Ein kilometerreiches Wochenende mit einer buntgemischten Programmtüte – von der Großdemo im Hambacher Wald bis zur Ballonfahrt beim Köln Marathon war alles dabei

Auf die Pflicht am Samstag im Hambacher Wald folgt die Kür am Sonntag im 5-Stunden-Bummel-Express durch die Domstadt.

| 22. RheinEnergie Köln Marathon | Köln | 07.10.2018 |

Titelbild Klön Marathon 2018 66prozent

Während Otto-Normal-Marathonläufer wenige Stunden vor dem großen Tag X im Trainingsplan die Beine hochlegt und versucht jegliche Aktivität herunterzufahren, um so die entscheidenden Körner für den anstehenden Wettkampftag zu sparen, sich allenfalls aktiv damit beschäftigt, seine Kohlehydrat-Tanks zu überladen, wird es bei mir mal wieder ein Vormarathon-Samstag der anderen Art. Um 10.00 Uhr steht Thorsten mit dem Auto vor der Tür und holt mich ab. Es geht diesmal auf den ersten Blick zu keinem Sportevent. Wir fahren zum Hambacher Wald und folgen dem Aufruf der großen Umweltverbände zur Großdemonstration. Dass es am Ende des Tages dann doch wieder sportlich geworden ist, hatte vor allem damit zu tun, dass die Polizei das Gebiet rund um den Hambacher Wald großräumig abgesperrt hatte und wir aus diesem Grund weit außerhalb parken mussten…                                                                                                        [ 4509 more words ]

0 Hambacher Wald
Unterwegs im Rheinischen Braunkohle-Revier – Flagge zeigen gegen die Profitgier von Großkonzernen bei herrlichem Oktoberwetter. #Hambibleibt.

Unterm Strich lege ich an dem Demo-Nachmittag eine Wegstrecke von rund 16 Kilometer zu Fuß zurück. Da mit solch sportlichen Dimensionen vorab nicht zu rechnen war, habe ich mir vorher hinsichtlich Schuhwerk und Socken natürlich auch keine Gedanken gemacht, was sich am Ende des Tages aufgrund einer suboptimalen Sockenauswahl blasentechnisch auch bemerkbar machen sollte. Glücklicherweise war die Sockenwahl für den Marathontag überlegter, sodass die Altblasen nicht weiter gestören sollten.

Messe im Zeltdorf statt in der Lanxess-Arena – ok?!

Nachdem wir unsere Pflicht an Wald und Umwelt getan hatten, ging es zur Marathon-EXPO am Neumarkt in Köln. Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass mich Thorsten nach der Demo am nächstgrößeren Bahnhof rausschmeißt und ich von dort aus dann alleine nach Köln zur Messe fahre. Doch er hatte sich dankenswerterweise dazu bereit erklärt, noch mit auf die Messe zu kommen. Wie in der Ausschreibung empfohlen fuhren wir auf direktem Wege eins der Parkhäuser in unmittelbarer Nähe zum Neumarkt an. Als sich vor dem ersten Parkhaus schon eine mehrere Autos umfassende Schlange gebildet hatte, war zu erahnen, was von der Parkplatzsituation in der City von Köln dazu an einem Sommertag im Herbst zu erwarten war. Dass es dann doch schon beim zweiten Parkhaus mit einem freien Parkplatz in der Sechsten von acht Etagen klappen sollte, war deshalb auch ein wenig überraschend.

Dank des Parkplatzes in vorderster Front beträgt der Fußweg zum Messegelände keine 500 Meter. Hatte die EXPO in den zurückliegenden Jahren noch an prominenter Stelle in der LANXESS-Arena in Köln-Deutz stattgefunden, wurde sie in diesem Jahr auf dem Neumarkt in einem Zeltdorf durchgeführt. Das obligatorische Pacer-Treffen, welches im Rahmen der EXPO am Samstag vor dem Marathon stattfindet – bei dem letzte Instruktionen gegeben und auch das Pacer-Gruppenfoto gemacht wird, hatte heute um 11.00 Uhr im Lindner Hotel ohne mich stattfinden müssen, da ich ja demotechnisch verhindert war, aber manchmal muss man eben auch Prioritäten setzen im Leben.

Im Zeltdorf angekommen, führt mein erster Weg zur Startnummernausgabe. Da ich meine Startunterlagen samt Bestätigungsmail natürlich nicht ausgedruckt dabei habe, schickt man mich zum Informationszelt, um mir dort meine Startnummer raussuchen lassen kann, was ich sodann auch tue. Zurück an der Ausgabe muss ich mir dann aber mitteilen lassen, dass meine Nummer nicht mehr in der Kiste dabei ist. Na toll?! Hat Jan wohlmöglich die Pacer-Nummern von den Leuten, die am Vormittag nicht beim Pacer-Treffen gewesen sind, schon vorsorglich für den nächsten Morgen rausgenommen? Keine Ahnung, ich bin überfragt und mein Handy liegt auch im Wagen.

