Sohle lassen beim Marathon in der Landeshauptstadt NRW (1)

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Die Erinnerungen an die letztjährige Marathonveranstaltung in Düsseldorf sind objektiv betrachtet durchweg positiv – Organisation gut, Strecke gut, Medaille top, Verpflegung gehoben und auch die Nachzielverpflegung mit den Lunchtüten war vorbildlich. Meine subjektive Erfahrung, die ich damals machen durfte, 42,195 Kilometer mit dem Erdinger-Laufkostüm zurückzulegen, trübt allerdings meine positive Einstellung zum DUS-Marathon ein wenig. Naja, die Vorzeichen für dieses Jahr stehen auf mehr Genuss und weniger Frust. Schon alleine durch die Aneinanderreihung der glücklichen Ereignisse, die zu meinem diesjährigen Freistart geführt haben, kann es nur gut werden, auch wenn die Wetterprognose besser hätte sein können.

Startplatz-Dramaturgie

Zunächst hatte ich mehrfach versucht via TEA über die interne Startplatzvergabe an einen Startplatz für Düsseldorf zu kommen, aber vergebens. Dann als ich den DUS-Marathon eigentlich schon abgeschrieben hatte, weil ich den Zuschlag für den Bonn-Marathon am 10. April erhalten hatte, gewinnt Thorsten einen Staffelfreistart beim Gewinnspiel der Stadtsparkasse Düsseldorf. Aber wirklich weitergeholfen hat mir selbst das zunächst nicht. Klar, ich hätte alle 4 Abschnitte laufen können und wäre auf die Marathondistanz gekommen – allerdings nicht mit Thorsten zusammen, weil der Start vom Marathon 1 Stunde vor dem Staffelstart erfolgt. Und Benni war ja auch schon Feuer und Flamme einen Staffelabschnitt laufen zu wollen. Also was tun, um alle und vor allem mich glücklich zu machen. Zufälligerweise hat Klaus einen Startplatz für den Marathon von seinem Laufkollegen auf Facebook für 50 € angeboten, aus Spaß habe ich ihm 3 Staffelabschnitte dafür angeboten, was für ihn aber nicht in Frage kam, weil er eine Marathonnovizin als persönlicher Pacemaker ins Ziel leien wollte und seinem verletzten Kollegen auch nicht weiterhilft.

Ok, aber ich hatte dennoch sein 50€-Startplatz-Angebot und 3 Staffelplätze, also habe ich 1 und 1 zusammengezählt: 50€ geteilt durch 3 Abschnitte macht fast genau 17€. Dann in diversen Foren die Staffelplätze angepriesen und siehe da es hat geklappt. Es hat sich zwar hinterher herausgestellt, dass ich statt 50 € doch 54 € zahlen musste, aber so what?! Unterm Strich also 5 glückliche Läufer – ich hatte meinen Marathonstartplatz, Benni hatte seinen Staffelabschnitt und zudem konnte noch 3 weiteren Läufern zu einem Schnäppchen-Startplätzen verholfen werden. Und nicht zu vergessen der Laufkumpel von Klaus, der seinen Startplatz losgeworden ist. Geteiltes Glück ist doppeltes Glück – wie sich die Glücksmenge in diesem Fall entwickeln würde, überlasse ich dann lieber den Mathematikern unter Euch. (Lösungsvorschläge gerne ins Kommentarfeld).

Novum des Marathons

Zum ersten Mal, dass ich offiziell als Staffelorganisator eingesetzt bin. Ok, Organisator hört sich vielleicht ein wenig übertrieben an – meine Aufgabe beschränkte sich zum einen auf das Anpreisen der noch 3 zu besetzenden Staffelplätze in diversen Foren auf Facebook und der anschließenden internen Staffelkommunikation und zum anderen auf die bürokratischen Aufgaben, die beim Veranstalter erledigt werden mussten, wie beispielsweise die Übermittlung der Athletendaten oder der Austausch von Kontodaten. Deshalb geht auch von dieser Stelle mein bester Dank noch einmal an Julia, Roger und Arndt dafür, dass alles so reibungslos geklappt hat und ihr mir damit erst meinen Marathonstart ermöglicht habt. Und natürlich an Thorsten, der durch meinen Tipp am Gewinnspiel teilgenommen und gewonnen hat.

