Kurz, knapp & bündig aus der Rubrik Mein Marathon Kriterien KOMPASS (24): Der 22. RheinEnergie Köln Marathon 2018

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Organisation:  [top!] – kommerzorientiertes Lauf-Großevent; Expo im Gegensatz zum letzten Jahr nicht in der LANXESS-Arena, sondern in Zeltstadt auf dem Neumarkt; vom Kleiderbeutel-Shuttle-Service bis zum Marathon- Zieleinlauf eine top Veranstaltung; mit Ausnahme der Wettbewerbsabfolge; Helfer vorbildlich, hilfsbereit, motivierend und in einer mehr als ausreichenden Anzahl vor Ort ; alles so organisiert, wie man es bei einem top Städtemarathon erwartet; vielleicht die Startzeiten überdenken, HM startet rund 1,5h vor dem Marathon, dadurch Zuschauerschwund gegen Ende der Veranstaltung; bei 27.000 Teilnehmern möglicherweise nicht anders praktikabel ?!

An-/ Abfahrt:  [ökologisch vorbildlich !] – optimale Anbindung mit der DB – 1:20h mit dem RE 2 nach Duisburg, dann weiter mit RE 6 zur Messe Köln/ Deutz; zur Anreise via Auto und eventuellen Verkehrs- bzw. Parkplatzproblemen kann ich nichts sagen;

Strecke:  [ok !] – Rundkurs durch die rheinische Dom-Stadt mit Wendestreckenanteil, wobei vom Dom eigentlich nur die beiden Turmspitze zu sehen sind; über die Deutzer-Brücke 5-6 km entlang des Rheins in den Kölner Süden nach Rodenkirchen; danach geht es in die Südstadt durch das Severin-Viertel, durch Stadtteile wie Sülz, Lindenthal, Ehrenfeld und Nippes; „der Dom ist das Ziel“ (Komödienstraße); viele breite Straßen, teilweise windanfällig; vor allem die Wendestrecke zwischen km 29 und 39 – langweilig & monoton zu laufen – keinerlei Ablenkung von der Strecke & auch zuschauertechnisch eher tote Hose;

Highlights:  [einige !] – verantwortungsvolle Aufgabe den 5h-Bummel-Express über die Strecke zu führen; der letzte Kilometer alles eng bei einander – Akustik in den Gassen; viele Kinder-High-Fives eingesammelt, einige verkleidete Läufer der Pirat, Biene Maya, Mario & Luigi, Michel; Klaus, Axel, Mirko und Carsten wieder getroffen; Streckentechnische Highlights: Bahnhofsgebäude Deutz am Start; Deutzer Brücke über den Rhein mit Blick auf den Dom (rechts) und die drei Kranhäuser (links); Severinstorburg, Hahnentorburg, Fernsehturm Colonius, Mediapark, Zieleinlauf in Domnähe;

Zuschauer/ Stimmung:  [ok, aber !] – vor allem im Zentrum und gegen Ende Jubel-Trubel-Heiterkeit – in keinem Fall wie in Berlin, Amsterdam oder New York, aber phasenweise ausgelassene Partystimmung; ALLERDINGS: trotz der Streckenanpassung viele zuschauerarme Passagen; auf den ersten 2-10 km entlang des Rheins bis zur Wende in Rodenkirchen so gut wie gar nichts; Wendestrecke zwischen km 29-39 schwerverdaulich; vieles vermutlich dem Ablauf geschuldet; Halbmarathon startet 1,5 h vor dem Marathon; wenige Stimmungsnester aus Bühnen mit Moderation; einige Bands und Trommlergruppen, etc., die in der Pampa rumstehen; Warum gibt es bei einem Marathon in Köln keine Spielmannszüge, karnevalspezifisches die musizieren oder Party machen?!

Leistungen:  [ohne Wertung !] – da ich als Pacer vor Ort war; auf Nachfrage erhalte ich neben den Umschlag mit meiner Startnummer und dem Pacer-Shirt auch einen leeren (ohne Goodies und Flyer) aber qualitativhochwertiger Mehrweg-Kleiderbeutel- Rucksack; das Veranstaltungsshirt ist optional; schicke Medaille am Ende; üppige Fressmeile im Ziel; online-Urkunde;

Verpflegung:  [überdurchschnittlich !] – Strecke: Wasser, Bananen, ISO, ab km 30  Cola und Dextro-Gels; Nachzielverpflegung:  umfangreich und abwechslungsreich Angebot – von Blutwurst bis zum halbe Eier mit Remoulade, Stullen mit Butter und Schmalz, Hotdogs, Laugenstangen, Quarkbällchen, Müsliriegel, Studentenfutter und sicherlich noch diverse andere Leckereien;

Preis:   [naja !] – in der Frühphase (01.10.-31.12.2017) der Anmeldung 69 € (ohne Shirt); € 111,00 für Nachmeldungen; Preisstaffelung in 10 €-Schritten; im Vergleich zu anderen Städtemarathons im gehobenen Preissegment;