Glücklicherweise erblicke ich in dem Moment Mirco, der mir nebenbei erzählt, dass unsere Nummern im Informationszelt liegen. Also wieder zurück zum Informationszelt, wo ich sodann auch endlich den Umschlag mit meiner Startnummer und dem orangenen Pacer-Shirt, und auf Nachfrage auch einen leeren Kleiderbeutel-Rucksack erhalte. Eins ist sicher, hätte ich Mirco nicht zufällig getroffen, wäre ich wohl unverrichteter Dinge also ohne Startnummer wieder nach Hause gefahren. Der weitere Rückweg gestaltet sich ohne erwähnenswerte Vorkommnisse. Wir kreuzen noch mehrere Male die offizielle Strecke, was vor meinem inneren Auge eine Fülle von Erinnerungen aus den Vorjahren ablaufen lässt.


Rheinland is calling again…

Das morgendliche Programm ist ambitioniert: Aufstehen um 06:15 Uhr, schnell unter die Dusche, währenddessen Zähne putzen, dann zwei Käse-Stullen schmieren und verstauen, Traubensaft-Schorle zusammenmixen, dann in kürzester Zeit eine halbe Schüssel Haferflocken und einen Kaffee einverleiben. Alle Handlungen erfolgen mehr oder weniger in einem schlafähnlichen aber vor allem automatisierten Zustand. Und dann geht es auch schon mit dem Roller zum Bahnhof in Wanne-Eickel. Am Bahnhof angekommen, habe ich mich dann noch beim hiesigen Bäcker mit zwei Rosinenbrötchen und einem Kakao eingedeckt, um dann aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit hoch zum Bahngleis hetzen zu müssen. Wobei das Hetzen überflüssig gewesen ist, da der RE 2 nach Duisburg wie so oft fünf Minuten Verspätung hat. Entsprechend meiner weiteren Fahrtenplanung waren für den Zugwechsel in Duisburg acht Minuten angedacht, die sich durch die Verspätung auf drei Minuten reduziert haben. Sollte es im weiteren Verlauf bei den fünf Minuten bleiben, müsste die Verspätung ohne Folgen bleiben.

1 Vor dem Start
Ankunft Köln Deutz am Morgen – der Himmels ist grau – die Frisur sitzt. Hohenzollern Brücke, Kranhäuser mit Deutzer-Brücke.

Die Fahrzeit vom Hauptbahnhof Wanne Eickel nach Köln Deutz beträgt rund 1,5 Stunden. Es geht zunächst mit dem RE 2 nach Duisburg und von dort aus weiter mit dem RE 5 bis nach Köln/ Messe Deutz und selbst wenn ich den Anschlusszug in Duisburg nicht bekommen würde, hätte es zahlreiche Alternativen und einen ausreichendgroßen Zeitpuffer gegeben, um in jedem Fall rechtzeitig zum Start in Köln zu sein. Doch die Hinfahrt verläuft nach der Verspätung komplett nach Plan und der Zug holt die fünf Minuten durch verkürzte Standzeit in Gelsenkrichen und Essen sogar noch auf, sodass wir pünktlich in Duisburg ankommen und ich den Anschlusszug nach Köln ohne weiteres erreiche. Alles in Allem war es wieder eine äußerst entspannte Zugfahrt mit der Deutschen Bahn. Im Gegensatz zum Vorjahr bin ich in diesem Jahr einen Zug später losgefahren, was die Folge hatte, den Halbmarathonstart der Profis verpasst zu haben, was im Nachhinein aber auch alles andere als tagisch gewesen ist.

Bei Ankunft um 08:25 Uhr in Köln/ Messe Deutz werden wir von einem ungemütliche Herbstwetter willkommen geheißen. Es ist windig, diesig, frisch und zudem macht es den Anschein, als könnte es jeden Moment zu regenen beginnen. Glücklicherweise sollte es bei den paar wenigen Tropfen bleiben, ein zum Laufen nahezu perfektes Wetter. Während beim Halbmarathon ein Startblock nach dem anderen auf die Strecke geschickt wird, mache ich mich auf den Weg in Richtung Rhein, um ein paar Bilder von Hohenzollernbrücke, Dom und Rheinboluvard zu machen.

Weiter bis zur Brückenmitte, um Fotos vom Dom und von der Deutzer Brücke zumachen, die in dem Moment von unzähligen bunten Halbmarathonis belaufen wurde, komme ich nicht. da es zimelich zeitnah unangenehm frostig wurde und mich zum direkten Umgedreht nötigte. Auf einer der Bänke am Rheinufer, wo es zugegebernmaßen windtechnisch auch nicht viel angenehmer war, habe ich trotzdem einen kurzen Zwischenstopp einlegen müssen, um mich mit Jacke und Thermo-Mütze vor Unterkühlung zu schützen. Auch der Marathonstart rückte immer näher, und final umgezogen war ich auch noch nicht, was ich im windgeschützten und wohltemperierten Eingangsbereich der „KölnerTriangel“ – dem zweithöchsten Hochhausgebäude von Köln – unmittelbar nachgeholt habe.