Anfahrt

Schon am Freitag war Thorsten bei der Startunterlagen-Ausgabe in der Stadtsparkasse Düsseldorf und hatte die kompletten Startunterlagen abgeholt. Die Goodies, die von den Sponsoren der Veranstaltung unter die Teilnehmer gebracht werden, sind dieses Mal eigentlich nicht der Rede wert. Neben der obligatorischen Startnummer mit Sicherheitsnadeln, gibt es ein Reifenprofilmesser und einen Werbeaufkleber, im Marathonbeutel ist zusätzlich ein Schwamm enthalten, der bei zu erwartenden Temperaturen von 7°C und Regen immens wichtig zu werden scheint und ein Couponblock mit prozentualen Ermäßigungen von Leistungen, die kein normaler Mensch benötigt.

Benni steht überpünktlich schon um 6:50 bei mir Auf der Matte, obwohl wir erst um 7.00 Uhr verabredet waren, dementsprechend unfertig bin ich natürlich. Thorsten hält sich hingegen an die inoffizielle plus-minus-5-Minuten-Regel. Es ist zwar auch schon vorgekommen, dass es 10 bis 15 Minuten wurden, aber heute holt er uns um 7.05 Uhr ab. Nach einer stressfreien Hinfahrt parken wir auf der Hainstraße, wo wir auch im letzten Jahr geparkt hatten. Die Kreuzung liegt direkt an der Strecke und hat eine optimale Anbindung zur U78, die uns in die Nähe des Starts bringt – diesmal fahren wir eine Station weiter als im letzten Jahr, was uns einige Meter an überflüssigen Fußweg erspart.

Der Weg führt uns durch einen Park, ich muss kurz schlucken, weil ich dachte, dass ich nicht richtig sehe – grüne Papageien und auch papageientypische Vogelschreie – war vielleicht mein Müsli heute Morgen verseucht?! Thorsten kann mich aber beruhigen, ich habe keine Wahrnehmungsstörungen. Es sind wohl Halsbandsittiche, die in den 80er Jahren aus einer Vogelvoliere eines Züchters entflogen sind und sich trotz des relativ kalten Winters hier zu Lande etablieren und sogar vermehren konnten. Leider haben wir keine Zeit, weil es mal wieder kurz vor knapp ist und der Start in einer halben Stunde bevorsteht. Das Athletendorf ist nach einem langen Fußmarsch am Rhein entlang erreicht, der Wind ist kräftig und eiskalt. So langsam mache ich mir Sorgen vielleicht doch die falsche Kleiderwahl getroffen zu haben, vor allem weil mich Benni und Thorsten aufgrund meiner Kurzen Badehose versuchen aufzuziehen – was sie ihnen natürlich nicht gelingt.

Im Athletendorf angekommen überall nur Chaos, Schlangen und Menschenmengen bei gleichzeitig extrem schmalen Gängen – Vorankommen nur in Tippelschritten. Wir stellen uns an der Kleiderbeutelabgabe an und nach kurzem Warten können wir endlich unseren Kleidersack abgeben. Benni, der den ersten Abschnitt der Staffel läuft, verabschiedet sich derweil, da er sich mit den anderen Teammitgliedern verabredet hatte. Thorsten und ich machen uns auf den Weg in Richtung Startlinie. Wieder wartet der lange Fußweg mit frostig-eisigem Wind auf uns.

Strecke

Im Großen und Ganzen ist die Streckenführung großartig, weil eine große Runde bzw. eine kleeblattähnliche Runde gelaufen wird. In jedem Fall verspricht diese Streckenvariante super viel Abwechslung und Ablenkung, weil man es viel zu gucken gibt und das ja auch eigentlich der Hauptgrund einer Sightseeing-Tour ist. Es gab zwar auch vereinzelte Streckenüberschneidungen, aber nicht in dem monotonem Maße wie beim Bonn-Marathon, wo man kilometerweit in die eine Richtung rennt und dann am Ende wendet, um den gleichen langweiligen Weg wieder zurück zu laufen.

