch auf einen Schwerpunkt konzentrieren?! Veranstaltet entweder eine Sportveranstaltung oder ein Stadtfest, aber für den Spagat zwischen beidem hat es auch in diesem Jahr wieder nicht gereicht. Aus der Perspektive eines Marathonis war die komplette Veranstaltung eine große Enttäuschung!!! Aber auch wenn bei mir persönlich die Enttäuschung dominiert – so geht mein Dank raus an die vielen freiwilligen Helfer an der Strecke und an den VPs, den Trommlern und Cheerleadern, die auch mit der undankbaren Situation zu kämpfen hatten und trotzdem ihr Bestes gegeben haben, um es uns Läufern so angenehm wie möglich zu machen…



Also in dem Sinne keep on Rock ‚N‘ Running

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Irgendwas zwischen laufverrücktem Kilometerfresser und multibewegtem Blogger, aber eine Familienpackung Laufschuhe geht pro Jahr drauf?! Ansonsten naturverbunden, outdoorbesessen, wissbegierig, pflegeleicht, sozialverträglich & irgendwie auch ewiger SocialMedia-Neu-Entdecker...
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