Umgezogen war ich nun, wo es allerdings die Pacerballons geben sollte, war mir weiterhin ein Rätsel. Und die Suche nach dem Infostand, der sich in den Vorjahren immer in direkter Nähe zu den Umkleiden befunden hatte, sich in diesem nicht mehr an der Stelle befindet, sollte auch noch ein Weilchen erfolglos bleiben. Den Pfeilen auf dem riesigen Transparent ist zwar deutlich zu entnehmen, dass er irgendwo in Richtung Startblöcke sein soll, nur entdeckt habe ich ihn noch nicht, aber noch bleibt ausreichend Zeit und meine Tasche muss ich ja sowieso voher noch abgeben. Klaus treffe ich da, wo ich in auch die Jahre zuvor schon getroffen habe, nämlich auf dem Platz vor den UPS-Wagen. Mich erwartet das gewohnte Bild, wie schon in den zurückliegenden Jahren hat Klasu wieder eine riesige Traube von Läuferinnen um sich gescharrt, von denen er viele beim Premierenversuch begleitet hat oder heute begleiten wird.. So wie ich ihn verstanden habe, besteht das heutlige Ziel darin, innerhalb des Zeitlimits von sechs Stunden das Ziel zu erreichen, was damit zusammenhängt, dass die Trainingspläne in den letzten Wochen vor dem Marathon krankheitsbedingt „angepasst“ werden mussten.

Nachdem meine Jacke ausgezogen und im Rucksack bestaut war, habe ich beinahe einen Temperaturschock bekommen. Eins war mir auf Anhieb klar, mit kurzen Ärmeln und kurzer Hose war es definitiv zu kalt – vor allem vor dem Hintergrund, dass bei einer Pace von 7:08 Minuten pro Kilometer auch nicht wirklich damit zurechnen war, dass es beim Laufen wesentlich wärmer werden würde, weshalb ich mich spontan dazu entschließe, mein dickes Fleec-BUFF um den Hals zubehalten und auch die Multifunktionsmütze, die sich zufällig noch im Rucksack  befunden hatte, bleibt auf dem Kopf. Die Taschenabgabe klappt ohne Komplikationen, und das obwohl ich wieder meinen riesigen Wanderrucksack dabei hatte. Was in Berlin drei Wochen zuvor noch zu verbalen Entgleisungen und beinahe-Handgreiflichkeiten geführt hatte, klappt in Köln ganz ohne zu palavern.  Alle sind total freundlich und rheinisch-gelassen – von dieser vorbildlichen Kundenorientierung darf sich Berlin gerne eine Scheibe abschneiden.


Kurz vorm Start – die letzten Vorbereitungen…

Auf der Suche nach dem Infopoint treffe ich dann auch noch Axel. Es bleibt mal wieder bei einem recht kurzen Talk. Hatten uns für nach dem Marathon relativ unverbindlich auf ein Kölsch verabredet. Danach ging es wie schon in Berlin bei den Maltesern vorbei, wo ich mir zwei Pflaster für die Brustwarzen geschnorrt habe. Und dann wurde es auch schon Zeit, um in den Block zu kommen – dumm nur, dass ich bis jetzt immer noch nicht den Ballonstand entdeckt habe. Doch dann sehe ich zwei Mädels, die mit einer nicht zuübersehenden Infofahne rumlaufen und so aussehen als könnten sie mir weiterhelfen. „Ihr könnt mir doch bestimmt verraten, wo sich der Infostand befindet? Ich brächte nämlich noch unbedingt einen roten Ballon“. Glücklicherweise stand diesmal nicht nur Info auf der Fahne drauf, sondern sie konnten mir auch tatsächlich sagen, wo der Stand aufgebaut ist. Besten Dank auch noch mal von dieser Stelle.

Am Infostand angekommen, habe ich mir den einzigen dort noch hängenden Ballon geschnappt und mich unmittelbar in den Startblock begeben. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit gab es beim Zugang ein wenig Stau, verursacht durch den Rückstau, der sich an den Toiletten ergeben hatte und dadurch, dass es nur eine Möglichkeit gibt, um in den Block zu kommen. Als ich dann endlich ganz hinten im Block stehe, hätte ich mit dem 5:00h-Ballon eigentlich noch weiter nach vorne gemusst, aber auf die Entschuldigung-Darf-ich-Mal-vorbei-Endlosschleife hatte ich keine Lust. Zumal Gustav und Carsten mit ihren 6h-Ballon hier hinten auch rumstanden. Kurz mit ihnen geschnackt, dann noch dem einen oder anderen die Aufgabe des Pacer erklärt, was die 5:00 auf meinem Rücken zu bedeuten hat, wie das Zeitlimit berechnet wird und natürlich meine taktische Herangehensweise erläutert.