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Impressionen, Gedanken und Erinnerungen

Mein Tagesziel für Heute war klar definiert: Schneller sein als in Bonn und um jeden Preis die suboptimale Renneinteilung vermeiden. Die ersten Kilometer verlaufen ausnahmsweise mal planmäßig. Bis Kilometer 3 kann ich es vermeiden zu überpacen und bleibe bei der anvisierten Pace von 6:00 bis 6:20 min/ km. Trotz kalt-windigem Wetters habe ich von Beginn an ein positives Gefühl hinsichtlich der Umsetzung meiner Vorsätze. Als dann nach dem frostigen Start und den ersten Kilometern dem Rheinufer folgend im eisigen Wind die Sonne rauskommt, scheint nahezu alles perfekt zu laufen. Ich kann dem 4:00-Stunden-Ballon ohne zu schnaufen folgen, nehme dann aber in weiser Voraussicht bewusst Pace raus, um nicht wieder am Ende zu viel Tribut zollen zu müssen. Und schließlich wartet bei Kilometer 23 Thorsten auf mich, damit ich ihm seine Startnummer gebe und er in die Shortversion seines Marathons einsteigen kann.

Die ersten 11,3 km, die exakt dem ersten Staffelabschnitt entsprechen, laufen fast wie von alleine. Zwischendurch halte ich sogar immer mal an um Sehenswertes zu fotografieren. Vor dem Eingang des Aquazoos stehen beispielsweise zwei kolossale Statuen, die so genannten Rossbändiger und zu gleich gibt es zum ersten Mal die Möglichkeit Wasser am VP zu trinken. Mir ist aber noch nicht nach Trinken, deshalb geht es nach dem Foto direkt weiter. Nach 8 Kilometer in etwa kommen wir an unserem geparkten Auto vorbei und weiter über die Oberkassler Brücke auf die andere Rheinseite. An der VP bei Kilometer 10 genehmige ich mir einen isotonischen Drink und kein Kilometer weiter liegt die Distanz des ersten Staffelabschnitt schon hinter mir. Die gedankliche Einteilung des Marathons im Vorfeld in die vier Staffelabschnitte kam mir vollkommen entgegen und auch das Teilziel sich nicht von der eine Stunde später gestarteten Staffel einholen zu lassen, waren motivationsfördernd.

In regelmäßigen Abständen sorgen verschiedene Bands für ermunternde Klänge. Gefühlt bei Kilometer 15 in etwa kommt auf dem angrenzenden Streckenabschnitt der führende Kenianer in einem irren Tempo an mir vorbeigesprintet. Zum Glück wird er von Führungsfahrzeugen frühzeitig angekündigt, so dass ich rechtzeitig meine Cam für ein Foto zücken kann. Zu dem Zeitpunkt hatte der führende Kenianer schon 10 Sekunden (50 m) Vorsprung auf seinen ersten Verfolger. Kurz darauf treffe ich Michel, den Laufverrückten Franzosen, der bei keiner Laufveranstaltung fehlt auch wenn er den Marathon altersbedingt nicht mehr aktiv mitläuft – kurz ein Selfie mit ihm wie schon in Bonn und weiter geht es zurück in Richtung der ursprünglichen Rheinseite. Noch vor der Rheinbrücke ist das rote Halbmarathon-Tor der Stadtsparkasse Düsseldorf aufgebaut und ich bekomme schwarz auf weiß bestätigt, dass ich richtig gut unterwegs bin. Ich passiere das Tor mit der HM-Matte bei 02:03:30 – und das sind ganze 5 Minuten schneller als in Bonn vor 14 Tagen nur mit dem gravierenden Unterschied, dass ich mich heute noch pudelwohl fühle. Kurz vor dem Ende des zweiten Staffelabschnitts auf der Rheinbrücke wartet auch schon Thorsten auf mich. Auf der Brücke angekommen Jubelgetöse im Zielbereich, der erste passiert wie es scheint die Ziellinie während wir gerade einmal bei Kilometer 23 sind. Unglaublich, was die Elite im Stande ist zu leisten.

