Faszination Lepidoptera: Schmetterlinge, Tagfalter, Butterflies, Sommervögel – meistens bunt, manchmal braun, aber selbst braun kann in der Natur durchaus schön sein

Waldbrettspiel Header

Kaum ist der letzte Beitrag zum Thema Faszination Lepidoptera veröffentlicht, flatterte mir die Tage auch schon der nächste Grund für einen weiteren Beitrag vor die Linse. Ich war mit dem Rennrad unterwegs als im Unterholz des teils sonnenbeschienenen teils schattigen Gebüsches gleich zwei Falter aufflogen. Das Fahrrad war schnell bei Seite gestellt und der Fotoapparat aus dem Rucksack gekramt.  Während der eine der beiden braunen Falter das Weite suchte, landete der Andere direkt wieder in Sichtweit auf einem Blatt. Was das Fotografierenlassen betrifft, zeigte sich, dass das Waldbrettspiel ein äußerst genügsamer Faltergeselle zu sein scheint, da er mich bis auf einen halben Meter heranließ, ohne dass er auch nur die Anstalten machte, schreckhaft davon zu fliegen.           [465 more words]

Das Waldbrettspiel (Pararge aegeria; Speckled Wood) ist ein Schmetterling (Tagfalter) der Unterfamilie der Augenfalter (Satyrinae) aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Wie auf den Fotos zu erkennen, sind die Flügeloberseiten überwiegend braun gefärbt und weisen mehrere gelbliche Flecken sowie hell-umrandete dunklere Augenflecken auf. Jeweils ein Augenfleck befindet sich in der Nähe der Vorderflügelspitze, an den Hinterflügeln sind es jeweils 3 bis 4 von diesen Augenflecken.

Im Gegensatz zum Aurorafalter zeigt das Waldbrettspiel optisch betrachtet keinen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus, weshalb es mir als Laie zunächst relativ schwer fällt, zu beurteilen, ob es sich bei dem gesichteten Exemplar um ein männliches oder ein weibliches Exemplar gehandelt hat. Darüber hinaus tritt das Waldbrettspiel in Europa in mehreren Unterarten auf, was die exakte Bestimmung zumindest für mich verkompliziert.

Dennoch lieferte mir ein beobachtetes Verhalten am Sichtungstag ein wichtiges Indiz dafür, um das Geschlecht im Nachhinein doch noch relativ sicher bestimmen zu können. So hatte ich den Quellen entnommen, dass die männlichen Falter ein auffälliges Territorialverhalten zeigen würden, welches ich am Sichtungstag zwar unbewusst aber live miterlebt habe. Zur Verteidigung ihres Reviers sitzen die Männchen auf erhöhten Positionen, von denen aus sie die Umgebung gut beobachten können, und vorbeifliegende Rivalen versuchen zu vertreiben. Wobei sie im Anschluss daran wieder auf ihren Sitzplatz zurückkehren. Das beobachtete Männchen hatte es sich dazu in vier Meter Höhe auf einem Ahornblatt gemütlich gemacht.

Waldbrettspiel Textbild

Zum Vergrößern bitte ins Bild klicken !

Bei meinen Recherchen konnte ich weiter in Erfahrung bringen, dass das Waldbrettspiel nur selten Blüten an fliegt, da es sich in der Regel von Baumsäften und reifem Obst ernährt, weshalb er im deutschen Sprachraum auch ebenfalls als Laubfalter bezeichnet wird. Die Falter fliegen jährlich in zwei Generationen. Etwa von Mitte April bis Anfang Juni dauert die Flugzeit der ersten Generation, während die zweite Generation im Zeitraum von Juli bis Mitte September unterwegs ist.

Die Überwinterung erfolgt bei dieser in unseren Breitengraden häufig anzutreffenden Falterart entweder als Raupe oder als Puppe, was sie im Vergleich zu den bisher vorgestellten Arten wesentlich unterscheidet und das im Vergleich zu den Frühstartern (Zitronenfalter, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs) spätere Auftreten erklärt. Über die Bedingungsfaktoren, von denen das Überwinterungsstadium konkret abhängt, finden sich in den von mir verwendeten Quellen leider keinerlei Informationen. Vermutlich sind es aber die üblichen Auslösefaktoren wie Wetter, Temperatur und Nahrungsangebot.

Naja das soll es dann auch schon zum Waldbrettspiel gewesen sein. Wenn es in dieser Sichtungsfrequenz weitergeht, verbringe ich einen großen Teil des Sommers damit, Beiträge zur Serie Faszination Lepidoptera zu verfassen. Aber zum Glück fliegen sie ja nicht im Regen – zumindest habe ich von einem Regenfalter in NRW bisher noch nichts gelesen – was Zeit zum Schreiben bringt.


In dem Sinne – keep on Running, Rock n‘ Roll & immer dran denken mit offenen Augen sieht man mehr vom Weg!!!



QUELLENVERZEICHNIS (STAND: 05.05.2019)


Waldbrettspiel

https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/tagfaltermonitoring/tagfalter-nrw/23884.html

https://www.bund.net/tiere-pflanzen/schmetterlinge/steckbriefe/tagfalter/waldbrettspiel

/http://www.schmetterling-raupe.de/art/aegeria.htm

https://www.deutschlands-natur.de/tierarten/tagfalter/waldbrettspiel/


Hier geht’s zum ersten Beitrag der Serie Faszination Lepidoptera mit dem Tagpfauenauge, dem Zitronenfalter und dem Kleinen Fuchs:

Alle4-COLLAGE 50

Hier geht’s zum zweiten Beitrag der Serie Faszination Lepidoptera mit dem Aurorafalter:

Header COLLAGE waagerecht 66


Hier geht’s zum vierten Beitrag der Themenreihe Faszination Lepidoptera mit dem Rapsfalter:

Rapdweißling Header 50


Hier geht’s zum fünften Beitrag der Themenreihe Faszination Lepidoptera mit dem Großen Ochsenauge:

COLLAGE-Titelbild längs-45


Hier geht’s zum sechsten Beitrag der Themenreihe Faszination Lepidoptera mit dem Braunen Waldvogel:

Titelbild Schorni 50


 

Über SohlenRocker

Irgendwas zwischen laufverrücktem Kilometerfresser & multibewegtem Blogger. Ansonsten naturverbunden, outdoorbesessen, wissbegierig, sozialverträglich und ewiger SocialMedia-Neu-Entdecker...
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4 Antworten zu Faszination Lepidoptera: Schmetterlinge, Tagfalter, Butterflies, Sommervögel – meistens bunt, manchmal braun, aber selbst braun kann in der Natur durchaus schön sein

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