Und dann knallt die Konfetti-Kanone auch schon zum ersten Mal und schickt die Elite-Läufer zusammen mit den Läufern des roten Startblocks auf die Strecke. Für einen Moment liegt blau-weißer Konfettiregen in die Luft und bei dieser trockenen Form des Niederschlags sollte es auch im weiteren Verlauf der Veranstaltung bleiben, denn entgegen meiner ersten Vermutung sollte es wettertechnisch bei grau und diesig bleiben. Nachdem dann auch der blaue Block gestartet wurde, ging es ziemlich rasch weiter und keine zwei Minuten nach dem zweiten Block erfolgte schon der Start des letzten orangenen Blocks, in dem ich mich befunden habe.


Start – die dicke Bertha gibt den Ton an…

Mirco und Jessica die beiden anderen 5h-Pacer sind vom Beginn an etwa 20-30 Meter vor mir und dienen mir in der Folgezeit als Orientierung – so gesehen als Pacer-Pacer. Direkt nach dem Start wartet im Grunde genommen auch schon das Sightseeing-Highlight der kompletten Strecke. Es geht auf die Deutzer Brücke über den Rhein – hier wartet zwar, wie es bei den meisten Brücken üblich ist, eine leichte Steigung auf die noch kalten Läuferwaden, belohnt wird man dafür aber mit dem besten Blick auf das Wahrzeichen der Stadt. Wer vor allem Sightseeing-technisch unterwegs ist, sollte hier unbedingt seine Camara griffbereit haben. Direkt nach der Deutzer Brücke folgt das Schokoladen- und Olympia-Museum und auf der gegenüberliegenden Straßenseite komplettiert das deutsche Senfmuseum diese museale Örtlichkeit zu Beginn der Strecke.

3 sightseeing mitten drin
Die paar wenigen Sightseeing-Highlights von der Strecke.

Von Beginn an gesellen sich andere Läufer zu mir. Man unterhält sich über Laufspezifisches – Herangehensweise, Taktik, Allgemeines zur Pacer-Tätigkeit und Anekdoten von vergangenen Läufen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Im Großen und Ganzen ist die heutige Situation so wie in den meisten Fällen, wenn man mit dem 5h-Bummel-Express unterwegs ist. Viele nutzen zu Beginn den Ballon zur Orientierung, um kontrolliert ins Rennen zu finden und gegen Ende, wenn die Pacer das langsame Tempo konstant weiterlaufen, setzt man sich nach vorne ab.

Als 5h-Pacer dient man vielen noch Unerfahrenen oder aber auch Übererfahrenen (meistens ältere Starter) als Sprungbrett, Motivator oder Gesprächspartner. Während die Unerfahrenen zumeist aufgrund der gesteigerten Vorstartnervosität und der bevorstehenden Ungewissheit beruhigt werden wollen, suchen die alten Hasen vor allem nach Ablenkung durch Unterhaltung. Gegen Ende des Marathons kommt es dann zudem auch öfters vor, dass man auf walkende Läufer aufläuft und im Vorbeilaufen versucht diese durch positives Zureden zum Weiterlaufen zu motivieren. Einige schöpfen dadurch neue Hoffnung, können sich aufraffen und schließen sich der Gruppe bis ins Ziel an.

Linksseitig geht es dann noch im Rücken der berühmten Kranhäuser entlang und dann war es das mit Highlights vom Streckenrand auch erst einmal für eine längere Zeit. Es folgen knapp vier Kilometer auf einer Straße entlang des Rheinufers, der Streckenabschnitt bietet ausreichend Gelegenheit um  die Systeme hochzufahren – in der folgenden Ortschaft Rodenkrichen befindet sich die Wendeschleife. Auch wenn es Sightseeing-technisch auf dem Streckenabschnitt nicht wirklich viel zu sehen gibt, ist es zumindest in Rodenkrichen Zuschauertechnisch etwas voller. Danach läuft man im Grunde genommen denselben Weg bis zum Severinstorbogen am Chlodwig-Platz bei Kilometer zwölf wieder zurück.

Michel, der bei allen großen Marathons anzutreffen ist und von Veranstalterseite für seinen Einsatz gebucht wird, steht hier in reizarmer Umgebung und bringt zumindest etwas Farbe ins triste Grau der ersten Kilometer. Unmittelbar nach Rodenkirchen kommt uns auf der anderen Straßenseite dann auch schon die orange-Armee mit riesigem Fuhrpark entgegen. Nach zwei Bussen, die als Besenwagen fungieren, folgt die Armada aus Kehrwagen und Besenschwingendem Fußvolk der Kölner Stadtreinigung. Auch die Führenden kommen uns auf dem Weg nach Rodenkrichen schon entgegen gehetzt.

Die erste Hälfte des Marathons vergeht wie im Flug – bis Kilometer 25 unterhalte ich mich intensiv mit Dennis aus Essen, der erst seinen zweiten Marathon läuft und vor zwei Jahren noch 130 Kilogramm gewogen hat. Aufgrund des ehemals massiven Übergewichtes hat er sich wohl einen Venenschaden zugezogen und muss seitdem auch im Alltag mit Kompressionssocken rumlaufen. Von einem älteren Herrn bekommen wir dann auch die Geschichte vom Streit der Organe erzählt. Der Arsch, das Gehirn und die Beine, die alle meinen das wichtigste Organ des Menschen zu sein und feststellen müssen, dass der Arsch mindestens so wichtig ist wie Gehirn und Beine. Als dieser seinen Dienst eingestellt hatte und die restlichen Organe anerkennen mussten, dass ohne ihn nichts mehr ging.