Ich gebe Thorsten sein Startnummernband und wir lassen uns noch von 2 vorbeilaufenden Passantinnen vor der Skyline fotografieren. Für mich ein Moment zum Verschnaufen und für einen zerstreuten Blick auf die Skyline, die in dem Moment mit faszinierenden dunklen Wolkenkonstellationen behangen ist. Im regen Austausch geht es zunächst zu zweit weiter. Aber nachdem sich Thorsten auf den ersten 2 Kilometer eingelaufen hatte und ich mal wieder was zum Fotografieren entdeckt hatte, musste ich ihn ziehen lassen. Bei Kilometer 27 macht sich meine Laufuhr das erste Mal bemerkbar und meldet mir eine schwache Batterie. Am Breidenbacher Hof, einem offensichtlich gehobenem Luxushotel, wie mir zumindest von außen scheint, stehen mehrere Pagen in ihren Dienstuniformen und reichen den vorbeilaufenden Läufern Wasserflaschen an. Ich bin von der Szenerie dermaßen begeistert, dass ich die Szene als Foto festhalten muss.

Die Erwartung des ersten VPs mit Cola, der für Kilometer 30 angekündigt ist, hält mich trotz fortgeschrittener Ermüdung weiter am Laufen auch wenn es langsam anfängt schwerer zu fallen. Mittlerweile sind die zurückliegenden 28 km schon deutlich in den Beinen zu spüren, aber die innerliche Freude über den bisherigen Rennverlauf schieben die negativen Gedankenspiele bei Seite, die bei mir sonst regelmäßig zwischen Kilometer 28 bis 34 einsetzen.

Am VP 30km dann die nächste positive Überraschung es gibt nicht nur Coca Cola sondern auch Energiegels von Taxofit, aber bevor ich mich mit den Gels eindecke, trinke ich mir erst einmal meine heißersehnte Cola – welch ein Genuss. Danach schnappe ich mir 5 Gels, versichere mich noch zuvor, ob das die letzte VP mit Gels sei, was mir der Helfer auch bestätigt. Aber ok, mit Gels hatte ich sowieso zu keinem Zeitpunkt gerechnet, von daher bin ich mit den 5, die ich jetzt hatte, mehr als bestmöglich für die restlichen 12 km ausgerüstet. Nach dem VP geht es zunächst nur schleppend weiter, weil mir irgendwie kurz übel wird, was sich aber zum Glück nach einem dezenten Bäuerchen direkt wieder legt.

Der „kritische Punkt“ meines Marathons war trotzdem erreicht, was sich aus der Retroperspektive daran erkennen lässt, dass die Anzahl der gemachten Fotos im Vergleich zu früheren Laufabschnitten stark rückläufig ist und natürlich an den ausgewerteten Daten meiner Laufuhr, die allerdings bei Kilometer 36 endgültig den Geist aufgibt und in den Off-Modus schaltet. Nach einem mieseren Rennverlauf hätte das Uhr-Gate einen mentalen Knacks bedeutet, aber zu dem Zeitpunkt waren es ja nur noch 6 Kilometer und das Rennen war beinahe optimal und genial gelaufen. Zudem stand auch schon fest, dass mich die Staffel nicht mehr überholen wird. Im gewohnten Run-&-Walk-Style schleppe ich mich von VP zu VP und jetzt zahlte sich meine Gelvorsorge aus, die ich allerdings gar nicht hätte machen müssen, weil auch an den späteren VPs noch Gels auslagen, da aber Vorsicht besser als Nachsicht ist und der Helfer mir eine falsche Info gegeben hatte, habe ich alles richtig gemacht.

Bei Kilometer 38 in etwa laufen wir ganz dicht am Rheinturm vorbei und da ich während des Laufes die Entfernung von diesem markantem Punkt Düsseldorfs bis zum Ziel abschätzen gelernt hatte, wusste ich, dass es nicht mehr allzu weit ist. Ein riesiger runder Button auf dem Boden zeigt uns Läufern den Kilometer 39 an. Noch am nächsten VP schnell eine Cola mit dem zweiten Gel runtergespült und dann war auch schon das Schild mit den 41 Kilometern erreicht, da hinter dem Schild der Rheinturm super zu Geltung kam, gab es noch schnell ein Bild. Ein Läufer, der mittlerweile auch schon im Walkmodus angekommen war, bot mir an ein Foto von mir vor dem Schild zu machen, was ich natürlich dankend annahm. Wir liefen einige Hundert Meter zusammen an bis er wieder anfing zu krampfen und einen Gang zurückschaltete. Das Ziel war in greifbarer Nähe, da meine Uhr schon seit 6 Kilometern ausgefallen war, hatte ich die Zeit irgendwie aus den Augen verloren, umso größer war meine Überraschung auf der Zielgeraden.