Wetter:  [ok-grau !] – morgens bisschen trüb-neblig und windig dadurch etwas frisch, vor dem Start minimaler Nieselregen, im weiteren Tagesverlauf aufklarend mit phasenweiser Sonne; Temperatur 10-15°C;



Gesamturteil:          [~*~°  4,5 von 5 Sternen  °~*~]

Die 22. Austragung des RheinEnergie Marathons in der mit über einer Millionen einwohnerstärksten Stadt NRWs war mal wieder ein zünftiges Laufevent. Wie schon in den Vorjahren konnte der Köln-Marathon mit 4517 Finisher auch 2017 seinen 4. Platz der größten Laufveranstaltungen Deutschlands hinter Frankfurt (11.141), Hamburg (11.932) und Berlin (39.101) und noch knapp vor München (4360) behaupten. Allerdings kann ich die oft gehörte und häufig in den Sozialen Medien gelesene überschwängliche Begeisterung für den Marathon durch die Domstadt trotzalledem nicht ganz teilen. Woran das aber genau liegt, kann ich auch nicht sagen, denn Organisatorisch ist aus meiner Sicht das Meiste auf einem hohem Niveau.

Vom Kleiderbeuteltransport, über einen pünktlichen Start bis zum Zieleinlauf läuft alles reibungslos ab. Die Medaille ist todschick und nach Wettbewerb differenziert, die Verpflegung auf der Strecke mit Gels ab Kilometer 31 überdurchschnittlich und auch die Nachzielverpflegung ist auf jeden Fall außergewöhnlich. Aber irgendwie werde ich mit der Laufstadt Köln trotzdem nicht warm. Irgendwie war auch bei meinem mittlerweile dritten Mal die Stimmung nicht so, wie ich sie in Köln erwartet hätte – zugegebenermaßen war das Wetter in diesem Jahr auch alles andere als zuschauerfreundlich. Aber der Wendestreckenanteil der Strecke wiegt schwer, dazu verläuft die Strecke Großteils auf überbreiten Straßen. Negativ hinzu kommt, dass man leider sehr oft durch menschenleere Wohngegenden von Köln läuft, was bei einem Landschaftslauf der Charakteristik des Laufes geschuldet ist, sollte bei einem betongrauen Städtemarathon mit überschaubaren Highlights vom Streckenrand unbedingt vermieden werden.

Auch schon bei den ersten beiden Marathons am Dom sind mir diese Kritikpunkte aufgefallen. Die Streckenmodifizierung, die im letzten Jahr vorgenommen wurde, um Stimmung und Zuschauerzahlen zu optimieren, haben bei den Problemen keine Abhilfe schaffen können. Das eigentliche Problem mit dem Zuschauer- und Stimmungsmangel liegt vermutlich gar nicht an Köln selbst, sondern an einer suboptimalen Abfolge der Wettbewerbe. Wenn ich aber als Veranstalter über 27.000 Teilnehmer habe, von denen nur 6000 den Marathon laufen, dann ist es absehbar, dass wenn der Halbmarathon-Start 1h vor dem Marathon-Start erfolgt, dass die Mehrzahl der Zuschauer, die zum Supporten eines Läufers der Halbmarathons vor Ort sind, nicht mehr an der Strecke sein werden, wenn die Marathonläufer ins Ziel kommen. Von daher ist das Stimmungs- und Zuschauerproblem auch ein hausgemachtes Problem. Denn würde man den Halbmarathon nicht vor dem Marathon starten, sondern den Marathon vor dem Halbmarathon, dann wären beim Finish der Marathonis auch noch Leute im Zielbereich.

Vielleicht habe ich auch aufgrund der Karnevalsbilder und der daraus resultierenden Assoziationen stimmungstechnisch zu hohe Erwartungen an einen Marathon in und durch Köln – möglicherweise lag es auch daran, dass ich drei Wochen vorher in Berlin gewesen bin, oder aber auch daran, dass mich die Erlebnisse vom NYCM was Stimmung betrifft auf Lebzeiten verdorben haben?! Jeden Falls passt meine persönliche Erwartung an Köln und die objektiv vorzufindenden Gegebenheiten nicht zueinander. Mit persönlichem Köln-Bezug, der mir komplett fehlt, würde der Blick durch die rosarote Brille vielleicht auch zu mehr Begeisterung führen?! Trotz meiner leichten Köln-Marathon-Aversion ist der Marathon durch die Domstadt natürlich unbedingt weiterzuempfehlen und eine klasse Chance zum Laufen, vor allem wenn man die Bummel-Express durch die Straßen führen darf.


M2K2-Einleitung                                                                   M2K2-Chronologisch


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Über SohlenRocker

Irgendwas zwischen laufverrücktem Kilometerfresser und multibewegtem Blogger, aber eine Familienpackung Laufschuhe geht pro Jahr drauf?! Ansonsten naturverbunden, outdoorbesessen, wissbegierig, pflegeleicht, sozialverträglich & irgendwie auch ewiger SocialMedia-Neu-Entdecker...
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2 Antworten zu Kurz, knapp & bündig aus der Rubrik Mein Marathon Kriterien KOMPASS (24): Der 22. RheinEnergie Köln Marathon 2018

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