Bei Kilometer 14 in etwa auf Höhe vom Neumarkt sorgt ein Klimaaktivist, der auf eine Straßenlaterne geklettert war und dort sein Transparent entrollt hatte, für ein wenig Furore. Aufgrund des starken Windes hatte man die Botschaft auf dem Transparent allerdings nicht lesen können. Amüsant an der Situation war vor allem, dass unter der Laterne eine Handvoll überforderter und hilfloser Cops standen, die hektisch und erfolglos versuchten den Aktivisten zum Herunterkommen zu überreden. Daran, dass es diese Szene schafft im Bericht erwähnt zu werden, zeigt gleichzeitig wie trist die ersten Kilometer tatsächlich waren, denn bis auf wenige Ausnahmen ist erschreckend wenig los gewesen. Weder vom Streckenrand noch auf der Strecke kommt irgendwie etwas wie Stimmung auf, was möglicherweise auch mit dem grau-diesigen Wetter zusammengehangen haben wird.

Natürlich ist die Stimmungssituation vor Ort nicht mit der Situation bei einem Landschaftslauf vergleichbar, dafür sind es dann doch zu viele Einzelpersonen, die den Weg an die Strecke gefunden haben, aber dafür, dass wir durch eine Karnevalshochburg wie Köln laufen, ist dennoch enttäuschend wenig los. Daran können auch die Trommlergruppen nur wenig ändern, die überwiegend einsam am Streckenrand positioniert sind. Immer wieder stehen auch Kinder mit ausgestreckten Händen am Streckenrand und freuen sich darüber, wenn man ihnen den Gefallen tut und ein High-Five im Vorbeilaufen dalässt. In der Folgezeit habe ich mir zusammen mit Dennis  einen Spaß daraus gemacht, möglichst viele Kinder abzuklatschen und den Leuten, die  applaudierten und uns zujubelten, ebenfalls zu zujubeln, was das reine Laufen in überwiegend reizarmer Umgebung für lange Zeit ausblenden konnte. Die beste Strategie gegen Partyarmut besteht immer noch darin selber Party zu machen und damit den einen oder anderen am Streckenrand positiv in seinem Tun zu bestätigen oder zum Mitmachen zu animieren.

Entgegen meiner bisherigen Hoffnung, dass es nach dem Schwenker durch Rodenkirchen in Innenstadtnähe stimmungstechnisch aufklart, bleibt es mit einigen wenigen Ausnahmen weiterhin sehr beschaulich, was vor allem mit unter anderem auch daran liegt, dass die Mehrzahl der belaufenen Straßen relativ breit und durch bevölkerungsarmes Niemandsland führen. Nach 02:28:41 durchlaufen wir das Halbmarathontor in Lindenthal. Bei Kilometer 22,5 warteten die massiven Außenmauern vom Melaten-Friedhof. Hier liegt die Kölner Prominenz vergraben, wohlmöglich auch die ausgelassene Partystimmung die man zwangsläufig mit Köln in Verbindung bringt. Bei Kilometer 24 geht es zum mittlerweile zweiten Mal vorbei am Rudolfplatz, hier tobt verhältnismäßig der Bär. Nur noch ein weiteres Mal hier vorbei und ich befinde mich bei Kilometer 40 und habe gleich fertig. Allerdings liegen bis dahin noch 18 extrem lange Kilometer vor mir.

Und dann folgt ein Streckenabschnitt, der sich von den Vorherigen, was die Stimmung betrifft, erfrischend positiv abhebt und sich deshalb mehr als deutlich in meine Erinnerung eingebrannt hat. Man kann getrost behaupten, dass man auf der Strecke zwischen Rudolf-Platz die Zweite und der neunen Moschee in Köln Ehrenfeld bei Kilometer 27 – so etwas wie Jubel-Trubel-Heiterkeit erleben durfte. Die Leute stehen enggedrängt im Spalier, so wie man es von Alpe d’Huez bei der Tour des France her kennt. Eine Laola-Welle jagt die nächste. Hier wird jeder Läufer feierlich empfangen, ein Dutzend High-Fives fliegen einem entgegen – tosender Jubel, Konfetti und Applaus – man ist für den Moment fast schon überfordert.

4 Halligalli Partymeile
Party – Halligalli & Gudde Laune – so darf es im nächsten Jahr bitte entlang der kompletten Strecken sein !!!

Leider beschränkt sich dieser euphorische Ausnahmezustand auf wenige Meter, dennoch habe ich mich für einen kurzen Moment an das in Brooklyn beim NYCM Erlebte zurückerinnert gefühlt, wobei sich da der eskalative Ausnahmezustand über viele Kilometer erstreckte. Während in New York die stimmungstechnische Eskalation bis nach Manhattan hinein gesteigert werden konnte, wartet in Köln sogleich die Ernüchterung, da ein Streckenabschnitt folgt, der in etwa vergleichbar ist mit der anfänglichen Einöde der Wendestrecke in Richtung Rodenkirchen zwischen Kilometer zwei und zwölf und stimmungstechnisch einfach nur trostlos ist.