Mit einer Zeit von 4:20 wäre ich mehr als zufrieden gewesen und auch mein zu Beginn ausgegebenes Ziel wäre erreicht. Die Uhr am Zielbogen zeigte aber sogar 4:17:05, was natürlich wieder als Foto dokumentiert werden musste, weshalb ich vor der Ziellinie nochmal kurz stehen blieb und wieder meine Cam zückte. Erleichtert und zufrieden passierte ich die Ziellinie – oh man, was ein geiler Marathontag. Ich lass mir meine Finisher-Medaille um den Hals hängen und dann geht es schnell durch den windigen Zielkanal, der direkt am Rhein gelegen ist, in den Nachzielbereich, wo Thorsten schon auf den Bänken vor dem Zelt wartete.

Im Nachzielbereich

Erst mal hinsetzen und abschalten, da es aber echt schattig wird, hole ich mir schnell meinen Kleiderbeutel, während Thorsten Bier vom Erdinger-Stand besorgt. Irgendwie in die warmen Klamotten geschlüpft und den Augenblick genießen. So direkt nach dem Zieleinlauf fällt einiges von einem ab und das Erlebte muss erst einmal verarbeitet werden, was in der Kürze der Zeit natürlich nicht möglich ist.

Nach einer Weile bekommt Thorsten langsam Hunger und checkt die Nachzielverpflegung ab. Nach ein paar Minuten schaffe ich es mich von der Bank aufzuraffen und gehe ihm ins Zelt hinterher. Er kommt mir mit 2 Berliner Ballen entgegen. Nach dem ersten Bissen wird mir ganz anders, mein Mund pappt total zu, worauf der Berliner direkt in der Tonne landet. Im letzten Jahr hatte noch jeder Läufer ein umfangreich gepacktes Lunchpaket erhalten, was es in diesem Jahr aber leider nicht zu geben scheint. Naja kann ja nicht alles perfekt laufen. Auf dem Weg aus dem Nachzielbereich schnappen wir uns noch ein zweites Erdinger und warten dann auf Benni, der zwar schon angerufen hatte, aber noch auf den Läufer des letzten Staffelabschnitts wartete. Nach 10 Minuten findet er uns und kurz darauf treffen auch die anderen Staffelmitglieder ein. Wir erfahren, dass Julia wohl während des Laufes über die Straßenbahnschienen gestürzt ist und sich, wie sich später in der Notfallaufnahme herausstellen sollte, die Hand gebrochen hat. Von der Stelle aus: Baldige Genesung! (Der Tag aus ihrer Sicht, findet Ihr hier!) Nachdem die Staffel-Medaillen unter den Staffelläufern aufgeteilt waren, verabschiedeten wir uns von den anderen und gingen in Richtung U-Bahn, um zurück zum Auto zu gelangen. Auf dem Weg dorthin noch schnell Zigaretten gekauft und dann ging es überglücklich und schnellstmöglich zurück nach Hause unter die heiße Dusche und danach auf die Couch. Was für ein spaßbringender Tag das doch heute war?!


Highlights

  1. Bis km 23 für 2 gelaufen, weil Thorsten nach seiner mehrmonatigen Laufabstinenz noch nicht wieder in Form gekommen ist. Deshalb verzichtet er auf den ganzen Marathon. Auf jeden Fall eine weise Entscheidung, da ein zu schmerzhafter Lauf alles andere als motivationsfördernd geworden wäre und auf die nächsten Projekte kontraproduktiv gewirkt hätte. Die Startnummernübergabe auf der Rheinbrücke läuft ohne Komplikationen.
  2. Michel den „The French Marathonman“ schon wieder getroffen und ich habe mit ihm wieder ein Selfie machen können.
  3. Die Stimmung entlang der Strecke war größtenteils überwältigend, davon könnte sich Bonn und auch viele andere Marathonläufe mal gerne eine Scheibe abschneiden – dazu der aus meiner Sicht optimalere Programmablauf – Staffeln und Kurzdistanzen nach dem Marathon starten zu lassen, was zur Pflicht werden sollte.
  4. Die Düsseldorfer Skyline mit dem Rhein und dem Fernsehturm stellen schon ein sehenswertes Setting da. In Kombination mit dem Wettermix hat unsere Landeshauptstadt schon eine Menge zu bieten.
  5. Und natürlich die grünen Halsbandsittiche!!!

Fazit:

14 Tage nach dem Marathon durch die Bundesstadt Bonn war heute die Landehauptstadt von NRW an der Reihe lauftechnisch erkundet zu werden. In Düsseldorf bin ich letztes Jahr schon gelaufen, obwohl von Laufen eigentlich nicht die Rede sein konnte. Nach der glorreichen Idee das Erdinger-Laufkostüm über die Strecke zu tragen, war es mehr ein mühevolles und schmerzgetränktes Schleppen. In diesem Jahr sollte einiges besser werden. Der Lauf an sich verlief großartig – das Wetter war zwar extrem frisch, aber zum Laufen optimal – geschätzte 8°C, phasenweise sibirischer Wind, aber dank der Streckenführung nur bei den Passagen direkt am Rhein und vor allem auf der Rheinbrücke unangenehm zu spüren.

Noch schneller angegangen als in Bonn mit 2:03:30 (4 Minuten schneller) auf dem ersten Halbmarathon und ein viel geringerer Leistungseinbruch auf der 2. Hälfte 2:11:27 vs. 2:24 in Bonn, somit sogar 13 Minuten schneller. Mit der Gesamtzeit von 4:14:57 bin ich mehr als zufrieden und die Zielsetzung mit dem Zielzeitbereich von 4:20 bis 4:35 wurde sogar noch unterboten. Unterm Strich konnte die Zielzeit im Vergleich zu Bonn um 26 Minuten gesteigert werden, auch wenn es noch weit entfernt von meiner eigentlichen PB liegt.

Meine Eindrücke vom letzten Jahr waren massiv geprägt durch meinen Kampf mit dem Laufkostüm, die heutige Ausführung war für mich eigentlich meine Düsseldorf-Premiere. Schöne und stimmungsvolle Strecke mit guter Verpflegung auf der Strecke. Im Zielbereich hat mich die Verpflegung ein wenig enttäuscht, vor allem im Vergleich zum letzten Jahr, wo jedem Läufer ein umfangreicher Lunch-Beutel mit auf den Heimweg gegeben wurde. Die Armlinge haben sich erneut bewährt. Und wie es scheint, ist kaltes Wetter für die Marathonleistung eher förderlich.

Und eins ist auch klar: Petrus hatte heute ein Herz für Läufer bewiesen – dass es bei den vorbeiziehenden Wolkenkonstellationen nicht massiver geregnet hat, war pures Glück, dazu phasenweise herrlicher Sonnschein mit Temperaturen um die 8°C. Das sah vor dem Start noch ganz anderes aus – komplett zugezogene Wolkendecke mit starkem Wind und Temperaturen um die 3°C, die gefühlt noch tiefer lagen.

Düsseldorf Marathon 2016 Haken dran – Marathon No. 34 complete. Hinsichtlich der reduzierten Leistungen der Veranstaltung vor allem bei der Nachzielverpflegung bin ich ein wenig enttäuscht, aber dafür haben mich meine Beine positiv überrascht… Nach dem Lauf ist vor dem Lauf – VIVAWEST is calling!!!


Fragen, Anregungen und Kritik immer gern gesehen als Kommentar. Was hat Euch besonders am diesjährigen Metro-Group Marathon in Düsseldorf gefallen oder auch missfallen?


Link zur Nachbetrachtung des Marathons


In dem Sinne keep on moving…

Über SohlenRocker

Irgendwas zwischen laufverrücktem Kilometerfresser & multibewegtem Blogger. Ansonsten naturverbunden, outdoorbesessen, wissbegierig, sozialverträglich und ewiger SocialMedia-Neu-Entdecker...
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7 Antworten zu Sohle lassen beim Marathon in der Landeshauptstadt NRW (1)

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  2. juliahaesler schreibt:

    Toll geschrieben! Macht Spaß zu lesen! 🙂
    Ach… Und danke fürs Erwähnen und die Genesungswünsche! 🙂

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