Ab Kilometer 29 gibt es neben dem Standard-VP-Zeugs zum ersten Mal auch Cola und Gels, wobei sich meine Freude vor allem aus der gereichten Cola generiert, die ich in Berlin während der kompletten Veranstaltung so leidlich vermisst hatte. Die Freude über die Cola konnte mich sogar über die folgenden schweren Kilometer hinweggetröstet, denn ab Kilometer 29 läuft man auf einer viel zu breiten und zu grauen Straße in Richtung Nippes und bis Kilometer 32 kommen einem auf der Gegenfahrbahn schnellere Läufer entgegen. Man läuft also ganze drei Kilometer lang in eine zum Ziel entgegengesetzte Richtung, entfernt sich mit jedem Schritt weiter vom Ziel und bekommt gleichzeitig offenbart, wie langsam man im Vergleich zu den Schnelleren tatsächlich durch die Gegend schleicht. Diese zermürbende Erkenntnis wird bei mir allein durch das Cola-induzierte Hochgefühl erträglicher. Einen weiteren Vorteil hat der hohe Wendestreckenanteil rein objektiv betrachtet dann auch noch, denn man kann recht gut einschätzen, wieviel Strecke tatsächlich noch vor einem liegt. Wobei dieser vermeintliche Vorteil im Zustand dominanter Erschöpfung wohl schnell zum Nachteil wird, weil einem das Ausmaß an Monotonie unübersehbar gezeigt wird und die Strecke auch keinerlei Ablenkung bietet.

In Nippes bei Kilometer 34 ist der Punkt der Strecke erreicht, der vom Ziel am weitesten entfernt liegt. Von hier aus warten noch acht relativ schmucklose Kilometer, wobei zu befürchten ist, dass man die Strecke bis Kilometer 39 noch vom zuvor gelaufenen Hinweg auswendig kennt. Auf der Gegenfahrbahn kommen uns nur noch vereinzelte Läufer entgegen, die Mehrzahl befindet sich schon im Spaziermodus und versucht das Ziel irgendwie innerhalb des Zeitlimits von sechs Stunden doch noch zu erreichen. Bei Kilometer 39 greife ich mir nochmals zwei volle Becher Cola. Ich bin mir mittlerweile ziemlich sicher, den 5h-Bummel-Express nahezu pünktlich zu landen.

Auf den letzten Kilometern vor dem Ziel laufe ich dann zu Jonathan aus Neuseeland auf, der in Aachen studiert und hier in Köln seinen ersten Marathon läuft. Er machte eigentlich einen noch überaus fitten Eindruck, brauchte aber wohl jemanden zum kurzzeitigen Quatschen und fuhr mit mir ein paar Haltestellen im 5-h-Bummel-Express durch Köln. Ich versuche ihn mental aufzubauen, indem ich ihm Mut zuspreche: „Really, it’s your first time marathon? Respect and good Job! Keep going – there are only three more kilometers to go! Nachdem ich ihn in Englisch versucht hatte zu erklären, dass ich bis zum Ziel noch ein paar Sekunden zu vertrödeln habe, trennte sich unser gemeinsamer Weg auch schon wieder. „Have fun and enjoy your first Finish“ sind meine letzten Worte, die ich ihm auf seine beiden letzten Kilometer mitgebe, während ich in den Schleich-und-Walkmodus zurückschalte, um noch „pünktlicher“ im Ziel anzukommen.

5 Ziel
Von Besen-Bussen über magische Pilze bis zum Zielkanal & der Nachzielverpflegungszone.

Kurz danach treffe ich nochmal auf Michel, der mitten auf der Laufstrecke steht und den Läufern so kurz vor dem Ziel zujubelt – nach einem weiteren Selfie wartet kurzdarauf bei Kilometer 40 zum Dritten Mal der Rudolf-Platz. Von da aus geht es dann für mich auf direktem Wege in Richtung Ziel. Kurz vor dem Zielkanal rollt noch plötzlich ein Kölschglas auf die Strecke – worauf ich reaktionsschnell abstoppe und unter Schmerzen in die Hocke gehe, das Glas aufhebe und dem Typen, der es auf den Boden fallen lassen hat, über die Bande reiche. Dafür gab es prompt auch einen Extra-Applaus von den hier zahlreich am Streckenrand stehenden Passanten. Und nach der Passage wartet noch die letzte Linkskurve und dann ist es endlich vollbracht.


Zieleinlauf im Angesicht der beiden Domspitzen..

Ich bin endlich an der Stelle der Strecke, wo ich mich am liebsten schon seit vielen Kilometern ins Geheim hin gewünscht hätte – nämlich auf den letzten 50 Metern vor dem Zielbogen auf der Komödienstraße. Die Moderation macht wie in den Jahren zuvor wieder Tom Bartels, den ich eine Zeitlang bei Fußballübertragungen so überhaupt gar nicht ausstehen konnte, weil er es für meinen Geschmack mit dem Moderiren zu oft einfach übertrieben hatte und  durch das Vielgequatsche das Spiel schlichtweg kaputt moderiert hatte. Fast schon im Stile eines Radiomoderators, nur mit dem entscheidenden Unterschied, dass das TV-Publikum eben aus sehenden Zuschauern und nicht aus hörenden Zuhörern besteht und aus diesem Grund auch nicht über jedes Detail informiert werden möchte. Mittlerweile hat sich meine Bartels-Antipathie im Grunde schon wieder gelegt.

 „Und da kommt noch ein Ballon – der 5:00-Ballon, der hat sein Ziel aber mittlerweile deutlich verfehlt!“. Ich denk mir nur: „Oh man Bartels?!“, weil er mich schon 2016 mit vergleichbaren Worten empfangen hatte. Kopfschüttelnd und mit wedelnden Zeigefingt gestikulierend, mache ich ihn auf seine Fehlinterpretation aufmerksam. Auf dem Zielteppich mache ich dann noch schnell ein Selfie mit dem TV-Moderator Amiaz Habtu, den man eventuell von VOX-Sendung „Wer weiß es, wer weiß es nicht?“ oder „Die Höhle der Löwen“ her kennt und hier beim Köln Marathon die Streckenmoderation macht. Noch vor der Ziellinie korrigiert sich Tom Bartels dann selbst und erkennt, dass es zwischen der am Torbogen angezeigten Zeit  (Clocktime), die ja die Zeit der Erstgestarteten anzeigt, und meiner Startzeit einen zeitlichen Unterschied gibt. Schließlich durchlaufe Ziellinie und erreiche das Ziel mit einer offiziellen Zeit von 4:58:58. Punktlandung !!!


Nachzielbereich mit Schlemmermeile…

Ein paar Meter hinter der Ziellinie erhalte ich dann meine Finisher-Medaille. Ich belohne mich mit der nächstbesten Sitzmöglichkeit, ein komplett verwaister Stand. Die Holzbretter biegen sich unter meinen Gewicht beträchtlich, aber ich sitze und es scheint mich auszuhalten. Erst nach einigen Minuten des zur Ruhekommens gehe ich die Nachzielgasse weiter entlang. Die anschließende „REWE-Schlemmermeile“ erzeugt  bei mir zum wiederholten Male ein Unbehagen in der Magengegend – so direkt nach der Belastung ist mir nach allem, aber wahrlich nicht nach halben Eiern mit Remoulade oder all dem anderen Zeugs, das in großen Mengen hier ausliegt. Wenn ich nur einen Halbmarathon gelaufen wäre, sähe dies sicherlich auch anders aus, aber nach einem Marathon würde ich mir viel lieber eine gepackte Lunchtüte für später wünschen, die etwas zu Trinken und eine paar Snackereien enthält, aber ohne selbst eine Auswahl  treffen zu müssen und ohne, dass sich mir mein Magen umdreht.

Deshalb belasse es bei zwei Bechern DEXTRO-Refresher, die optimal konzentriert sind.  Dazu greife ich mir einem Becher Studentenfutter, von dem ich allerdings auch nur ein paar Rosinen esse. Am Bierstand schnappe ich mir dann noch einen Becher Reissdorf-Alkoholfreies und mache mich unmittelbar auf den Weg in Richtung Kleiderausgabe, wobei die verteilten Thermo-Plastikfolien für den Moment zugegebenermaßen effektiv gegen ein erstes Auskühlen wirken. Vor allem in den schattigen Stellen des Nachzielbereichs wird es recht schnell frisch und wenn ich eins nicht gebrauchen kann, dann ist es mich dank eines akuten Open-Windows zu erkälten.

Auf dem Weg zu meiner Tasche treffe ich dann auch noch Jessi und Mirco, die ich gegen Ende ziehen lassen habe, weil sie deutlich vor der von mir anvisierten Zielzeit im Ziel angekommen sind. Wenn ich aber den inoffiziellen Auftrag habe, den 5h-Bummel-Express knapp unter fünf Stunden ins Ziel zu bringen, dann ist das „knapp unter“ zwar grundsätzlich immer ein relativ dehnbarer Begriff, für mich ist er aber gleichzusetzen mit einer Zeit von 4:59:XX. Vor allem auch deshlab, weil ich das so zuvor mit den Mitläufern kommuniziert hatte. Habe uns relativ kurz über den 24h-Lauf unterhalten, den sie in Koblenz im nächsten Jahr organisieren und dann waren sie auch schon wieder verschwunden. An der Tascheausgabe mit meinen Rucksack aushändigen lassen und an einer angrenzenden Parkbank, wie schon im letzten Jahr, für den Rückweg umgezogen. Der Rückweg gestaltete sich trotz überfüllter Bahnen entspannt und oplanmäßig.


FAZIT & abschließende Worte…

Die 22. Austragung des RheinEnergie Köln Marathons durch die mit über einer Millionen einwohnerstärksten Stadt NRWs war wieder ein toporganisiertes Laufevent, das für mich vor allem durch die verantwortungsvolle Aufgabe, den 5h-Bummel-Express durch das Stadtgebiet zu leiten, zu einem Erlebnis wurde. Wie schon in den Vorjahren war der Köln-Marathon hinter Frankfurt (11.141), Hamburg (11.932) und Berlin (39.101) und noch knapp vor München (4360) auf dem 4. Platz der größten Laufveranstaltungen Deutschlands 2017 gelandet. Allerdings kann ich die vielmals gehörte und in den Sozialen Medien oft gelesene überschwängliche Begeisterung für diesen Marathon nicht teilen. Woran das genau liegt, kann ich aber auch nicht sagen, denn vom Organisatorischen ist aus meiner Sicht das Meiste zumindest auf einem hohen Niveau. Vom Kleiderbeuteltransport, über den pünktlichen Start bis zum Zieleinlauf läuft alles planmäßig ab. Die Medaille ist schick und nach Wettbewerb differenziert, die Verpflegung auf der Strecke mit Gels und Cola ab Kilometer 30 überdurchschnittlich und auch die Nachzielverpflegung ist auf jeden Fall außergewöhnlich gut.

Irgendwie werde ich mit der Laufstadt Köln aber trotzdem nicht warm. Bei meinem mittlerweile dritten Mal war die Stimmung ganz und gar nicht so, wie ich sie von Köln erwarte – zugegebenermaßen das Wetter war in diesem Jahr auch alles andere als zuschauerfreundlich. Aber der hohe Wendestreckenanteil wiegt verdammt schwer, dazu verläuft die Strecke Großteils auf überbreiten Straßen. Negativ hinzu kommt, dass man leider sehr oft durch menschenleere Wohngegenden von Köln läuft, was bei einem Landschaftslauf der Charakteristik des Laufes geschuldet ist, sollte bei einem betongrauen Städtemarathon mit überschaubaren Highlights vom Streckenrand unbedingt vermieden werden, was zum Teil durch das Anheuern einiger Trommlergruppen und Bands versucht wurde. Aber auch schon bei den ersten beiden Marathons am Dom sind mir diese Kritikpunkte in Erinnerung geblieben.

Die Streckenmodifizierung, die im letzten Jahr zu mehr Stimmung und einer höheren Zuschauerresonanz hätten führen sollen, hat dabei auf jeden Fall nicht entschieden geholfen. Das eigentliche Problem mit dem Zuschauer- und Stimmungsmangel liegt vermutlich auch gar nicht an Köln selbst, sondern an einer suboptimalen Abfolge der Wettbewerbe. Wenn ich als Veranstalter über 27.000 Teilnehmer habe, von denen nur überschaubare 6000 den Marathon laufen, dann ist es absehbar, dass wenn der Halbmarathon-Start eine Stunde vor dem Marathon-Start erfolgt, die Mehrzahl der Zuschauer, die zum Supporten eines Läufers der Halbmarathons vor Ort sind, dann nicht mehr an der Strecke sein werden, wenn die Marathonläufer ins Ziel kommen. Von daher ist das Stimmungs- und Zuschauerproblem auch ein hausgemachtes Problem. Denn würde man den Halbmarathon nicht vor dem Marathon starten, sondern den Marathon vor dem Halbmarathon, dann wären beim Finish der Marathonis auch noch Leute im Zielbereich.

Möglicherweise habe ich auch aufgrund der Karnevalsbilder und der daraus resultierenden Assoziationen stimmungstechnisch zu hohe Erwartungen an einen Marathon in und durch Köln – möglicherweise lag es auch daran, dass ich drei Wochen vorher in Berlin gewesen bin, oder aber auch daran, dass mich die Erlebnisse vom NYCM was Stimmung betrifft auf Lebzeiten verdorben haben?! Jeden Falls passt meine persönliche Erwartung an Köln und die objektiv vorzufindenden Gegebenheiten nicht zueinander. Mit persönlichem Köln-Bezug, der mir komplett fehlt, würde der Blick durch die rosarote Brille vielleicht auch zu mehr Begeisterung führen?! Trotz meiner leichten Köln-Marathon-Aversion ist der Marathon durch die Domstadt natürlich unbedingt weiterzuempfehlen und eine klasse Chance zum Laufen, vor allem wenn man die Bummel-Express durch die Straßen führen darf.


Ach ja, ein paar Bewegte Bilder mit Musik gibt es wie gewohnt auch:

 


& der Bericht aus der Rubrik – Kurz, Knapp & Bündig, den gibt’s hier  !!!


In dem Sinne keep on RUNNING UND ROCK ’n‘ ROLL

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Über SohlenRocker

Irgendwas zwischen laufverrücktem Kilometerfresser und multibewegtem Blogger, aber eine Familienpackung Laufschuhe geht pro Jahr drauf?! Ansonsten naturverbunden, outdoorbesessen, wissbegierig, pflegeleicht, sozialverträglich & irgendwie auch ewiger SocialMedia-Neu-Entdecker...
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